expedITion Blog

expedITion Blog

Opinions expressed on this blog reflect the writer’s views and not the position of the Capgemini Group

Unternehmensarchitektur – Oder: Achte auf alles und verliere nicht den Überblick

Kategorien: AbsolventEinstieg

Ganz neu als IT-Berater für Unternehmensarchitekturen bei Capgemini freute ich mich darauf, direkt Unternehmen in ihrer Gesamtheit zu analysieren, mit all den Abhängigkeiten zwischen Business und IT. So wie im Studium gelernt – schließlich hatte ich mich dort schon viel mit Unternehmensarchitekturen beschäftigt.
Wem das nichts sagt: Die Unternehmensarchitektur beschreibt den gesamten Aufbau eines Unternehmens, von der Business-Seite (z. B. Strategie, Aufbaustruktur, Ablaufstruktur, etc.), über die Informationssysteme (z. B. Software und Technologien), bis hin zur Infrastruktur (Hardware).

Es stellte sich sehr schnell heraus, dass die wirklichen Unternehmen allerdings um einiges komplexer sind, als die auf 5 Din-A4-Seiten in theoretischer Art und Weise beschriebenen Beispielunternehmen aus dem Studium. Gerade bei entsprechender Größe der betrachteten Organisation kommen schnell einmal 100 IT-Systeme zusammen (und das sind nur die größeren, betrachtungswerten Systeme), die dann auch meist schwer zu überblickende Abhängigkeiten untereinander und zu den vielfältigsten Technologien- und Hardwareausprägungen besitzen.
Soll man nun eine solche Organisation analysieren, also eine ganzheitliche Übersicht des Unternehmens erstellen, muss natürlich äußerst systematisch vorgegangen werden. Dann heißt es: „Achte auf alles und verliere nicht den Überblick“. Natürlich gibt es eine ganze Reihe theoretischer Ausarbeitungen (sogenannte Frameworks), um erfolgreich zum Ziel zu kommen. Aber wie so oft, hört sich deren Inhalt einfacher an, als es sich später in der Praxis darstellt. Zum Beispiel bilden die politischen Unwägbarkeiten in großen Unternehmen enorme Hürden, die in der Theorie so gar nicht betrachtet werden. Daneben muss bei einem so groß angelegten Vorhaben auch stets darauf geachtet werden, dass man seine Arbeit nicht zum Selbstzweck betreibt. Denn das Ganze kann sich schon mal über Monate hinziehen und dann besteht die Gefahr oder die Versuchung, den Zweck und das Ziel zu vergessen, weil man möglichst vollständig und korrekt sein will oder weil man nur noch nach Lehrbuch arbeitet.

Das gute an hoher Komplexität und solchen schwierigen Aufgaben ist, dass die Lernkurve für einen Hochschulabsolventen besonders steil ist. Ich war im Studium schon erstaunt, wie viel mehr man im Vergleich zur Schulzeit lernt (wir hatten den Stoff von 2 Schul-Halbjahren in gefühlten 2 Wochen). Mindestens gleichermaßen staunte ich, dass sich auch dieses Pensum mit dem Berufseinstieg sogar noch steigern lässt.
Die Größe und die Anzahl der Herausforderungen, vor denen man steht, die extrem hohe Erfahrung der Kollegen, die Hülle und Fülle der bereitstehenden Dokumente mit geballtem Wissen und auch die Schulungen und Trainings (in meinem ersten Berufsjahr hatte ich drei Trainings – zwei davon mit Zertifizierungen) – all das gibt uns jungen Beratern einen regelrechten Start-Booster, der uns möglichst schnell dahin bringt „allein laufen zu können“, wie mein Chef einst sagte.

Ich hoffe also, dass meine Lernkurve noch eine ganze Weile mit diesem Anstieg verläuft und ich dann in absehbarer Zeit auch zu den hochgefragten Experten gehöre – wie jene Kollegen, mit denen ich täglich zu tun habe.

Über den Autor

Tim Piontek
Tim Piontek
Tim started at Capgemini in Berlin in 2013. In his current project, he is analyzing existing IT-Landscapes and designing new IT-Architectures of large scale systems. Privately, he aims at obtaining his pilot’s license in the near feature.

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet.