expedITion Blog

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Alles Nerds!?

Familie und Freunde haben mich ganz schön schief angesehen, als ich ihnen eröffnete, dass ich Informatik studieren will. Sprüche wie “Das ist doch nur was für Jungs!”, “Oh Gott, mit was für Typen du dann zusammen arbeitest...” und “Dann sitzt du ja nur noch vor dem PC” habe ich des Öfteren gehört.

Während des Studiums hatte ich dann auch manchmal tatsächlich das Gefühl, dass ich irgendwann zu den typischen Nerds gehören würde, die man so aus dem Fernsehen kennt...

Vor etwa zwei Jahren habe ich mich schließlich dafür entschieden, über meinen universitären Tellerrand zu blicken und als Werkstudentin in der Softwareentwicklung anzufangen, und so bin ich dann bei Capgemini gelandet. Als dort mein erster Arbeitstag beim Kunden anstand, war ich ziemlich aufgeregt, da ich zum ersten Mal berufserfahrene Hardcore-Programmier-Nerds kennenlernen würde.

Die Kollegen waren ganz schön überrascht, eine WerkstudentIN hier zu sehen, aber nicht weniger verwundert war ich, dass ich nach 50 geschüttelten Händen noch keine Männer mit langen Haaren, dicken Brillen oder Pullunder mit komischen Motiven gesehen hatte. Frauen gab es hier auch, obschon nicht viele, und wenn ihr, liebe Männer, diese sehen würdet, würdet ihr niemals erraten, dass das Informatikerinnen sind ;-)

Bereits am ersten Tag hatten sich also die Hälfte meiner Vorurteile nicht bewahrheitet, mal schauen, wie es weitergeht...

In der nächsten Zeit konnte ich meine Kollegen besser kennenlernen. In weiser Voraussicht hatte ich mich im Vorfeld über Online-Rollenspiele, Star Trek und Laserschwerter informiert, damit ich am Mittagstisch auch mitreden kann, sofern sich die Kollegen überhaupt unterhalten würden ohne Skype. Tatsächlich stellte sich dann jedoch heraus, dass keiner der Kollegen abends zum knallharten Zocker mutiert – stattdessen wurde ich gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, an einem Teamabend mit Bowling teilzunehmen, ob ich schon von unserem monatlichen Niederlassungskino gehört hätte oder nicht Lust habe, mit Kollegen einmal die Woche Badminton zu spielen. Mein Zocker-Wissen hatte ich mir wohl umsonst angeeignet, daran sollte sich auch in der nächsten Zeit nichts ändern.

Auch innerhalb der Arbeitszeit verbrachten die Kollegen nicht jede Sekunde vorm Computer und programmierten im stillen Kämmerlein. Es ist viel Kommunikation und Teamfähigkeit gefragt, denn das Wissen ist in umfangreichen Projekten auf viele Köpfe verteilt. Während meiner Einarbeitungsphase musste ich mir häufig Hilfe holen, denn das Wissen, das man hier braucht, ist in einigen Bereichen viel spezifischer und tiefer gehend, als man es in der Uni lernt. Zum Glück sind hier alle sehr hilfsbereit und fast jederzeit ansprechbar ;)

Schon wenige Wochen später wusste ich, dass ich den Job gefunden habe, der mir gefällt. Und das sehe ich heute, zwei Jahre später und mittlerweile festangestellt, genauso.

In diesen zwei Jahren habe ich sehr viel gelernt, eigentlich noch mehr als in meinem Studium. Es gibt vielfältige Aufgaben und neben den eigentlichen Entwicklern auch bspw. Teamleiter, Koordinatoren, Architekten und Product Owner. Einige dieser Rollen programmieren gar nicht mehr, sondern kommunizieren überwiegend mit dem Kunden oder unterstützen das Team. Andere Frauen gibt es übrigens auch und diese kochen nicht nur Kaffee ;) Sie bringen genauso technisches Verständnis mit und besetzen Entwickler-oder Führungspositionen wie unsere männlichen Kollegen auch!

Ich bin froh über meine Entscheidung, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Meine beste Erfahrung bisher? Dass sich keines der gängigen Vorurteile gegen Informatiker bewahrheitet hat. Alles Nerds? Von wegen!

Über den Autor

Tanja F.
Tanja F.
Tanja arbeitet seit 2013 bei Capgemini in Nürnberg und ist dort als Softwareentwicklerin in einem Großprojekt bei einer Bundesbehörde tätig. In ihrer Freizeit unternimmt sie gerne etwas mit Freunden, liest viel und besucht am liebsten aufregende Freizeit- und Wasserparks.

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