expedITion Blog

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Fallen neue Projekte eigentlich vom Himmel?

Kategorien: AufgabenProjekte

Oder: Über das Schreiben von Angeboten
 
Als Software-Ingenieur hat man seinen festen Platz in seinem Projekt, hat seine Arbeitspakete, die man eigenverantwortlich bearbeitet und trifft sich regelmäßig zu Teammeetings, um sich gegenseitig auszutauschen. Aber, woher kommen eigentlich die Projekte, in denen wir tagtäglich zu Gange sind?
 
An vorderster Stelle steht unser Vertrieb, der tief mit unseren Kunden vernetzt ist und immer schnell erfährt, wenn beim Kunden der Schuh drückt und schnell gehandelt werden muss. In den meisten Fällen startet der Kunde eine Ausschreibung, in der er sein Problem grob beschreibt und Dienstleister damit auffordert ihm Angebote zu unterbreiten. Um ein wettbewerbsfähiges Angebot zu erstellen, leitet unser Vertrieb die Ausschreibung meist an sehr erfahrene Mitarbeiter weiter. Gemeinsam machen sie sich dann an die Arbeit. Ich hatte das Glück bereits in mehreren dieser Angebotserstellungen dabei zu sein.
 
Einarbeitung und Angebotserstellung
Die Aufgabe besteht darin, sich in vergleichsweiser kurzer Zeit tief in die Thematik der Ausschreibung einzuarbeiten, so dass wir am Ende ein vollständiges und auch inhaltlich gutes Angebot abgeben können. Dazu zählt beispielsweise die Leistungsbeschreibung, also was wird innerhalb des Projektes geleistet und was nicht (das was nicht geleistet und nicht umgesetzt wird, ist meistens besonders wichtig - denn darüber diskutiert man oftmals während des regulären Projektbetriebs), Risikobetrachtungen, aber auch, welche Zulieferungen der Kunde selbst erbringen muss (z. B. Verfügbarkeit von wichtigen Ansprechpartnern und Mitarbeitern, die einem Fragen beantworten und Entscheidungen treffen, oder Dokumentationen von Nachbarsystemen). Im Engineering-Kapitel des Angebots wird beschrieben wie das Projekt durchgeführt wird: Welche Meilensteine gibt es, wie sind diese fachlich definiert und wie sieht das Projektteam aus? Ein Kapitel über die aufgeschlüsselten Kosten und die Firmenpräsentation runden ein Angebot ab. Je nach Projektgröße dauert es zwischen ca. 2 und 6 Wochen alles zusammenzustellen. Angesichts der Tatsache, dass man sich oft in neue Themengebieten einarbeiten muss, vergeht die Zeit da wie im Flug.
 
Für mich war das Thema „Was wird im Projekt umgesetzt“ besonders spannend und herausfordernd zu gleich. Die meist eher allgemein formulierten Anforderungen des Kunden müssen logisch in kleinere Arbeitspakete zerlegt werden, die in sich schlüssig und in ihrem Aufwand für uns schätzbar sind. Zudem muss man sich für einen Technology Stack entscheiden, von dem wir glauben, dass er am besten zur Lösung passt. So entsteht nach und nach eine Liste, was wir alles im Projekt tun müssen, um das Ziel zu erreichen. Mit unserer Erfahrung ermitteln wir in Schätz-Workshops letztendlich den Preis für das Projekt. Die größte Gefahr besteht in dieser Phase darin, an den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden vorbeizuarbeiten. Ein enger Kontakt zum Kunden ist daher entscheidend.
 
Angebotspräsentation und Preisverhandlungen
Wenn alle Dienstleiser ihre Angebote abgegeben haben, wählt der Kunde einige für die Angebotspräsentation aus. Dort stellt das Angebotsteam sein Angebot typischerweise den Fachexperten und dem Management des Kunden vor. Bei den beiden Angebotspräsentationen, bei denen ich teilnehmen durfte, war ich dementsprechend auch nervös. Da man sich aber sehr stark mit der Materie auseinandergesetzt hat, verfliegt die Nervosität, sobald man beginnt inhaltlich über das Thema zu sprechen.
 
Konnten wir bei der Präsentation mit unserer Kompetenz brillieren und auch den Einkäufer beim Kunden in der finalen Preisverhandlung überzeugen, steht einer Zusage des Kunden nicht mehr viel im Wege und ein neues Projekt steht in den Startlöchern… Und die ersten Kollegen hört man wieder in der Kaffeeküche fragen… Wo kommt unser Projekt eigentlich her?

Über den Autor

Daniel V
Daniel V
Daniel (28) absolvierte zunächst ein Diplom-Studium Software Engineering an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz. Für den Master wechselte er an die Uni Augsburg sowie die TU und LMU München. Von 2009 bis 2011 war er Stipendiat bei Capgemini, machte dort ein dreimonatiges Praktikum und ist seit Anfang 2012 nun Senior Software Engineer im Bereich Automotive.

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