Umsetzung von Strategieänderungen durch Projektmanagement

Die Wirtschaftskrise als Testfall

Die Wirtschaftskrise und die damit verbundene Rezession wurde in aller Breite diskutiert und soll in diesem Artikel als solche nicht näher beleuchtet werden. Unser Interesse in dieser Untersuchung gilt vielmehr der Tatsache, dass die meisten Unternehmen durch die Krise gezwungen wurden, häufig innerhalb kürzester Zeit, unter starkem Kosten- und höchstem Erfolgsdruck radikale Strategieanpassungen oder sogar -wechsel vorzunehmen. Wir wollen dabei der Frage nachgehen: Ist die Disziplin Projektmanagement*  in dieser herausfordernden Situation ihrem vielfach erhobenen Anspruch gerecht geworden, als wesentlicher Faktor zu einer erfolgreichen Strategieumsetzung beizutragen? Wir betrachten also die Krise als eine Art „Labor“, um die Leistungsfähigkeit von Projektmanagement zu untersuchen. Wie unterstützt Projektmanagement die Strategieumsetzung? Strategieänderungen verlangen häufig – wie auch im Falle der Wirtschaftskrise – nach schneller, erfolgreicher und systematischer Umsetzung. Nur wenn die Strategieänderungen innerhalb eines definierten Zeitfensters, mit entsprechend guter Qualität und mit einem noch vertretbaren finanziellen Aufwand realisiert wird, kann sie die beabsichtigten Effekte erzielen und den vorher errechneten Business Case erfüllen. Auf Portfolioebene geht es zusätzlich darum, die ‚richtigen‘ Projekte zu identifizieren und zum richtigen Zeitpunkt zu starten sowie regelmäßig die Zielerreichung der laufenden Projekte zu kontrollieren, um die Unternehmensstrategie bestmöglich zu unterstützen und umzusetzen. Je proaktiver und flexibler die Portfoliomanagement-Prozesse ausgelegt sind, desto erfolgreicher lässt sich das Projektportfolio in Bezug auf die aktuelle Unternehmenssituation optimieren.