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I brought my own device …

Kategorie: Trends des Monats

iStockphoto | © ThinkstockVor knapp drei Wochen bekam ich folgendes zu hören: „Damit eins klar ist, mit dem Mac kannst du hier nur fürs iOS entwickeln, aber nicht den täglichen Büro-Kram abwickeln. Wir haben ein Windows-Netzwerk und außerdem unterstützt unser IT-Support die Dinger nicht.“

Rund zwei Stunden später hatte ich den Firmen-Laptop, eine Windows-Maschine, endgültig in der Schublade versenkt. Auf dem Tisch stand anstatt dessen mein neues MacBook Pro. Was in diesen zwei Stunden passierte und wie ich den neuen Mac in unsere Unternehmensumgebung integrierte, will ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

Dienstagabend, 20:00 Uhr

Auf dem Tisch steht ein MacBook Pro 15” mit großzügigen 8 GB RAM für virtuelle Maschinen. Die einzige vernünftige Alternative, wenn man iPad & iPhone Apps mit der Sybase Unwired Platform entwickeln, testen und demonstrieren will. Die Hürde eine IP-Adresse für das Intranet zu bekommen, hatte ich schon genommen (wie, das muss ich Ihnen leider vorenthalten), jetzt musste ich das Gerät noch selbst installieren.

Nach dem Einschalten erscheint die Multimedia-Begrüßung, das Nutzerfoto wird automatisch fotografiert und dann die Frage nach meiner E-Mail-Adresse und dem Windows-Password für den Exchange-Account. Gut gemachter Installationsprozess, Respekt – denke ich mir. Da muss man den IT-Support wirklich nicht mehr belästigen. Die Routine teilt mir noch mit, dass über den Exchange-Account auch Kalender und Adressen mitgeliefert werden und verbindet sich dann mit dem Server.

Das wars auch schon.

Der Mail-Account läuft und die Adressen werden sauber vorgeschlagen, wenn ich tippe. Adressbuch und Kalender sehen auch gut aus. Was ich nicht eingegeben habe, sind solche Nichtigkeiten wie die Adresse des IMAP-Servers. Das hat sich die Maschine anscheinend selbst rausgesucht.

Ich weiß, ich weiß, der Mac war ja eigentlich nur für die Entwicklung gedacht und nicht für die Büro-Arbeit. Aber Mail, Adressbuch und Kalender haben sich ganz von selbst eingerichtet, ich habe bloß ein paar Fragen beantwortet, sonst nichts, ehrlich. Während ich noch mit meinem schlechten Gewissen kämpfe, macht sich schon der nächste verführerische Gedanke in meinem Gehirn breit: Wenn die Einrichtung von Mail, Adressbuch und Kalender so einfach sind, könnte ich auch schnell im Elektrokaufhaus um die Ecke eine Office-CD holen, nur mal zum ausprobieren. Der Mac lädt sowieso gerade die Xcode-Entwicklungsumgebung, das dauert erst mal.

Also ab ins Kaufhaus und mit brandneuer Office for Mac-CD wieder an den Schreibtisch. Die Installation dauert vier Minuten. Wenn nur die Lizenzschlüssel kürzer wären, fluche ich leise. Anschließend gebe ich am Windows-PC das Home-Laufwerk für meinen Nutzer im Netzwerk frei, öffne die von Windows definierte Adresse auf dem Mac und gebe den Befehl zum Kopieren: „Estimated Time: 7 hours” sagt mein Mac. Das verkürze ich mit zwei altmodischen aber schnellen LAN-Kabeln auf 1,5 Stunden. Anschließend installiere ich noch die üblichen Verdächtigen, während die Daten transferiert werden: Skype, WebEx, SAP Gui, Image Tricks Lite statt MS Paint. Und dann wage ich es einfach: Ich schließe die nüchterne schwarze Box, die mal mein Arbeitsrechner war, im Schreibtisch ein.

Mittwoch, 07:45 Uhr, LH 846 auf dem Weg nach Helsinki

Ich habe alles dabei, aber nur drei Kilogramm Technik im Gepäck. Bis jetzt habe ich das Experiment mit meinem eigenen Mac-Laptop noch nicht bereut. Und nun? Was habe ich davon, neben vielen Gesprächen mit neugierigen Kollegen, beeindruckten Kunden und einem eindeutig besseren Bildschirm?

Ich weiß auf jeden Fall, dass die Netzwerkintegration extrem einfach war und ich dafür auch so gut wie keine Hilfe vom IT-Support brauchte. Das hätte ich nicht gedacht. Bislang kann ich persönlich die Aussagen von Forrester zum Thema „Der Mac als Arbeitsplatzrechner“ nur unterstützen. Haben Sie auch schon Erfahrungen mit Bring your own device gemacht?



Bildnachweis: iStockphoto | © Thinkstock

Über den Autor

Gerd Stangneth
Gerd Stangneth
Gerd Stangneth ist Experte für Innovationen. Seine persönliche Leidenschaft gilt Verständnis- und Entscheidungsprozessen, um zu ergründen, wie technologische und gesellschaftliche Entwicklungen ineinandergreifen, daraus neue Branchen entstehen und der Zeitgeist beeinflusst wird. Zurzeit interessiert ihn vor allem der Paradigmenwechsel, den die Dynamisierung von Organisationen, Applikationsplattformen und Endgeräten gerade einleitet. Gerd Stangneth leitet das Team Project Innovation bei Capgemini Consulting. Er unterstützt seine Kunden dabei Ihr Geschäft als Erste durch ganzheitliche Integration der neuen Technologien zu transformieren.

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