Standardkostenmodell

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Das Standardkostenmodell (SKM)

Möchte ein Ladenbesitzer das Schild an seinem Geschäft durch ein neues ersetzen, muss er sich nicht nur um das Design und die Anfertigung kümmern, sondern auch einen Bauantrag einreichen. Dieser enthält alle Details, die für die Errichtung eines Gebäudes notwendig wären wie beispielsweise Lagepläne und Zufahrtsbeschreibungen, da es sich laut Gesetz um eine bauliche Änderung handelt

Die Überregulierung unzähliger Bereiche des öffentlichen Lebens schränkt den Handlungsspielraum vieler staatlicher und wirtschaftlicher Akteure ein und führt so zu einer Verminderung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Aus diesem Grund ist es notwendig, die mit der staatlichen Regulierung einhergehenden bürokratischen Belastungen (so genannte administrative Lasten) für Unternehmen messbar zu machen und gegebenenfalls zu reduzieren.

Ein wichtiges Instrument dafür ist das bereits in anderen europäischen Ländern erfolgreich eingesetzte Standardkostenmodell (SKM). Es entstand in den Niederlanden, wo es unter Beteiligung von Capgemini für die Regierung entwickelt und später von anderen europäischen Ländern wie Dänemark, Norwegen, Schweden und Großbritannien übernommen wurde.

Ziel ist es, durch die Reduzierung von Anzahl und Umfang sowie die Verbesserung der Qualität der rechtlichen Regelungen und Normen die administrativen Lasten von Unternehmen zu senken. Die Einführung einer deutschen Version des SKM bildet die Grundlage für die Bestrebungen der Bundesregierung, die Belastungen der Wirtschaft durch Bürokratie signifikant zu reduzieren.

SKM – Hintergrund Methode und Anwendungsmöglichkeiten

Im SKM werden zwei Methoden beschrieben: der SKM-QuickScan und die SKM-Messung. Mit Hilfe des QuickScans kann mit überschaubarem Aufwand geprüft werden, welche Gesetze und Verordnungen Regelungen zur Informationspflicht von Unternehmen enthalten, und welche dieser Vorgaben die Wirtschaft administrativ stark belasten. Der QuickScan wird ausschließlich mittels Arbeitsplatzrecherche durchgeführt und gibt Hinweise, zu welchen gesetzlichen Regelungen eine detaillierte und aufwändigere SKM-Messung durchgeführt werden sollte. Sie betrachtet die administrativen Lasten im Detail. Neben einer Arbeitsplatzrecherche werden auch Interviews mit Experten und Unternehmen durchgeführt und die Zeit für die Abwicklung der zu evaluierenden Prozesse gemessen. Durch die umfassende Analyse bis auf die Ebene der Verwaltungstätigkeiten erzeugt die SKM-Messung hohe Transparenz. Die größten administrativen Lasten von Unternehmen können identifiziert und modifiziert werden, um so Bürokratie abzubauen. Das SKM kann nicht nur auf vorhandene Gesetze angewendet werden. Vielmehr können zukünftig bereits Gesetzesvorhaben auf deren administrativen Lasten hin untersucht und als Ergebnis die bürokratischen Folgekosten reduziert werden.

Die föderale Struktur der Bundesrepublik macht es notwendig, das SKM sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene anzuwenden. Um ein belastbares Benchmarking auf Länderebene zu ermöglichen, steht zunächst die Entwicklung eines einheitlichen Standards zur Erhebung der administrativen Lasten im Mittelpunkt. Capgemini unterstützt diese Standardisierungsbemühungen und arbeitet aktiv in entsprechenden Arbeitsgruppen mit. Durch den Einsatz einheitlicher Methoden können darüber hinaus auch auf EU-Ebene Benchmarks zur Umsetzung von EU-Gesetzen und -Verordnungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten erstellt werden.

Pionierleistungen von Capgemini

Die Notwendigkeit der Entbürokratisierung und Entwirrung des Regelungsdickichtes ist eine der essenziellen Modernisierungsbemühungen und sichert die Wettbewerbsfähigkeit. Das SKM ist ein effektives Werkzeug, um Bürokratiekosten transparent zu machen und diese durch gesetzliche Nivellierungen zu reduzieren. Auf der Basis der in den Niederlanden geleisteten Pionierarbeit verfügt Capgemini sowohl bei der strategischen Integration als auch der operativen Umsetzung des SKM über umfangreiche Erfahrungen. Gemeinsam mit dem Reformprotagonisten Niederlande ist Capgemini zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die administrativen Lasten der Unternehmen dort auf rund 16,4 Milliarden Euro pro Jahr summieren. Das entspricht in etwa 3,6 Prozent des niederländischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Eines der Hauptziele in den Niederlanden ist es, die Belastungen der Unternehmen bis zum Jahr 2007 um 25 Prozent zu reduzieren, was die Wirtschaft um rund vier Milliarden Euro entlasten würde.

Unsere Expertise, Ihr Nutzen

Capgemini hat in den Niederlanden mehr als 40 SKM-Projekte erfolgreich durchgeführt und war an der Entwicklung des SKM-Handbuchs beteiligt. Diese Expertise stellen wir der öffentlichen Verwaltung in Deutschland zur Verfügung. Unsere Teams setzen sich aus deutschen Verwaltungsexperten und deutschsprachigen niederländischen SKM-Experten zusammen. Auf diese Weise machen wir Erfolge und Erfahrungen aus europäischen Vorbildinitiativen direkt nutzbar.