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Yammern bringt nichts, oder doch?

Kategorie: Trends des Monats

iStockphoto | © ThinkstockNiemand braucht „noch eine“ Kommunikationsplattform, um die er oder sie sich kümmern muss. Die meisten haben schon genug mit ihren E-Mails zu tun, bei manchen kommen dann noch Twitter, Google Plus und Facebook dazu. Was soll internes Microblogging dann noch bringen? Wenn Sie sich das auch schon immer gefragt haben, finden Sie hier vielleicht ein paar Antworten.

Capgemini nutzt seit etwas mehr als drei Jahren Yammer. Es begann alles eher zufällig, als im September 2008 einige Capgemini-Berater aus den Niederlanden beschlossen, ein firmeneigenes Yammer-Netzwerk zu gründen. Sie hatten bereits positive Erfahrungen mit unternehmensinternem Microblogging gesammelt und wollten den möglichen Nutzen erkunden. Dabei vermuteten sie vor allem Potenzial, Wissen mit anderen Mitarbeitern zu teilen, die Mitarbeiter besser untereinander zu vernetzen, mehr Transparenz herzustellen sowie die firmenweite Suche nach Informationen zu vereinfachen.

Das „Mitmachen“ bei Yammer war freiwillig und zunächst wuchs die Nutzerzahl eher langsam. Bis zum Februar 2009 wurden „nur“ 300 Capgemini Yammer-Konten gezählt. Danach ging es allerdings rasant aufwärts: Am 27. März 2010 gab es 6.395 Mitglieder und am 5. August 2010 waren es bereits 10.000. Damit nutzten ca. 10 Prozent aller Mitarbeiter Yammer. Gegen Ende des Jahres 2011 gehörte Capgeminis Yammer mit mehr als 35.000 Mitgliedern und täglich über 1.000 Nachrichten zu einem der weltweit größten Netzwerke von Yammer.

Mit steigender Nutzerzahl wurde schnell die Notwendigkeit von Regeln für den Umgang mit der Plattform deutlich. Dabei galt es, die Balance zu halten zwischen dem Wunsch, die Mitarbeiter möglichst frei kommunizieren und interagieren zu lassen, und die Sicherheit vertraulicher Daten zu gewährleisten. Zentral gilt die folgende Leitlinie, die im Juni 2009 durch den Group CIO erlassen wurde:

„Yammer is NOT a corporate tool. It is not administered, and so the access is not controlled. We have then to consider this space as some kind of grey zone, between public internet and intranet. But from a security point of view, if it is grey, I am afraid it is black. So we cannot consider Yammer is a safe place to store, exchange any confidential information. Confidential meaning either information that Capgemini might wish to keep internal such as client names, opportunity names, intellectual property, or information which is confidential because belonging to the client.“

Die steigenden Nutzerzahlen von Yammer zeigen, dass dieses Microbologging-Tool etwas bietet, was andere Kommunikationskanäle wie E-Mail oder Telefon nicht leisten. In einer im Jahr 2010 durchgeführten Studie zeigte sich, dass Yammer bei Capgemini im Wesentlichen verwendet wird, um vier verschiedene Arten der Kommunikation innerhalb des Unternehmens zu unterstützen:

  • Problemlösung und Unterstützung
  • Diskussionen
  • Updates und Benachrichtigungen
  • Austausch von arbeitsrelevanten Informationen
© 2012 Capgemini

Nutzung von Yammer bei Capgemini; © 2012 Capgemini

Interaktive Kommunikation (Diskussionen, Meinungen) stellt also einen wichtigen Teil des Austauschs auf der Plattform dar. Die Gespräche tragen einerseits dazu bei, die Verbundenheit der Mitarbeiter zu erhöhen und persönliche Beziehungen aufrecht zu erhalten. Auf der anderen Seite profitieren ggf. weitere Mitarbeiter zufällig und ohne direkte Nachfrage von wertvollen Informationen, die durch andere Mitarbeiter geteilt werden. Auch wenn der Anteil der regelmäßigen Autoren verglichen mit der Gesamtmitgliederzahl eher gering ist, kann vermutet werden, dass zahlreiche Nutzer von Zeit zu Zeit zumindest lesend dabei sind.

Darüber hinaus wird Yammer häufig genutzt, um Lösungen für Probleme zu finden und Support-Anfragen zu stellen. Da Capgemini sehr groß und weltweit vertreten ist, kann es für Berater schwierig sein, für ihre Arbeit Experten mit spezifischen Kompetenzen oder Wissen zu finden. Über Yammer kann das implizit im Unternehmen vorhandene Wissen verbreitet bzw. ein kompetenter Ansprechpartner gefunden werden.

Im Rahmen der vorgegebenen Grenzen fanden die Nutzer außerdem zahlreiche Möglichkeiten (ggf. über einen Link ins Intranet), um das eigene soziale Netzwerk über den Status oder Ereignisse und Veranstaltungen zu informieren. Die so geschaffene Awareness stellte sich dabei schon oftmals als wichtiger Erfolgsfaktor für die Mitarbeiter heraus.

Auch wenn sich die Capgemini-Kollegen im weltweiten Yammer-Netzwerk vorwiegend auf Englisch austauschen, wurden bewusst auch einige regionale Gruppen gegründet -- nicht zuletzt, um die Hürden für eine Beteiligung so weit wie möglich zu senken. Die deutschsprachige Gruppe zählt mittlerweile mehr als 800 Mitglieder, die sich projektübergreifend zu vielen Themen mit regionalem Fokus austauschen.

Neben der beeindruckenden Zunahme der Nutzerzahlen zeigen auch viele Stellungnahmen von Capgemini-Mitarbeitern auf der Plattform, dass sie für sich einen hohen persönlichen Nutzen wahrnehmen.

„I have been working for Capgemini for 32 years, but I can honestly say that the last years have done more for me in company-binding than the years before. This social media has made me part of a global organisation that was never before possible. And I have spent my time in global teams before.“

 

Glue and sticking together - a story by Capgemini on Yammer

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Bildnachweis Foto: iStockphoto | © Thinkstock
Bildnachweis Grafik: © 2012 Capgemini
Bildnachweis Video: © 2012 Capgemini

 

Über den Autor

Sebastian Schäfer
Sebastian Schäfer
Dr. Sebastian Schäfer ist seit mehreren Jahren den Trends von vernetzten Anwendungen für Kommunikation, Zusammenarbeit und Informationsverteilung auf der Spur. Dabei interessiert ihn besonders, welche Möglichkeiten sie für die interne Kommunikation bieten und wie sie die Unternehmenskultur beeinflussen. Bei Capgemini kümmert er sich um Yammer und berät Kunden zum Business Information Management.

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