IT-Trends-Blog

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Mist, ich habe mein iPhone im Taxi vergessen…

Kategorie: Trends des Monats

Ist Ihnen das auch schon einmal so ergangen? Die Chance, dass ein Smartphone verloren geht, ist höher als man im Allgemeinen annimmt. Im November 2009 meldete die Taxivereinigung in London, dass Fahrgäste im Monat durchschnittlich 10.000 Handys liegen lassen würden, am schlimmsten wäre es um die Weihnachtszeit und diese steht uns gerade wieder bevor.

© John Winston / Photodisc / Thinkstock

© John Winston / Photodisc / Thinkstock

Viele CIOs blockieren gerade deswegen die Einführung von Smartphones, aber auch weil die Nutzung privater Services wie Facebook, Twitter oder iTunes zu viele Fragen aufwirft. Sie verhindern somit den Einstieg in das „Social Business“ und in das Zeitalter der „Mobility“.

Fest steht, dass mobile Kommunikationsmittel wie das iPad, iPhone oder auch der Blackberry und die Durchdringung von Social Media zunehmend Auswirkungen auf die Arbeitswelt haben. Moderne Mitarbeiter sollen permanent online und ständig erreichbar sein, was zwangsläufig dazu führt, dass sich das private und das berufliche Leben immer mehr vermischen. Viele Menschen nutzen ihr dienstliches Smartphone auch privat: schnell auf einer Party ein paar Bilder machen, auf der Zugfahrt mal eben sein Facebook-Profil aktualisieren oder bei Twitter posten, was man gerade tut. .

Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Vermischung von Privat- und Berufsleben? Möchten Sie ständig mit zwei Laptops oder zwei Smartphones herumlaufen? Wohl kaum! Bring your own device (BYOD) ist eine „Lösung“, die sich in dieser Situation wie von alleine entwickelt. Leider macht aber genau dieser Trend das Ganze nur noch schlimmer. Der unkontrollierte Einsatz privater Smartphones, iPads und vergleichbarer Geräte führt zwangsläufig zu einer Schatten-IT, die nicht gewollt sein kann.

Und jetzt? Der Ausweg aus dem Dilemma ist einfacher als man denkt: Device Management und Policies, um den Einsatz privater Geräte zu kontrollieren! Es ist technisch recht einfach möglich, verloren gegangene Geräte per Fernsteuerung zu löschen. Jetzt werden viele aufschreien und das Argument bringen, dass sich der Arbeitgeber strafbar macht, wenn er per Fernsteuerung nicht nur dienstliche, sondern auch private Daten des Mitarbeiters löscht (siehe §303a StGB). Was also tun? Eindeutige Policies schaffen, in denen der Mitarbeiter dem Arbeitgeber gestattet, im Notfall auch private Daten löschen zu dürfen. Und by the way: wenn das Gerät ohnehin schon verloren gegangen ist, bin ich nicht sogar froh, wenn auch meine privaten Daten gelöscht werden?

Fazit: Je länger man wartet, desto verworrener wird die Lage. Denn fehlendes Device Management und Policies, somit auch fehlendes Commitment sowohl des Arbeitgebers als auch der Mitarbeiter, führen zu Wildwuchs, der immer schwerer zu kontrollieren ist. Der Mitarbeiter nutzt sein Dienstgerät einfach privat oder findet gar einen Weg, wie er sein eigenes Endgerät für die Arbeit nutzen kann. Deshalb sollten CIOs selbst die Initiative ergreifen und die Einführung von Smartphones gezielt steuern.

Eindeutige Policies helfen im Übrigen nicht nur bei der Einführung von Smartphones. In meinem nächsten Blogbeitrag werde ich versuchen, die arbeitsrechtlichen Auswirkungen von Social Media im Unternehmen zu untersuchen.

Über den Autor

Michael Ruckel
Michael Ruckel
Michael Ruckel untersucht als Experte für Social Media die Herausforderungen der neuen Medien für Mitarbeiter und Manager von Unternehmen. Sein persönliches Interesse ist, die „Zusammenarbeitsbedingungen“ innerhalb und zwischen Unternehmen durch die Verknüpfung von Technologien und Organisationen mit Social Media-Konzepten auf eine neue Ebene zu heben. Bei Capgemini Consulting arbeitete Michael Ruckel bis Ende 2012 als Senior Consultant im Team Project Innovation und halft seinen Kunden diese neuen technologischen und sozialen Entwicklungen als Erste zu verstehen und für sich zu nutzen.

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