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5 Bereiche, in denen Echtzeit echte Vorteile verschafft

Kategorie: Trends am Horizont

Vor 2 Wochen hatte ich die neue Technologie In-Memory-Computing als möglichen Trend der Zukunft vorgestellt. Sie verspricht Fantastisches: den Zugriff auf aktuelle Informationen, zu jedem Zeitpunkt und von jedem Endgerät aus. Fast jedes Unternehmen kämpft heute damit, Sinn in die stetig steigende Datenflut zu bringen und Entscheidungen auf Informationen zu stützen, die von heute und nicht von vor einer Woche sind. Durch ein kluges Konzept mit Abwärtskompatibilität und Datensynchronisation ist es möglich, In-Memory-Computing heute schon als zusätzliche Komponente in existierende Installationen einzubinden. Aber die Technologie ist noch so neu und so revolutionär, dass es einige Innovationszyklen dauern kann, bis der Markt ihr Potenzial komplett versteht.

Bei dieser Innovation von Anfang an mit dabei zu sein, kann einen deutlichen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern schaffen. Allerdings gibt es derzeit kaum Software für das In-Memory-Computing, SAP will das aber noch in diesem Jahr ändern. Das Unternehmen arbeitet bereits mit Partnern und Ramp-up-Kunden an Anwendungen. Unter dem Produktnamen HANA (High-Performance Analytic Appliance) hat es die Technologie im Juni weltweit ausgerollt und will noch 2011 fünf Applikationen auf den Markt bringen, darunter Anwendungen für die Planung von Sales- und Marketingkampagnen, für die Verbesserung des Liquiditäts- und Rechnungsmanagements, für intelligente Strommessung und zur Abbildung von Händlerpromotionen.

Wo In-Memory-Computing am meisten Vorteile generiert

Um das eigene Einsatzszenario zu finden, sollte man zunächst überlegen, wie das Unternehmen von der neuen Technologie profitieren kann und dann die passende Anwendung suchen. In-Memory-Computing bringt vor allem in folgenden Fällen Vorteile:

1. bei allen Business Intelligence-Operationen, die hohe Rechenleistung erfordern und länger als einen Tag dauern. Dazu gehören zum Beispiel die Planungen im Workforce Management, Rechnungsläufe, Product and Portfolio Management, Product Lifecycle Management und Preisberechnungen.

2. für alle Prozesse, bei denen der Anwender von Meta- oder Detailinformationen profitiert. Dazu gehören die Freigabe von Geschäftsberichten, Monatsabschlüssen und Rechnungen oder die Kontrolle von Stundenzetteln und Projektberichten. Wenn bei der Rechnungsfreigabe beispielsweise in einem interaktiven Infofenster die letzten Belege des Lieferanten inklusive Gesamtsumme, Stand der Kostenstellen und ihrer Veränderung in den letzten Tagen angezeigt würden, hätte der Bearbeiter alle Informationen für diesen Vorgang im Blick und könnte eine Menge Zeit sparen.

3. wenn Daten und Analysen vielen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden sollen und das bisherige System dabei an seine Leistungsgrenze stößt. Mit In-Memory-Technologie kann man deutlich mehr Mitarbeiter in die zeitnahe Bewertung und Entscheidungsvorbereitung von Firmendaten einbinden.

4. wenn es darum geht, Entscheidungen in einem dynamischen Umfeld zu unterstützen. Echtzeit-Analysen ermöglichen, Impulse zu erkennen, anstatt Standbilder einzelner Momente zu erzeugen.

5. wenn Entscheidungen gefällt werden müssen, die mit einem hohen Risiko verbunden sind. Mit In-Memory-Computing lassen sich in extrem kurzer Zeit so viele Szenarien durchrechnen, dass das optimale Verhältnis von Potenzial und Risiko ermittelt werden kann.

Konkret würden die Vorteile im Bereich Workforce Management beispielsweise bedeuten, dass ein Unternehmen im Vorhinein abschätzen könnte, wie sich Veränderungen der Organisation auf das Geschäft auswirken. Manager und Personalverantwortliche wären außerdem in der Lage zu simulieren, wie die Belegschaft nach einer geplanten Akquisition oder dem Eintritt in einen neuen Markt angepasst werden müsste und könnten auf dieser Basis Personalentscheidungen fällen.

Im Einzelhandel kann In-Memory-Computing die Datenauswertung extrem beschleunigen, so dass das Unternehmen Absatzzahlen in Echtzeit erhält, um den Markt besser verstehen und die Geschäftsprozesse optimal ausrichten zu können. Dadurch würde sofort sichtbar, welche Produkte sich gut verkaufen, welche Verkaufsaktionen erfolgreich und welche Filialen am effektivsten sind. Das Unternehmen erhält Einblick in das Kaufverhalten der Kunden und kann die Einnahmen von unzähligen Filialen und Produktlinien analysieren.

Auf der Sapphire Now 2011 in Orlando hat SAP verschiedene Use-Cases für SAP HANA vorgestellt, die Videos finden Sie hier.

Dieser Artikel wurde erstmals im Juni 2011 im E-3 Magazin veröffentlicht.

Links: Hasso-Plattner-Institut

SAP HANA: Daten auf Speed?

SAP stellt Roadmap für In-Memory-Anwendungen vor

 

Über den Autor

Gerd Stangneth
Gerd Stangneth
Gerd Stangneth ist Experte für Innovationen. Seine persönliche Leidenschaft gilt Verständnis- und Entscheidungsprozessen, um zu ergründen, wie technologische und gesellschaftliche Entwicklungen ineinandergreifen, daraus neue Branchen entstehen und der Zeitgeist beeinflusst wird. Zurzeit interessiert ihn vor allem der Paradigmenwechsel, den die Dynamisierung von Organisationen, Applikationsplattformen und Endgeräten gerade einleitet. Gerd Stangneth leitet das Team Project Innovation bei Capgemini Consulting. Er unterstützt seine Kunden dabei Ihr Geschäft als Erste durch ganzheitliche Integration der neuen Technologien zu transformieren.

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