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In-Memory-Computing: Wie man den individuellen Business Case findet

Kategorie: Trends am Horizont

Im Teil 1 und 2 der Serie zu In-Memory-Computing habe ich die Technologie vorgestellt, die Software aufgelistet, die in diesem Jahr auf den Markt kommt, und die 5 Einsatzbereiche vorgestellt, für die In-Memory-Computing am meisten Vorteile bringt. Im letzten Teil der Serie geht es darum, ob sich die schnellere Erstellung von Analysen (1 Sekunde statt 20 Minuten) oder der Zugriff auf Informationen in „echter Echtzeit“ so lohnen, dass sich daraus ein Business Case rechnen lässt. Dabei hilft es, sich die folgenden Fragen zu stellen:

  1. In welchen Bereichen des Unternehmens werden hohe Kosten verursacht? Welche Informationen könnten dazu beitragen, die Effizienz zu erhöhen?
  2. Wann müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden, deren Güte von der Qualität und Aktualität der Daten abhängen?
  3. In welchen Bereichen des Unternehmens müssen extrem kurzfristig Entscheidungen getroffen werden, um zum Beispiel einen Wettbewerbsvorteil zu nutzen oder zu wahren?
  4. Was sind die größten Probleme der eigenen Branche? Wäre es möglich, sie mit intelligenterer Datennutzung zu lösen und damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu generieren?
  5. Welche Mitarbeiter verbringen viel Zeit damit, Berichte zu schreiben und Daten auszuwerten? Mit welchen Informationen und Analysen könnten sie diese Aufgabe schneller erledigen?
In der Regel findet jedes Unternehmen anhand dieses Fragenkataloges mehrere Prozesse, die sich verkürzen, verbessern oder kostengünstiger abwickeln ließen. Anschließend geht es darum, jeden Fall durchzurechnen. Günstig wird sich dabei die Tatsache auswirken, dass die klassischen Datenbanklizenzen und Server beim In-Memory-Computing in einigen Jahren wegfallen können, unter anderem weil Datenbanken mit dieser Technologie auf bis zu 10 Prozent ihrer Größe reduziert werden.

Neben diesen einfachen Verbesserungen durch In-Memory-Computing ergeben sich aber auch ganz neue Effekte: Entscheidungsprozesse können wegen drastisch verkürzter Durchlaufzeiten der Datenanalyse komplett auf Echtzeit umgestellt werden. Damit eröffnet diese Technologie ein ungeahntes Potenzial, das sich mit Sicherheit erst auf den zweiten Blick erschließt.

In-Memory-Computing ist wegen seines disruptiven Ansatzes – und der Möglichkeiten, die er eröffnet – ein Thema, das stark polarisiert. Sicherlich kann man einfach abwarten was die nächsten Monate bringen, um sich dann Gedanken zu machen. Wer sich jetzt mit dem Thema beschäftigt, sichert sich aber auf jeden Fall einen Vorsprung und damit eventuell den entscheidenden Wettbewerbsvorteil, den Andere noch nicht erkannt haben. In-Memory-Computing ist zwar eine ganz neue Technologie, aber sie hat viel mehr als andere Innovationen mit der Geschäftsstrategie als mit der IT-Strategie zu tun. Sie ist auf jeden Fall ein Bereich, in dem der CIO dem Unternehmen als Business Partner neue Horizonte eröffnen kann.

Dieser Artikel wurde erstmals im Juni 2011 im E-3 Magazin veröffentlicht.

Links:

SAP HANA: Daten auf Speed?

SAP stellt Roadmap für In-Memory-Anwendungen vor

 

Über den Autor

Gerd Stangneth
Gerd Stangneth
Gerd Stangneth ist Experte für Innovationen. Seine persönliche Leidenschaft gilt Verständnis- und Entscheidungsprozessen, um zu ergründen, wie technologische und gesellschaftliche Entwicklungen ineinandergreifen, daraus neue Branchen entstehen und der Zeitgeist beeinflusst wird. Zurzeit interessiert ihn vor allem der Paradigmenwechsel, den die Dynamisierung von Organisationen, Applikationsplattformen und Endgeräten gerade einleitet. Gerd Stangneth leitet das Team Project Innovation bei Capgemini Consulting. Er unterstützt seine Kunden dabei Ihr Geschäft als Erste durch ganzheitliche Integration der neuen Technologien zu transformieren.

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