IT-Trends-Blog

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Schlecht vorbereitet auf die Cloud

Kategorie: Trends des Monats

iStockphoto | © ThinkstockTrotz aller Sicherheitsprobleme und -bedenken haben Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den vergangenen 12 Monaten angefangen Cloud Services zu nutzen. Inzwischen kommt ein beachtlicher Anteil der IT-Services aus der Wolke, nämlich je nach Bereich um die 25 Prozent. Laut unzähliger Prognosen soll er in den kommenden Jahren weiter steigen, der Nachwuchs für die Betreuung der Lösungen wird es allerdings schwer haben.

Bei einer Befragung von Studenten, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Professoren verschiedener Universitäten aus den Studiengängen Informatik, Wirtschaftsinformatik und Elektrotechnik stellte sich heraus, dass alle drei Gruppen in Sachen Cloud relativ ahnungslos sind: Die meisten haben zwar schon mal etwas davon gehört, mit der praktischen Erfahrung ist es aber nicht weit her. Eigene Cloud-Lösungen entwickeln weniger als 14 Prozent der Professoren. Unter den Studenten sind es nur 3 Prozent. Und selbst mit Services wie Dropbox oder Evernote beschränkt sich die praktische Erfahrung auf 30 bis 40 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter und Professoren und immerhin fast 56 Prozent der Studenten.

Cloud Kenntnisse | © Copyright Capgemini

Cloud Kenntnisse | © 2012 Capgemini

Gleichzeitig sehen Universitätsmitarbeiter und Studenten die Zukunft der Unternehmens-IT in der Cloud: Im Jahr 2022 kommen ihrer Meinung nach die meisten Services aus der Wolke oder von Drittanbietern und die interne IT-Abteilung ist nur noch dafür da, die Plattform bereitzustellen, die Anforderungen zu definieren und die Services zu integrieren. Ergo müssten sich Universitäten schleunigst darum bemühen, ihre Lehrpläne zu überarbeiten und die Studenten auf die zukünftige Unternehmens-IT vorzubereiten. Wenn das Know-how in den eigenen Reihen fehlt, könnten Partnerschaften mit der Wirtschaft helfen.

Die können auch dazu beitragen, die tatsächlichen Anforderungen der CIOs besser zu verstehen. IT-Verantwortliche sehen die Zukunft der IT-Abteilung nämlich ganz woanders. Sie glauben – zumindest im Moment – nicht daran, dass in 10 Jahren alle Services aus der Wolke bezogen werden, unter anderem deshalb, weil sie die Sicherheitsproblematik kennen. CIOs sind eher der Meinung, dass es zwei IT-Abteilungen geben wird, eine für die Technik und eine, die sich um Geschäftsprozesse kümmert.

Wir werden sehen, wer schließlich Recht behalten wird. Das Beispiel zeigt aber, dass die von uns befragten Universitäten noch keine Konsequenzen für die Lehre gezogen haben, obwohl sie die Cloud als Zukunftstechnologie wahrnehmen. Den Schaden haben letztendlich die Studenten, die schlecht vorbereitet in ihren ersten Job einsteigen und Unternehmen, die sehr viel in die Ausbildung der Hochschulabgänger investieren müssen, um sie auf den neusten Stand der Technik zu bringen.

Zukunft der IT-Abteilung | © Copyright Capgemini

Zukunft der IT-Abteilung | © 2012 Capgemini



Bildnachweis: iStockphoto | © Thinkstock
Bildnachweis: © 2012 Capgemini

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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