expedITion Blog

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Neues aus der Bastelecke

Seit längerer Zeit arbeiten zwei Kollegen und ich an einem Projekt, das ich euch gerne näher vorstellen möchte. Da ich mit meinem Studium der Elektrotechnik eher zu den Exoten im Bereich der Informatik bei Capgemini zähle, hat mir dieses Projekt besonders viel Spaß bereitet, da es sowohl Komponenten der Elektrotechnik, als auch der Informatik besitzt. Als Werkstudent bei Capgemini bin ich seit dem letzten Jahr mit einem nicht ganz alltäglichen Auftrag unterwegs: Im Rahmen des Innovationsmanagements in einem Großprojekt, in dem es um Manufacturing Execution Systems (MES) in der Automobilbranche geht, versuchen wir die Entwicklungstätigkeiten für Außenstehende besser begreifbar zu machen - also IT für Nicht-IT´ler möglichst einfach und anschaulich darzustellen.

Die Ausgangslage

Im Gesamtprojekt gibt es eine Vielzahl an komplexen Zusammenhängen. Mit diesem Projekt haben wir uns auf die Fahne geschrieben, die Interaktion eines Automobils mit dem MES möglichst einfach zu simulieren. In jedem Automobilwerk gibt es so genannte Erfassungspunkte. An diesen Punkten werden die Fahrzeuge im Werk lokalisiert. Erfassungspunkte sind nötig, um den aktuellen Status des Fahrzeuges abzufragen. Hierdurch lässt sich feststellen, wie weit das Fahrzeug in seiner Fertigung fortgeschritten ist oder zu welchem Prozentsatz ein aktueller Auftrag ausgeführt ist. Genau dieses Verhalten von der Erfassung bis hin zum aktuellen Status soll simuliert werden, sodass ein Verständnis dafür aufgebaut werden kann, was das MES leistet. 

In Abbildung 1 ist der am Anfang geplante Aufbau zu sehen. Was daraus geworden ist, zeigt der aktuelle Aufbau in Abbildung 2. Wir benutzen ein Regalsystem, an dessen Decke wir einen Beamer montiert haben. Dieser Beamer projiziert ein Abbild eines Werkes mit Erfassungspunkten auf die untere Ebene des Regalsystems. Unter der Regalebene mit der Projektion befinden sich rasterförmig angeordnete RFID-Lesegeräte. Die Projektion wird so eingestellt, dass die projizierten Erfassungspunkte genau auf dem Raster liegen. Sämtliche RFID-Lesegeräte müssen nun mit einem Computer, in unserem Fall ein Raspberry Pi, verbunden werden. Die Software ist in drei Komponenten unterteilt, die jeweils auf verschiedenen Rechnern betrieben werden können.
 

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Wie funktioniert’s?

Fährt nun ein Spielzeugauto, welches mit einem RFID-Tag bestückt ist, über die Projektionsebene, wird es von den RFID Lesegeräten erfasst. Das erste Programm, welches auf einem Raspberry Pi läuft, nimmt die Daten an und schickt zwei Informationen an den Server weiter: Ort der Erfassung und erfasste Fahrzeug-ID. Der Server befindet sich auf einem eigenen Rechner, konkret ein Laptop, damit die Realität auch möglichst getreu abgebildet wird. Der Server gibt diese Daten an die GUI weiter. Diese befindet sich auf einem zweiten Raspberry Pi. Die GUI nimmt die Daten an und bildet diese in der Projektion ab. Mittels Aktionskarte können die Funktionen der Erfassungspunkte eingestellt werden. Dadurch, dass der Anwender mit der Animation interagieren und spielen kann, werden die abstrakten Datenabläufe innerhalb eines Werkes besser verständlich.
 

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Fazit

Innovationsprojekte sind sehr spannend! Ein Bild davon könnt ihr euch machen, wenn ihr Abbildung 3 betrachtet. Einer Idee folgt ein Modell und dem Modell folgt ein Aufbau und dann viele neue Ideen. Dabei kann es teils passieren, dass der tatsächliche Aufbau der anfänglichen Idee nicht mehr viel ähnelt. Dieses Projekt jedoch ist sehr gradlinig verlaufen, auch wenn es zu Beginn noch einige Unklarheiten gab. Aus meiner Sicht stellen diese Innovationsprojekte eine gute Grundbasis dar, um den Kunden in den Prozess des Verstehens mit einzubeziehen. 

Über den Autor

Jens M.
Jens M.
Jens ist seit September 2013 bei Capgemini Custom Solution Development in Berlin. Neben seiner Werkstudententätigkeit bei Capgemini studiert er Elektrotechnik in Berlin. In seiner Freizeit treibt er gerne Sport wie Fußball oder Laufen.

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