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Bring Your Own Device: Fragen über Fragen

Kategorie: Trends des Monats

iStockphoto | © ThinkstockIn letzter Zeit werde ich immer häufiger in Diskussionen rund um die Nutzung von privaten Endgeräten am Arbeitsplatz verwickelt. Kürzlich beschäftigte sich selbst die New York Times mit dem Thema. Das Phänomen, bekannt unter dem Namen „Bring Your Own Device (BYOD)“, wirft eine Menge Fragen auf und viele davon haben mit der eigentlichen IT-Service-Delivery recht wenig zu tun. Grund genug einmal zusammenzutragen, womit sich IT-Abteilungen möglicherweise noch auseinandersetzen müssen, falls das Unternehmen BYOD in Erwägung zieht.

 

Intelligent Workplace, © 2012 Capgemini

Intelligent Workplace, © 2012 Capgemini
 

Sicherheit – ein heikles Thema

Wie immer man die Sache angeht – ob man allen oder wenigen Mitarbeitern erlaubt mit eigener Hardware zu arbeiten und ob man alle Endgeräte zulässt oder die Auswahl beschränkt – die Sicherheitsrisiken steigen beim BYOD. Erstens muss man davon ausgehen, dass die Geräte auch zum privaten Surfen im Internet oder von anderen Familienmitgliedern genutzt werden und damit möglicherweise einem höheren Risiko von Virus- und Botnet-Angriffen ausgesetzt sind. Außerdem haben unternehmensfremde Personen Zugriff auf das Gerät, das eventuell vertrauliche Daten speichert. Deshalb rate ich auf jeden Fall dafür zu sorgen, dass private und Unternehmensdaten voneinander getrennt werden. Außerdem kann man die Risiken mindern, wenn die Verhaltensrichtlinien der Mitarbeiter angepasst und die Möglichkeit eingebaut wird, infizierte Festplatten oder Images aus der Ferne zu löschen.

Steuerliche und rechtliche Konsequenzen klären

Wenn man sich mit BYOD auseinandersetzt, kommt ziemlich schnell die Frage auf, wer welche IT-Leistung bezahlen soll, und zwar nicht nur das Gerät und den Support, sondern beispielsweise auch die Internetanbindung zu Hause. Außerdem muss man definieren, für welche Teile des Gerätes und der Software der Mitarbeiter verantwortlich ist und was die IT-Abteilung übernimmt, um zu klären, wer für die Sicherheit der Daten geradesteht, bei Missbrauch haftet und das Gerät bei Beschädigung ersetzt. Da derartige Entscheidungen häufig steuerliche und rechtliche Konsequenzen haben, sollte sich der CIO erst einmal mit der Personalabteilung, der Rechtsabteilung und der Buchhaltung zusammensetzen.

Lizenzmanagement und Einkauf: Verträge prüfen

Auch für den Bereich Lizenzmanagement kann BYOD Konsequenzen haben. Die erste Frage lautet meistens, wie Services intern beziehungsweise mit dem Softwarehersteller abgerechnet werden sollen, pro Gerät, pro Anwender oder pro virtualisierter Instanz? Wenn man den Mitarbeitern die Auswahl des Endgerätes überlässt, muss man eventuell auch die Einkaufskonditionen für die Hardware prüfen. Möglicherweise verliert man Mengenrabatte, kann Mindestabnahmemengen nicht mehr einhalten oder verstößt gegen Exklusiv-Verträge.

Wer leistet den Support?

Wenn man den Hardware-Support durch einen Vertrag mit dem Hersteller absichert, vermeidet man Streitigkeiten darüber, ob der Schaden bei der privaten oder geschäftlichen Nutzung aufgetreten ist. Darüber hinaus muss man klären, in welchen Fällen das Help-Desk in Anspruch genommen werden kann und diese Thematik im Vorfeld mit den Fachabteilungen diskutieren. Denn weniger Unterstützung durch das Help-Desk könnte die Effizienz der Mitarbeiter negativ beeinflussen.



Bildnachweis Foto: iStockphoto | © Thinkstock
Bildnachweis Grafik: © 2012 Capgemini

Über den Autor

Norbert Jachmann
Norbert Jachmann
Als Spezialist für Lieferkonzepte von IT-Infrastruktur-Leistungen beschäftigt sich Norbert Jachmann viel mit den Anforderungen, die die Einbindung von Dienstleistern mit global verteilten Lieferkapazitäten und Multisourcing-Strategien an IT-Mitarbeiter im Unternehmen stellen. Daneben verfolgt er die aktuellen Entwicklungen im Cloud Computing und zum Thema „Bring your own device”. Ursprünglich studierte Norbert Jachmann konstruktiven Ingenieurbau und arbeitete zwei Jahrzehnte bei Hochtief. Dort entdeckte er sein Faible für Informationstechnologie und entwickelte und vertrieb CAD-Software. Heute verantwortet Norbert Jachmann bei den Capgemini Infrastructure Services das Demand Management für Zentral-Europa.

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