Man muss nicht immer der Erste sein
Unternehmen aus der klassischen Buchindustrie dienen häufig als Paradebeispiele für erfolgreiche digitale Transformation. Darunter der Buchhändler Barnes & Nobles, der inzwischen einen Teil des Umsatzrückgangs im Buchhandel mit seinem e-Book-Reader Nook ausgleichen konnte. Im letzten Quartal stieg der Umsatz mit Hardware, Zubehör und elektronischen Inhalten rund um Nook um 85 Prozent auf 220 Millionen US-Dollar und inzwischen verkauft das Unternehmen auf seinem Online-Portal dreimal so viele e-Books wie Bücher. In Deutschland gibt es ähnliche Erfolgsgeschichten: Im Internetshop des deutschen Buchgroßhändlers Libri war das e-Book im Oktober erstmals das meistverkaufte Buchformat.
Aber nicht nur die Medienindustrie, die sich zwangläufig verändern muss, hat Erfolge vorzuweisen: Vor zwei Jahren führte Starbucks die Möglichkeit ein, mit dem Handy zu bezahlen. Damit stärkte das Unternehmen sein Kerngeschäft und erhöhte die Kundenbindung mit der Einführung einer mobilen App. In diesem Jahr verarbeitete Starbucks bereits 26 Millionen mobile Transaktionen im Wert von 110 Millionen US-Dollar. Das ist zwar angesichts des Gesamtumsatzes von 11,7 Milliarden US-Dollar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber der Anteil am Kreditkartengeschäft beträgt bereits fünf Prozent.
Starbucks geht davon aus, dass Transaktionen über die mobile App weiter zunehmen und hat damit als einer der ersten in diesem Bereich den Weg für andere geebnet. Genauso wie der Online-Buchhändler Amazon, der zwar mit der Einführung des Kindle auf den Rest der Branche Druck ausübte, aber auch den Nachteil hatte, dass es noch keine Akzeptanz beim Kunden für diese Art des Lesens gab. Man muss also nicht immer der Erste sein, der ein neues Produkt einführt, aber man sollte die Digitalisierung auch nicht verschlafen, wie die ehemals zweitgrößte US-Buchhandelskette Borders. Sie ging im Februar diesen Jahres in Konkurs.




