expedITion Blog

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Im ersten Berufsjahr im Meeting mit einem Vorstand

Dass ich als Consultant bei Capgemini schon im ersten Berufsjahr Meetings mit dem Vorstand eines der größten europäischen Fernsehsender haben würde, hätte ich so nie gedacht. Dass Vorstände unter den gleichen Problemen wie wir junge Leute leiden, hätte ich so auch nicht gedacht. In meinem Fall ging es um das Problem der Einhaltung des Bestellerprinzips.
 
Dass das Bestellerprinzip („Wer bestellt, der bezahlt“) wichtig ist, leuchtet bei diesem Beispiel schnell ein: Wer schon einmal auf Wohnungssuche gewesen ist, weiß ja, dass es Vermieter gibt, die aus Bequemlichkeit einen Makler beauftragen und die Maklerprämie den zukünftigen Vermieter bezahlen lassen. Nach Plänen der Großen Koalition soll hier glücklicherweise bald das Bestellerprinzip Einzug erhalten, denn in Zukunft soll derjenige den Makler bezahlen müssen, der ihn beauftragt hat.
 
Dass das Bestellerprinzip auch für Unternehmen wichtig ist, durfte ich bei einem Beratungsprojekt für den Fernsehsender lernen. In dem Projekt hatte ich einen Prototypen für ein Reporting-Dashboard entwickelt, in dem der Führungsebene Key-Performance-Indikatoren (KPIs) visualisiert werden. Diesen Prototypen durfte ich dem Vorstand vorstellen, der für die 3.000 Mitarbeiter große Division „Produktion und Technik“ verantwortlich ist.
 
In diesem Meeting nahm sich der Vorstand sehr viel Zeit für uns und verdeutlichte uns sehr plakativ, warum aus seiner Sicht das Bestellerprinzip auch für Unternehmen existenziell ist und sich durchsetzen wird:
Wenn der Regisseur aus dem Ressort „Politik und Zeitgeschehen“ beispielsweise für seine montags produzierte Sendung einen Übertragungswagen anfordert, muss er ihn auch bei der Division für Produktion und Technik intern für einen Tag bezahlen. Wäre dies nicht so, käme es plötzlich zu ineffizienten Verhaltensweisen z. B. könnte er dann den Übertragungswagen aus Bequemlichkeit einfach die ganze Woche reservieren, damit sein Team den Übertragungswagen nicht immer zurückgeben und eine Woche später wieder holen muss.
Den KPI „Übertragungswagenauslastung“ kann man natürlich in beiden Szenarien berechnen. Doch nur, wenn das Bestellerprinzip eingehalten wird, kann man die Übertragungswagen effizient nutzen, dies messen und auf Basis dieser Daten richtig handeln.
 
Das Projekt war wahnsinnig interessant. Es war toll zu sehen, wie das von mir entwickelte Dashboard künftig bei der Unternehmenssteuerung unterstützt – ich habe das Bestellerprinzip nach dem spannenden Meeting für immer verinnerlicht.

Über den Autor

Jonas H.
Jonas H.
Jonas arbeitet seit April 2013 bei Capgemini als Business Technology Consultant in der Telekommunikations- und Medienbranche. Schon zwei Jahre früher, 2011, besuchte er die expedITion und war daraufhin als Praktikant und Werkstudent für Capgemini tätig. In seiner Freizeit geht er gerne ins Fitnessstudio, im Urlaub fliegt er gerne ans Meer zum Wellenreiten.

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