IT-Trends-Blog

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Cloud oder nicht Cloud?

Kategorie: Trends des Monats

Bei der Nutzung von Cloud Services sind deutsche Unternehmen nach wie vor konservativ. In diesem Jahr lagern sie im Schnitt 25 Prozent aller Services in die Wolke aus, allerdings in erster Linie in ihre eigene. Public Cloud-Angebote meiden sie weitgehend, vor allem wegen der Sicherheitsbedenken. Hört man solchen Diskussionen um „Public Cloud: ja oder nein“ länger zu, kristallisieren sich zwei diametrale Meinungen heraus: Auf der einen Seite die konservativen IT-Organisationen, die idealerweise alles selbst machen und auf der anderen die Cloud-Befürworter, die so viel wie möglich in die Wolke abgeben. Wer hat Recht?

 

2012 © Copyright Capgemini

2012 © Copyright Capgemini

 

Die Argumente der Konservativen lauten häufig: „Wir tragen die Verantwortung für die IT-Sicherheit und zwar nicht nur für unser Unternehmen, sondern auch für unsere Kunden. Wenn wir sie abgeben, schaffen wir ein nicht kalkulierbares Risiko. Die Kosten zu senken und bei IT-Innovationen immer vorn dabei zu sein ist nicht alles.“ Die Argumente der Cloud-Befürworter sind: „Kein Unternehmen der Welt kann eine Betriebsqualität bieten, die so hoch ist, wie die eines spezialisierten Anbieters. Darüber hinaus ist die Innovationskraft der Internet-Firmen so enorm, da kann kein Anwender-Unternehmen mithalten.“ Beide Seiten klingen stichhaltig und die Standpunkte zunächst unvereinbar. Was soll ein Unternehmen also tun? Solange keine Public Cloud-Services nutzen, bis auch die letzte Sicherheitsfrage geklärt ist? Oder einfach den Anbietern vertrauen?

Ich denke: keins von beiden. Zuerst sollte man der Polarisierung ein Ende machen. Insbesondere dann, wenn Fachabteilung (typischerweise pro Public Cloud) und IT (contra Public Cloud) miteinander diskutieren. Tatsächlich können sich die Konzepte perfekt ergänzen, wenn Fach- und IT-Abteilung zuerst gemeinsam definieren, für welche Services man sehr hohe Sicherheitsstandards benötigt und welche weniger kritisch sind. Das durch die Nutzung von Public Cloud-Services frei werdende Budget kann dazu verwendet werden, den Sicherheitsstandard der Inhouse-IT zu heben, beispielsweise durch:

  • E-Mail-Verschlüsselung und sichere Login-Methoden wie Biometrik, PKI oder SMS-Token - Redundante Anbindung von Standorten ans Internet
  • Einheitliches ID-Management und Authorisation Management (Entitlement)
  • Einheitliche zentrale E-Mail-Archivierung und Document Management in der Cloud anstatt persönlicher Archive der Clients


Als ersten Schritt dazu empfehle ich, klare Rahmenbedingungen durch die Festschreibung der strategischen und praktischen Anforderungen der Fachabteilungen für Sicherheit und Datenschutz zu schaffen. Dies ist dann die fachliche Basis, um zu entscheiden, welche Services in eine Public Cloud ausgelagert werden könnten und dabei beispielsweise das Innovationspotenzial der Anbieter zu nutzen. Auf diese Weise kann das Unternehmen sein Portfolio gezielt und sicher weiterentwickeln und sich neue Wettbewerbsvorteile schaffen. Was halten Sie von so einem differenzierten Cloud-Konzept?



Bildnachweis: © 2012 Capgemini

Über den Autor

Gerd Stangneth
Gerd Stangneth
Gerd Stangneth ist Experte für Innovationen. Seine persönliche Leidenschaft gilt Verständnis- und Entscheidungsprozessen, um zu ergründen, wie technologische und gesellschaftliche Entwicklungen ineinandergreifen, daraus neue Branchen entstehen und der Zeitgeist beeinflusst wird. Zurzeit interessiert ihn vor allem der Paradigmenwechsel, den die Dynamisierung von Organisationen, Applikationsplattformen und Endgeräten gerade einleitet. Gerd Stangneth leitet das Team Project Innovation bei Capgemini Consulting. Er unterstützt seine Kunden dabei Ihr Geschäft als Erste durch ganzheitliche Integration der neuen Technologien zu transformieren.

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