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Cloud Computing – Hype oder Trend?

Kategorie: Trend-Anatomie

iStockphoto | © ThinkstockIm Herbst 2010 hätte man Cloud Computing im Unternehmensumfeld noch bedenkenlos als Hype eingeordnet, denn für die Einstufung als Trend fehlten die Anwender. Die letzte IT-Trends-Studie ergab, dass im Oktober 2010 lediglich 3,8 Prozent der 173 befragten CIOs Cloud Services eines Anbieters nutzten, ihre eigene Cloud hatten zum damaligen Zeitpunkt erst 6,4 Prozent der Studienteilnehmer aufgebaut.

Also keine Spur von einem neuen Trend. Hat Cloud Computing trotzdem das Potenzial, sich auf breiter Basis durchzusetzen?

Im Herbst 2010 planten immerhin 16,4 beziehungsweise 25,7 Prozent der Befragten, öffentliche Cloud Services zu nutzen oder ihre eigene Infrastruktur in der Wolke aufzubauen. Die Ergebnisse der diesjährigen Studie werden zeigen, ob sie ihre Pläne in die Tat umgesetzt haben. Aber selbst wenn, wäre der Durchdringungsgrad bei der Nutzung von Cloud Services immer noch gering. Zum Vergleich: Virtualisierung setzen derzeit 79,3 Prozent der Befragten ein und 18,4 Prozent sind gerade dabei zu implementieren oder planen das Projekt. Damit ist der Durchdringungsgrad von Virtualisierung annähernd 100 Prozent.

Trends in der IT werden aber im Gegensatz zu gesellschaftlichen Trends häufig nicht vom Anwender gemacht, sondern von Analysten bestimmt. Sie evaluieren die Anwendungsszenarien und Potenziale neuer Technologien und geben ihre Empfehlungen ab, die dann über die Medien verbreitet werden. Das geschieht häufig in einem Stadium, in dem es noch keine oder wenig praktische Erfahrung gibt.

Auf diesem Weg befindet sich Cloud Computing gerade. Die Medien scheinen fast nur noch dieses eine Thema zu kennen. Im ersten Halbjahr 2011 erschienen allein in der Printausgabe der Computerwoche 251 Artikel dazu. Cloud Computing war das Leitthema der diesjährigen CeBIT. Und im Moment werden so viele Studien zum Cloud Computing veröffentlicht wie nie zuvor, allein zwischen 2009 und dem ersten Halbjahr 2011 hat sich Anzahl der Analysen pro Monat von durchschnittlich 0,5 auf 3,3 erhöht.

Die Evangelisierung der CIOs ist also gerade in vollem Gange. Wann Cloud Computing ein „echter“ Trend wird, hängt meiner Meinung nach davon ab, wie schnell die Sicherheitsprobleme gelöst werden. Dann werden die Anwenderzahlen schnell steigen. Viele CIOs glauben auch, dass die Einführung der iCloud von Apple auch Auswirkungen auf Cloud Services im Unternehmen haben werden. Was denken Sie?

Ich bin gespannt auf die Umfrageergebnisse der nächsten IT-Trends-Studie im Herbst. Dann wird sich zeigen, ob inzwischen mehr Unternehmen auf Cloud Services setzen, oder ob die Risiken nach Meinung der CIOs immer noch zu hoch sind, um einzusteigen.



Bildnachweis: iStockphoto | © Thinkstock

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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