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Was Cloud-Studien untersuchen: Vom Stromsparen bis zur Gründungswelle

Kategorie: Trend-Anatomie

Im Moment werden so viele Studien zum Cloud Computing veröffentlicht wie nie zuvor: 2009 erschienen 0,5 pro Monat, in diesem Jahr sind es bereits 3,3, das entspricht fast siebenmal so vielen Umfragen wie zwei Jahre zuvor.Ist der Informationsbedarf in diesem Bereich tatsächlich so hoch? Und mit welchen Themen beschäftigen sich all diese Studien?

Wir haben insgesamt knapp 50 Analysen zum Thema Cloud ausgewertet, die zwischen Januar 2009 und Juni 2011 veröffentlicht wurden (die vollständige Liste finden Sie hier). Bei 28 davon wurde die Zielgruppe der Studie genauer eingekreist. Am häufigsten wurde die Meinung von IT-Leitern und CIOs evaluiert (50 Prozent). Obwohl Cloud Computing ein Thema ist, das für Fachabteilungen sehr interessant ist, befragten lediglich 14 Prozent der Umfragen IT- und Fachseite gleichzeitig. Cloud wird demnach hauptsächlich unter technologischen Gesichtspunkten betrachtet und der Aspekt, dass Fachabteilungen über die Wolke relativ unabhängig von der IT-Abteilung Services einkaufen können, wurde in den bisherigen Umfragen weitgehend vernachlässigt.
© Capgemini
Welche Perspektiven Cloud-Anbieter sehen, evaluierten 18 Prozent der Studien. Obwohl Endanwender in Deutschland inzwischen einen fast ebenso großen Anteil am Umsatz mit Cloud Services haben wie Unternehmen (1,6 Milliarden im Vergleich zu 1,9 Milliarden im Geschäftskundensegment), wurden Verbraucher in den vergangenen Jahren lediglich zwei Mal zu Cloud Services befragt.

Das Top-Thema: Sicherheit

Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass sich die meisten Studien in den vergangenen beiden Jahren um Sicherheitsaspekte drehten und Endanwender in dieser Hinsicht deutlich weniger Bedenken und natürlich auch Verpflichtungen haben als Unternehmen. Von 31 Studien, denen eindeutig ein einziges Thema zugeordnet werden konnte, drehten sich 11 um die Security. Acht davon beschäftigten sich mit den Sicherheitsauswirkungen auf kleine und mittelständische Unternehmen, lediglich drei von ihnen mit Konsequenzen für Großkonzerne. IT-Sicherheitsexperten wurden allerdings nur in einer dieser 11 Studien befragt. Sie kamen damals (im März 2010) mehr oder weniger zu dem Ergebnis, dass der Betrieb von Anwendungen aus der Cloud noch zu unsicher sei, ihre Meinung entsprach weitgehend den Ansichten der meisten CIOs.

Stromsparen mit der Cloud

Ende 2010 gab es die erste Studie zum Energieverbrauch und Cloud Computing. Eine von Microsoft beauftragte und von Accenture und WSP Environment & Energy durchgeführte Analyse belegte, dass das Energiesparpotenzial durch eine Verlagerung von IT-Anwendungen in die Cloud enorm ist. Im Vergleich zum klassischen On-Premise-Modell spricht die Studie von Einsparungen von mindestens 30 Prozent.

Der Markt – Prognosen steigen permanent

2009 schätzte TechConsult die Umsätze am deutschen Geschäftskundenmarkt auf rund 285 Millionen und prognostizierte, dass sie bis 2011 auf über 560 Millionen Euro im Jahr steigen.

Diese Zahlen werden allerdings bereits weit übertroffen – laut der Experton Group entfallen heute 1,9 Milliarden Umsatz auf den Geschäftskundenbereich, die Wachstumsraten liegen in diesem Segment aktuell bei 70 Prozent. Bis 2015 sollen sich die Umsätze mit Cloud Services im Business-Sektor laut Experton auf 8,2 Milliarden Euro vervierfachen.

2010 erste Studie zu makroökonomischen Auswirkungen

Das Londoner Centre for Economics and Business Research (Cebr) veröffentlichte Ende 2010 im Auftrag von EMC eine Studie der ganz anderen Art. Die für fünf große EU-Länder erstellte Analyse zeigt, dass Cloud Computing nicht nur aus der Mikroperspektive von Unternehmen ein wichtiges Thema ist, sondern auch in makroökonomischer Hinsicht. Die Auslagerung von IT-Dienstleistungen ins Netz würde der deutschen Volkswirtschaft demnach bis zum Jahr 2015 jährlich Vorteile im Wert von 49,6 Milliarden Euro bringen. Dazu gehören unter anderem Kosteneinsparungen und die Entwicklung neuer Geschäftsmöglichkeiten.

Die Cebr-Forscher prognostizieren, dass aufgrund von Cloud Computing bis 2015 allein in Deutschland 39.000 neue Unternehmen gegründet werden. Außerdem sagt die Studie voraus, dass die Einführung von Cloud Computing in Deutschland in diesem Zeitraum 789.000 Arbeitsplätze schaffen wird.




Bildnachweis Foto: iStockphoto | © Thinkstock
Bildnachweis Grafik: © 2011 Capgemini

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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