Digitalisierung: Viele scheitern an der Technologie
Laut einer Studie des MIT Center for Digital Business und Capgemini Consulting ist nur ein Drittel der befragten Führungskräfte von großen Unternehmen erfolgreich, ihr Geschäft durch digitale Technologien zu transformieren. Der Druck den Wandel voranzutreiben ist allerdings nach ihren eigenen Aussagen sehr hoch: 70 Prozent der Befragten gaben an, dass die Kunden mehr Digitalisierung forderten und ebenso viele, dass Druck vom Wettbewerb aufgebaut werde. Ein Drittel der Befragten gab an, dass ihre Mitarbeiter auf Digitalisierung drängen.
Eine der drei großen Hürden, die es dabei zu überwinden gilt, ist laut Studienteilnehmern die Transformation ineffektiver IT-Systeme. Sie sind für die Hälfte der Befragten ein Problem. Häufig fehlt es an der digitalen Plattform, auf der alle Fäden zusammenlaufen und über die sich Daten und Prozesse verzahnen lassen. Silos jeder Art mit individuellen Systemen, Datendefinitionen und Abläufen erschweren die Integration und die übergreifende Nutzung der Daten.
„In den letzten 50 Jahren haben wir unsere IT-Systeme und Anwendungen permanent ausgebaut. Wir schalten nichts ab, anstatt dessen kommt immer mehr dazu. Das verursacht hohe Kosten und enorme Komplexität“, so der Abteilungsleiter eines großen Versicherungskonzerns.
Ein weiteres Problem sehen viele Unternehmen in mangelnden Analyse-Kapazitäten zur besseren Nutzung der Daten. Es fehlt sowohl an Know-how bei den IT-Mitarbeitern als auch bei den Fachabteilungen. Die IT kann die vorhandenen Daten oft nicht entsprechend aufbereiten. Der Fachseite fällt die effektive Nutzung schwer, weil sie die Möglichkeiten der Datenauswertung nicht kennt.
Viele IT-Organisationen müssen außerdem ihre Prozesse anpassen, um schnell Lösungen bereitstellen zu können. Für ältere Technologien gibt es solche Modelle häufig schon, neue Anwendungen aus den Bereichen Social Media oder mobile Applikationen sind aber oft noch außen vor.
Und schließlich wird es immer entscheidender, wie gut Technik- und Geschäftsebene zusammenarbeiten. Den vollen Nutzen aus der Digitalisierung kann nur der schöpfen, der für die Rolle der IT über den reinen Dienstleister hinausgeht und sie aktiv auf strategischer Ebene in die Entscheidungsprozesse einbindet. Die Bereitschaft dazu hängt wiederum stark von der Unternehmensstruktur und -kultur ab. Wer gut aufgestellt ist, gewinnt einen Vorsprung, wer in überholten Strukturen verharrt, für den wird Digitalisierung doppelt schwer.




