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Dauerbaustelle Anwendungslandschaft: Was den ganz großen Erfolg verhindert

Kategorie: Trends des Monats

Kostengünstige und agile Anwendungslandschaften liegen schon länger im Trend. Das heißt, dass so gut wie jedes Unternehmen eine braucht und dementsprechend viele daran arbeiten. Wenn Sie in einem größeren Unternehmen beschäftigt sind, wird Ihnen die Situation bekannt vorkommen: Sie arbeiten bereits seit Jahren an der Konsolidierung und Harmonisierung, aber es kommt immer wieder irgendetwas dazwischen, das den ganz großen Erfolg verhindert. Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass es vor allem an den folgenden vier Punkten liegt:

Hürde Nummer 1: Die Projekte sind zu groß und werden immer größer

Am häufigsten scheitern Projekte daran, dass sie zu groß dimensioniert werden. Es wird versucht, alle Probleme auf einmal zu lösen, so dass man sich am Ende verzettelt. Es kommen immer neue Punkte auf die Agenda, ohne dass Teilvorhaben abgeschlossen werden. Wenn das Projekt zu komplex wird, ist die Berechnung des Business Cases häufig nicht mehr möglich. Damit fehlt dann die Grundlage für die Budgetfreigabe.

Hürde Nummer 2: zu viel Analyse

Wir Deutschen sind immer sehr genau, was auf jeden Fall ein großer Vorteil ist. Manchmal kann es allerdings auch zum Nachteil werden, wenn man versucht, im Vorfeld die gesamte Anwendungslandschaft im Detail zu analysieren. Das paralysiert eher und kostet außerdem zu viel Zeit. Da sich die meisten Details bis zum Projektstart häufig sowieso schon wieder verändert haben, reicht für den Start vielleicht auch erst einmal ein guter Überblick.

Hürde Nummer 3: endlose Diskussionen über die richtige Plattform

Darüber hinaus kommt es oft zu Diskussionen über die richtige Technologie-Plattform. Das endet meistens in einer Sackgasse, vor allem wenn aus IT-Sicht argumentiert wird. Jede Plattform hat Vor- und Nachteile und welche am besten geeignet ist, hängt davon ab, was man von ihr verlangt. Außerdem sollte man nicht nur technische Kriterien, sondern auch Kosten, Flexibilität und Zukunftsfähigkeit bedenken und natürlich auch, was am besten in die vorhandene IT-Landschaft passt.

Hürde Nummer 4: Der Anwender bleibt auf der Strecke

Die letzte große Hürde auf dem Weg zum Erfolg ist das Change Management am Ende des Projektes. Bei manchen Projekten werden die Anwender mit viel zu vielen Änderungen überhäuft und sperren sich irgendwann dagegen. Um dem entgegenzuwirken, kann man schon beim Aufsetzen des Projektes evaluieren, wie hoch der Änderungsbedarf und die -bereitschaft sind und das Vorhaben entsprechend anpassen.

Erkennen Sie einige dieser Punkte wieder? Ich bin inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass man nicht alle Veränderungen auf einmal planen sollte, sondern lieber in definierten Schritten vorgeht, die jeweils einen Wertbeitrag für das Geschäft bringen. Durch diese Teilerfolge bleibt das Team motiviert und das Vorhaben ist weniger komplex. Außerdem glaube ich, dass Veränderungen heute so schnell vonstatten gehen, dass ich mich darauf einstellen sollte, niemals fertig zu werden. Dieses „Dauerprojekt Veränderung“ plane ich aber gut, um weniger böse Überraschungen zu erleben. Was ist Ihre Strategie?

Über den Autor

Alfred Aue
Alfred Aue
Dr. Alfred Aue beschäftigt sich mit dem Lebenszyklus von Anwendungen und wie man ihn optimal gestaltet. Dabei interessiert ihn vor allem, wie man nicht nur die Kosten senkt, sondern vor allem den geschäftlichen Mehrwert erhöht. Bei Capgemini ist Alfred Aue Head of Sales der Application Lifecycle Service in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine Arbeit basiert auf langjähriger Erfahrung, unter anderem bei Siemens Nixdorf, debis Systemhaus und T-Systems.

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