Marke 2.0 – ohne digitale Supply Chain geht in Zukunft nichts mehr
Eine neue Studie des Center für Zukunftsforschung (CEFU) der EBS Business School gemeinsam mit Procter & Gamble Deutschland prophezeit, dass im Jahr 2030 die Supply Chain die Marke „macht“. Die Autoren kommen zu diesem Schluss, nachdem sie 82 Entscheider aus den Bereichen Konsumgüterherstellung, Handel, Hochschule, Konsumforschung, Logistikdienstleistung, IT, Beratung, Politik und Verbänden zur Zukunft der Marke befragt haben. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Trends von heute die Konsumgüterbranche, deren Marken und ihre Supply Chain bis zum Jahr 2030 prägen werden.
Dabei kristallisierte sich zum Beispiel heraus, dass nach Ansicht der Befragten der eCommerce den Verkauf in Ladengeschäften in weiten Teilen ablösen werde. Letztere würden sich dann zu Orten wandeln, an denen sich der Kunde beraten lasse. Diese Art des Verkaufens setzt allerdings voraus, dass sich auch die Lieferketten wandeln und von Anfang bis Ende digitalisiert werden. Die Digitalisierung fängt dabei schon beim Einkauf an. Der Kunde bestellt online – mit welchem Endgerät auch immer – und die Produkte werden dann beispielsweise abends nach der Arbeit geliefert. Geleitet wird er dabei vom Webshop eines Händlers oder von QR-Codes auf Plakaten oder Werbemitteln, die er fotografieren kann, um eine Bestellseite zu erreichen.
Reine Zukunftsmusik? Die Handelskette Tesco hat dieses Prinzip in Korea bereits umgesetzt und wurde auf diesem Weg zur Nummer 1 beim Online-Shopping. Sie hing in U-Bahnstationen Plakate von Lebensmittelregalen auf und versah jedes Produkt mit einem Barcode. Kunden können so mittels einer App bestellen, während sie auf die nächste U-Bahn warten.
Um den kompletten Einkaufsprozess von der Werbung über die Bestellung und Lieferung bis zur Abrechnung so zu organisieren, müssen zum einen alle Teile der Supply Chain digitalisiert werden und zum anderen die einzelnen Partner reibungslos zusammenarbeiten. Denn das Motto von morgen heißt Geschwindigkeit: Wer nicht sofort liefern kann, verliert die Gunst der Kunden.
Der Kontakt zu ihnen wird sich in Zukunft ebenfalls verändern, denn Verbraucher werden wesentlich seltener oder gar nicht mehr eine Filiale besuchen. Die Beurteilung eines Produktes wird in Zukunft also deutlich stärker davon abhängen wie schnell geliefert werden kann, wie gut der Kunde mit dem Produkt zurecht kommt und wie das Preis-Leistungs-Verhältnis ist. Kundenservice spielt zwar weiterhin eine große Rolle, wird sich aber stärker als heute in den virtuellen Raum verlagern, wenn man die von der Studie formulierten Thesen weiterdenkt.
Ich beobachte diese Entwicklung schon heute: Da ich inzwischen viele Produkte im Internet einkaufe, sind Lieferzeiten für mich mittlerweile ein ausschlaggebendes Kriterium für oder gegen einen Anbieter und damit auch für oder gegen ein vergleichbares Produkt. Heute bestellt, morgen geliefert – warum sollte ich mich da noch ins Auto setzen und in die Stadt fahren, um anschließend doch nicht genau das zu finden, was ich brauche?
Die Ergebnisse der Studie werden auch vom Magazin “Marke 41” zusammengefasst, den Artikel dazu finden Sie hier.




Interessanter Blog-Post ! Hast du auch irgendwo einen Google+-Button? Würde gerne sharen
Danke für die Anregung. Im Moment haben wir allerdings keinen Google+-Button.