expedITion Blog

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Abschlussarbeit im Unternehmen – Wie es funktionieren kann!

Als ich schon ein gutes halbes Jahr als Werkstudentin bei Capgemini tätig war, wurde ich gefragt, ob ich Interesse daran hätte, meine Masterarbeit im Unternehmen zu schreiben.

Auch wenn ich von Freunden und Kommilitonen schon Abschreckendes über Masterarbeiten in Unternehmen gehört habe, war mir schnell klar, dass ich diese Chance nutzen möchte. Einerseits, weil ich im Gegensatz zu den Negativbeispielen schon Erfahrungen in der Firma sammeln konnte, was besonders im Bezug auf die Unternehmensdynamik und die internen Prozesse wichtig ist. Andererseits aber auch, weil eine Abschlussarbeit im Unternehmen am Ende einen Nutzen stiften kann und nicht nach einem halben Jahr intensiver Arbeit einfach nur in einer Schublade landet. Die Tatsache, Job und Abschlussarbeit zu vereinen, ist natürlich aus finanzieller Sicht auch vorteilhaft.

Also habe ich schließlich zugesagt und die grobe Themenrichtung „Shop-Systeme der Zukunft“ bekommen und mich auf die Suche nach einem passenden Lehrstuhl an meiner Universität gemacht. Der war relativ schnell gefunden und auch die erste grobe Absprache mit meinem betreuenden Professor verlief reibungslos und sehr positiv.

Da ich vor meiner Masterarbeit schon als Werkstudentin für den Bereich Digital Customer eXperience tätig und mit unserem Innovation Lab ─ einem interaktiven Showroom für Kundenevents ─ gut vertraut war, wollten wir das Thema auch Showcase-geeignet gestalten. Das heißt, neben einem entsprechend innovativen Konzept gehört auch die Ausarbeitung und Implementierung von Use Cases, also tatsächlichen Anwendungsszenarien, dazu, was natürlich besonders spannend für mich war.

Anschließend ging das noch ein paar Iterationen hin und her, bis das Thema dann aber pünktlich zu meinem Wunschtermin stand. Es war auf jeden Fall eine Herausforderung beide Seiten zufriedenzustellen, aber auch toll, doppelt so viel Input und Ideen zu bekommen. Beeindruckend war auch die Tatsache, dass so ein Masterarbeitsthema dann doch so viele Leute interessieren kann.

Nachdem Exposé und Zeitplan abgesegnet waren, konnte die Arbeit angemeldet und mein Bearbeitungszeitraum von April bis Oktober dieses Jahres festgelegt werden. Die Themenstellung „Improving next-generation retailing through wireless technologies“ wird durch ein innovatives Konzept für den Einzelhandel mit Integration einer Drahtlos-Technologie umgesetzt, welches anschließend zu Teilen als Android-Applikation-Prototyp implementiert wird. Das Konzept beinhaltet neben einer mobilen App mit Vorteilen in Form von Rabatten und Informationen für den Kunden auch Ansätze, wie der Retailer die Daten, die die App generiert, sinnvoll nutzen kann, um unter CRM-spezifischen Gesichtspunkten einen Mehrwert zu schaffen. Die Freigabe der Daten ist natürlich vom Kunden abhängig, allerdings profitiert auch er direkt von der Daten-Freigabe – so kann ihm bspw. über die App ein personalisierter Coupon („Kaufe heute 2 Jeans – erhalte 25% auf die Zweite“) gesendet werden.

Mittlerweile ist die Bearbeitung in vollem Gange. Ich organisiere interne Telefonkonferenzen in vier-wöchentlichen Intervallen mit Capgemini-Kollegen, die mir ihre Sicht aus der Praxis zu meinen entsprechenden Themen erläutern. Das ist neben dem fachlichem Input sowie der Möglichkeit Meinungen und Ansätze aus dem Berufsalltag in die Forschung zu integrieren, auch hilfreich, um eigene Schwachstellen bei der Recherche und der Präsentation von Forschungsergebnissen in einem neutralen, benotungsfreien Umfeld zu erkennen.

Für mich hat sich gezeigt, dass eine Abschlussarbeit in einem Unternehmen nicht nur funktionieren, sondern auch fachlich spannend und vor allem mit seinem klaren Bezug zur Unternehmensrealität sinnvoll sein kann. Ich freue mich schon darauf, meine Masterarbeit abzuschließen und meine gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse im Arbeitsalltag einzubringen – und wer weiß, vielleicht ist meine Shop-App in wenigen Jahren sogar tatsächlich auf dem Markt!

Über den Autor

Angelika S.
Angelika S.
Angelika ist seit April 2014 Werkstudentin bei Capgemini Deutschland. Seit April 2015 ist sie darüber hinaus Masterandin im Unternehmen. Sie studiert Informatik und Informationswirtschaft auf Master an der Universität Augsburg. Ihre Freizeit verbringt sie mit Lesen, Pilates und Reisen – am liebsten in die USA.

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