Referenzarchitektur für Digitalisierung

Architektur spielt eine tragende Rolle in der Digitalisierung: Dieser Aspekt wird in den allgegenwärtigen Diskussionen rund um die digitale Transformation gerne vergessen. Aber gerade Referenzarchitekturen (RA) schaffen ein gemeinsames Verständnis von Prozessen, Datenstrukturen und Anwendungen/Services, Komponenten sowie den zugrundeliegenden Technologien. Erst auf dieser Basis können Strategen, Analysten, Architekten und Entwickler gemeinsam gegebene und neue technologische Möglichkeiten kombinieren und daraus Geschäftschancen und -perspektiven ableiten – und so den Wettbewerb hinter sich lassen.

Der rasante Technologiewandel und die immer dynamischer werdende Geschäftswelt zwingt Unternehmen, sich mit drei wesentlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen: Erstens sollten Unternehmen eine gemeinsame Sicht auf das Gesamtbild der organisationalen Architektur und Umwelt entwickeln sowie aktuell- und aufrechterhalten. Diese Fähigkeit entscheidet in den meisten Fällen über den Erfolg. Damit verbunden ist die zweite Herausforderung. Hier geht es darum, dass die verantwortlichen Entscheider sicherer und präziser als bisher beurteilen, welche Maßnahmen sie mit Blick auf Einflüsse aus der Umwelt auf strategischer, geschäftsprozessbezogener und technologischer Ebene treffen müssen. Als letzte Herausforderung gilt es, auf detailliertem Level die bestmögliche Lösung und damit den passenden Architekturansatz für die jeweilige Fragestellung auszuwählen.

Wir integrieren die drei Hauptbereiche Internet of Things, Cognitive Computing und Augmented Reality als Technologiekomponenten in unsere Referenzarchitektur. Die Digitalisierung ist horizontal in vier aufeinanderfolgende Domänen unterteilbar, welche sich als Phasen der Digitalisierung begreifen lassen: Tag, Sense and Wire (1), Daten sammeln (2), analysieren und aufbereiten (3) und nutzen (4). Die Technologiekomponenten sind in verschiedenen Industrien einsetzbar. Anwendungen, die in verschiedenen Branchen entwickelt und betrieben werden, interagieren möglicherweise oder sind miteinander integriert und tauschen Daten über Industrie-/Organisationsgrenzen hinweg aus. Aus diesem Grund verfügt unsere Referenzarchitektur über eine dritte Dimension: die Industrien. Mit diesem Ansatz erzeugen wir ein Gesamtbild, das transparent eine industrieübergreifende Architektur für die Digitalisierung ergibt. Dieses schließt ihre Phasen, Architekturschichten und die Verbindungen zwischen den einzelnen Bausteinen – auch Building Blocks genannt – mit ein.

                 

Capgemini ist führend in Architektur und hat weltweit mehr als 1.000 TOGAF®-zertifizierte Architekten. Basierend auf unseren ganzheitlichen Architekturansatz betrachten wir Business und IT gleichzeitig und haben das Integrated Architecture Framework (IAF) entwickelt. Dieses ist wiederum in die Entwicklung der neusten Version des The Open Group Architecture Frameworks (TOGAF V9) eingeflossen und bildet einen integralen Bestandteil dieses Open Group Frameworks. Wir sind am Puls der Zeit, verfolgen die aktuellen Prozess- sowie Strukturveränderungen und kennen und antizipieren die Trends rund um IT und Architektur – im öffentlichen Sektor ebenso wie in der Industrie.