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Unternehmensführung für Anfänger – Als Softwareentwicklerin in der BWL-Welt

Alles begann mit einer kurzen E-Mail von HR: Wer von den Berufseinsteigern bei Capgemini hätte wohl Lust beim Management-Cup Bayern, einem Unternehmensplanspiel, mitzumachen? Capgemini besitzt als einer der Ausrichter eine Wildcard für die Regionalebene und könnte ein Firmenteam stellen. Ich als Software-Entwicklerin mit keinerlei Vorerfahrung im Bereich Unternehmertum/BWL fühlte mich nicht angesprochen. Also weggeklickt. Dann kam die zweite E-Mail, dieses Mal von meinem Chef. Ob ich Lust hätte beim Management-Cup mitzumachen? Lust hatte ich wohl. Vielleicht sollte ich mir das doch mal genauer anschauen… und siehe da: Man brauchte gar kein BWL-Vorwissen. Das Planspiel ist dafür gedacht, einem auf spielerische Art und Weise Unternehmensentscheidungen nahe zu bringen. Learning by Doing, nur ohne Konsequenzen. Dabei richtet es sich an Studenten und Berufseinsteiger. In einer Vorrunde haben sich erstere bereits an ihren Hochschulen qualifiziert. In der nun stattfindenden zweiten Runde sind sie bei verschiedenen Unternehmen zu Gast und treten gegen die dortigen Firmenteams an, um sich für das Landesfinale zu qualifizieren. Und in einem dieser Firmenteams würde ich teilnehmen.

Knapp zwei Monate später ging es dann gemeinsam mit einem Frankfurter Kollegen für zwei Tage zur Capgemini Niederlassung in München, im Gepäck die knapp vierzigseitige Anleitung für das Planspiel. Was in dieser stand, klang auch soweit alles ganz nachvollziehbar: Jedes Team würde die Leitung eines Unternehmens übernehmen, das Tablets herstellt und vertreibt, und muss sich am Markt gegen die Konkurrenten, d.h. die anderen Teams, behaupten. Bewertet werden dabei der Aktienkurs des Unternehmens sowie eine abschließende Präsentation. Und auf diesen Aktienkurs hatte alles irgendwie Einfluss. Ein Beispiel gefällig? Senke die Sozialleistungen für Mitarbeiter und sie sind unzufrieden. Es wird weniger gearbeitet. Du kannst deine Lieferabsprachen nicht einhalten. Die Kunden werden unzufrieden. Der Aktienkurs fällt.

Das Capgemini-TeamEine knappe halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung habe ich dann die anderen Mitglieder unseres Capgemini-Teams zum ersten Mal „live“ kennengelernt. Insgesamt waren wir drei Software-Entwickler und zwei Business Analysten aus den Niederlassungen Berlin, Frankfurt und München. Die studentischen Teams hatten da etwas mehr fachspezifische Kompetenz, setzten sie sich doch größtenteils aus BWL’ern verschiedener Fachrichtungen zusammen. Und dann ging es auch schon los mit der ersten Runde. Innerhalb von zwei Stunden mussten wir uns kennenlernen, eine Strategie festlegen und Entscheidungen über Investitionen, Mitarbeiter, Öffentlichkeitsarbeit und und und treffen. Während der anschließenden Auswertung kam dann die Überraschung: Gute Verkäufe, aber ein riesiger Überziehungskredit? Offenbar hatten wir da in der Eile ein paar Zahlen übersehen...

In den folgenden Runden ist uns dieser Fehler nicht noch einmal passiert. Nach und nach lernten wir auch das Planspiel selbst immer besser einzuschätzen und wurden mutiger in unseren Entscheidungen. Schneller als uns lieb war, war der erste Tag dann auch schon vorbei. Am Abend haben wir dann die Möglichkeit genutzt, unsere Konkurrenten mal etwas genauer kennenzulernen. Bei einem gemeinsamen Weizen wurde diskutiert, erzählt und gelacht. Schnell ging es weg vom Planspiel und hin zu unserem Joballtag als Berufsanfänger und den Einstiegsmöglichkeiten bei uns.

Bei der ArbeitAm zweiten Tag folgten dann die letzten beiden Runden des Planspiels, sowie die Präsentation der Ergebnisse. Dabei hat mich vor allem verblüfft, wie effizient wir als Team zusammengearbeitet haben. In kürzester Zeit wurde aus dem Standardtablet unser Produkt - mit Name, Logo und Slogan – es wurden Folien vorbereitet und die Vorstellung geprobt. Und die Präsentation lief dann auch trotz der nicht ganz optimalen Zahlen erstaunlich gut.

Zum Abschluss kann ich sagen, dass mir meine Teilnahme am Management-Cup Bayern Spaß gemacht hat und ich froh bin, diese Möglichkeit wahrgenommen zu haben. Als Softwareentwicklerin erhielt ich Einblicke in eine für mich ganz andere Welt. Natürlich kann man in zwei Tagen nicht alles Lernen, was für die Führung eines Unternehmens wichtig ist, aber ein Anfang ist gemacht. Und am Ende, ja, da hätten wir alle gern noch etwas weiter gespielt, um zu sehen, wie sich unser Unternehmen entwickelt und wie sich manche der Entscheidungen längerfristig auswirken. Allerdings war ich auch froh, dass ich bei meiner jetzigen Aufgabe nicht wirklich für mehrere hundert Mitarbeiter und Millionen von Euro verantwortlich bin. Dafür braucht man dann wohl doch ein wenig mehr Erfahrung in der Welt der BWL.

Über den Autor

Maya K.
Maya K.
Maya ist seit Mitte September 2014 bei Capgemini in Offenbach. Als Software Engineer arbeitet sie in einem agilen Projekt im Bereich Telekommunikation & Medien. In ihrer Freizeit reist sie gern und liest viel. Inzwischen auch mal den Wirtschaftsteil der Zeitung.

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