IT-Trends-Blog

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Könnten Cloud Services zu maßgeschneiderten Softwarelösungen von der Stange führen?

Kategorie: Trends am Horizont

iStockphoto | © ThinkstockZum zehnjährigen Jubiläum des CIO-Magazins wurde eine interessante Diskussion angestoßen, nämlich wie die IT wohl in zehn Jahren aussehen wird. Mit fiel dabei sofort das Dilemma vieler Unternehmen ein, ob sie ihre geschäftskritischen und strategisch bedeutenden Geschäftsprozesse mit Standard-, Best-of-Breed- oder Individual-Lösungen unterstützen sollen. Obwohl die Integration in die Anwendungslandschaft und die Vernetzung der einzelnen Applikationen inzwischen leichter geworden ist, hat jede Variante ihre Vor- und Nachteile. Man bekommt nie genau das, was man braucht, ohne einen entsprechend hohen Preis dafür zu zahlen.

Könnten Cloud Services daran etwas ändern? Wie würde sich der Softwaremarkt entwickeln, wenn Unternehmen massiv Anwendungen als Services aus der Wolke nutzen würden? Fest steht, dass in diesem Fall neue Anbieter auf den Markt drängen werden. Die haben meistens Innovationen im Gepäck und sorgen für Bewegung. Denken Sie nur an den iPhone-Effekt: Bis Apple sein erstes Mobilfunkgerät auf den Markt brachte, ging die Entwicklung von Smartphones relativ schleppend voran. Seitdem ist die Innovationsrate für Hard- und Software in diesem Bereich stark gestiegen. Deshalb nehme ich an, dass die Bereitstellung und Nutzung von Cloud Services nicht linear, sondern eher exponentiell steigen wird, sobald die Anlaufschwierigkeiten überwunden sind.

 


Individuelle Software von der Stange - geht das? (c) Capgemini 2011

Neue Service-Anbieter sorgen für Bewegung

Angenommen die Entwicklung geht in diese Richtung und irgendwann kommt ein großer Teil der Anwendungs-Services aus der Wolke. Das hat zur Folge, dass die Vermarktung von Nischenlösungen einfacher wird: Anbieter können weltweit verkaufen, ohne in jedem Land eine Vertriebsorganisation aufbauen zu müssen. Darüber hinaus erweitern das Deployment-Modell Cloud und der globale Marktplatz den potenziellen Kundenkreis enorm. Dadurch können auch Anbieter von Nischenlösungen so viele Nutzer finden, dass das Geschäft langfristig gesichert ist. Die Folge davon wäre, dass es in Zukunft nicht mehr nur drei, fünf oder zehn Lösungen für eine Branche gibt, sondern vielleicht 50, 75 oder 100. Jedes Angebot wird unterschiedlich zugeschnitten sein und andere Funktionen bieten, so dass ein Unternehmen genau die Anwendung findet, die optimal an seine Bedürfnisse angepasst sind.

Betrieb von vielen verschiedenen Lösungen wird bezahlbar

Ein anderer Aspekt dieses Service-Modells ist, dass selbst der Betrieb von Spezialanwendungen, die nur von einer Handvoll Mitarbeiter in der Organisation genutzt werden, effizient würde. Da die Software vom Anbieter gepflegt und gewartet wird, macht es keinen Unterschied mehr, ob ein Unternehmen fünf oder 50 verschiedene Anwendungen nutzt. Vorausgesetzt natürlich, dass die Datenstrukturen der verschiedenen Anwendungs-Services aufeinander abgestimmt werden, damit alle reibungslos zusammenarbeiten und keine neuen Datensilos entstehen. Darüber hinaus sollten Unternehmen ihre Infrastruktur und die Anbindung an das Internet anpassen oder ausbauen, um die Verfügbarkeit der Services sicherzustellen. Dass diese von Seiten der Anbieter hoch sein muss, versteht sich von selbst.

Maßgeschneidert von der Stange - ein realistisches Szenario?

All das könnte dazu führen, dass Cloud Services das Angebot an vorkonfektionierter Software so stark erweitern, dass schließlich fast jedes Unternehmen eine Lösung findet, die für seine Zwecke maßgeschneidert ist, obwohl sie „von der Stange“ kommt. Voraussetzung ist natürlich, dass die Sicherheitsprobleme gelöst sind und es übergreifende Standards für den Betrieb von Cloud Services gibt, damit die einzelnen Komponenten in die eigene Anwendungslandschaft oder -plattform integriert werden können. Was denken Sie? Halten Sie so eine Entwicklung für realistisch oder doch für eher abwegig?

PS: Die Infografik können Sie gerne verwenden, wenn Sie "Quelle: http://www.de.capgemini.com/it-trends-blog" angeben.


Bildnachweis Foto: iStockphoto | © Thinkstock
Bildnachweis Grafik: © 2012 Capgemini

Über den Autor

Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff ist Corporate Vice President und Chief Technology Officer für Capgemini Deutschland und Teil des Capgemini CTO Network Teams. Sein Fokus ist die Digitale Transformation.

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