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Mit einem Elefanten zum besseren Software-Produkt?

Kategorien: AufgabenEvents

Als ich während meines Informatik-Praktikums bei Capgemini gefragt wurde, ob ich nicht mal einen Elefanten basteln könnte, spiegelte sich auf meinem Gesicht im ersten Moment ziemliche Verwunderung. Doch die Erklärung folgte sogleich: Anlässlich eines Kundenworkshops sollte ein Software-Entwicklungsprozess durch die Herstellung eines Elefanten aus Pappe simuliert werden.
Dieses Simulationsspiel, was zunächst nach einem gemütlichen Bastelnachmittag mit Kaffee und Kuchen klingt, zielte jedoch darauf ab bereits in der Kick-off-Phase eines Projekts Abstimmungs- und Kommunikationsprobleme aufzudecken. Zudem sollten alle Projektbeteiligte für potentielle Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit sensibilisiert werden, damit diese möglichst nicht erst auftreten, wenn es um die tatsächliche Entwicklung eines Software-Produkts geht und nicht mehr nur um das Basteln eines Elefanten. Das Basteln war also kein vergnüglicher Nachmittagsspaß, sondern es herrschten ähnlich stressige Bedingungen wie während eines echten Entwicklungsprozesses, wie beispielsweise extremer Zeitdruck oder dass die Entwickler teilweise mit unklaren Anforderungen konfrontiert werden.
 
Meine Aufgabe im Zuge des Workshops war es, das Spiel mit zu konzipieren (Regeln und Anforderungen ausarbeiten), zu organisieren (Was wird an Material benötigt? Wie genau soll das Spiel ablaufen?) und zu begleiten (Halten sich die Teilnehmer an die Regeln?).
 
Für das Spiel gab es verschiedene Rollen, welche die Teilnehmer einnehmen mussten, z. B. die Rolle des Entwicklers oder des Software-Architekten: Jeder Teilnehmer bekam dabei eine Rolle zugeteilt, die nicht seiner Rolle im wirklichen Leben entsprach.
Ziel des Spiels war es dann, einen Elefanten mit einer bestimmten Mindestgröße und nach festgelegten Regeln zu erstellen. Diese Regeln mussten dabei einer Rollenbeschreibung entnommen werden, die für jeden Teilnehmer anders aussah, so dass die unterschiedlichen Informationen, die jede Rolle für sich bekam, erst einmal zusammengetragen werden mussten, damit alle Anforderungen an das Endprodukt deutlich wurden. Die Aufgabe der Entwickler war es daraufhin, aus einer dicken Pappe unterschiedlich aussehende Teile auszuschneiden und zu bemalen, die zuvor von den anderen Rollen in Prosa beschrieben worden waren – bildliche Darstellungen der Teile oder des gesamten Elefanten waren verboten.
Gewinner des Simulationsspiels war das Team, welches die Anforderungen am besten erfüllte und möglichst alle Spielregeln einhielt.
 
Anfangs fiel es den Teilnehmern schwer, sich in die für sie neuen Rollen hineinzuversetzen und sich innerhalb ihres Teams zu organisieren. Auch war es nicht einfach, unter großem Zeitdruck geeignete Optimierungsmethoden für die Arbeitsprozesse zu finden. Sobald die Kommunikation jedoch gut funktionierte und die Teammitglieder alle Anforderungen gesammelt hatten, wurden sie immer effizienter, auch wenn das Spiel zusehends anstrengender wurde. Am Ende waren die Teilnehmer erschöpft, aber glücklich über ihre Ergebnisse, die sich allesamt sehen lassen konnten smiley 
 
Doch nicht nur für die Teilnehmer, auch für mich als Informatik-Studentin war dieses Spiel eine sehr spannende Erfahrung. Ich konnte viele Beobachtungen und Erkenntnisse mitnehmen, die helfen können, die Zusammenarbeit während der Entwicklung eines Software-Produkts zu vereinfachen und werde mich in meinem späteren Berufsleben sicher das ein oder andere Mal an das Spiel mit dem Dickhäuter erinnern.
 

Über den Autor

Andrea R.
Andrea R.
Andrea ist seit Februar 2014 Praktikantin bei Capgemini. Sie studiert Angewandte Informatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und schreibt nächstes Semester ihre Abschlussarbeit. Neben Arbeit und Studium macht sie gern Sport (Laufen, Pilates, Fitnessstudio,…), trifft Freunde oder schaut eine ihrer vielen Lieblingsserien.

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