IT-Trends-Blog

IT-Trends-Blog

Opinions expressed on this blog reflect the writer’s views and not the position of the Capgemini Group

Der Siegeszug von BYOD

Kategorie: Trends des Monats

Ende Januar 2010 stellte Steve Jobs das erste Tablet vor. Damals wurde es von professionellen IT-Anwendern und den IT-Organisationen als überflüssiger Schnickschnack bezeichnet, mit dem man auf keinen Fall arbeiten könne. Das stimmt – zumindest in gewisser Hinsicht, denn ein Tablet kann keinen Laptop ersetzen. Dennoch hat das kleine flache Gerät erstaunliches bewirkt. Es hat Consumer-Devices im Unternehmen salonfähig gemacht. Mehr noch: Inzwischen sind laut einer internationalen Studie von BT mehr als vier von fünf IT-Führungskräften der Meinung, dass sich ihr Unternehmen Wettbewerbsvorteile verschafft, wenn es eine Bring-your-own-Device-Richtlinie hat und Mitarbeitern ermöglicht, mit ihrem privaten Tablet, Smartphone oder Laptop auf das Unternehmensnetzwerk zuzugreifen.

iStockphoto / © Thinkstock

iStockphoto / © Thinkstock

Damit hat sich Bring your own Device (BYOD) als Trend etabliert – im Gegensatz zu den kurzlebigen Hypes, von denen es in der IT viele gibt. Unsere eigenen Zahlen im Zusammenhang mit der IT-Trends-Studie deuteten bereits darauf hin: In der Anfang Februar erschienen Studie gaben bereits knapp 29 Prozent der IT-Verantwortlichen in Deutschland, Österreich und der Schweiz an, dass sie innerhalb der kommenden 12 Monate ein Projekt zu diesem Thema aufsetzen oder bereits dabei sind, BYOD im Unternehmen zu ermöglichen. Laut BT-Studie sind es inzwischen – nur drei Monate später – weltweit 80 Prozent, die Mitarbeiter mit dem eigenen Endgerät arbeiten lassen oder es innerhalb der nächsten 24 Monate ermöglichen wollen. Ganz streng genommen kann man die Ergebnisse der beiden Studien wegen der unterschiedlichen Stichproben und Projektplanungshorizonte nicht vergleichen. Dennoch deuten sie darauf hin, dass die Projektquote von BYOD in kurzer Zeit extrem gestiegen ist, laut diesen Zahlen um den Faktor zwei bis drei.

Was macht BYOD zum Trend? Die Anwender, die ihre privaten Endgeräte im Beruf einsetzen, berichten von höherer Effizienz und Produktivität. Von den von BT befragten IT-Führungskräften glauben 64 Prozent ebenfalls, dass BYOD die Produktivität der Mitarbeiter erhöht. 48 Prozent sind der Meinung, dass die Kollegen dadurch flexibler arbeiten und 47 Prozent, dass Mitarbeiter damit einen besseren Kundenservice leisten können. Trotz aller Euphorie haben die IT-Verantwortlichen aber nach wie vor Sicherheitsbedenken: Als größte Schwachstelle gilt das mangelnde Risikobewusstsein der Mitarbeiter und nicht einmal jeder fünfte IT-Leiter (19 Prozent) glaubt, dass jedem die entsprechenden Zugriffs- und Genehmigungsprozesse vertraut sind.

Leider haben die CIOs mit ihren Befürchtungen offenbar Recht, denn etwa ein Drittel (32 Prozent) der befragten Mitarbeiter ist sich keines Risikos bewusst, wenn er sein privates Endgerät beruflich nutzt. Im Unterschied zu anderen neuen Technologien wie beispielsweise der Einführung von Laptops und Smartphones scheint diese Schwachstelle der Realisierung von BYOD aber nicht im Weg zu stehen. Der Grund ist möglicherweise, dass die Kontrollmechanismen für mobile Endgeräte mittlerweile ausgereifter sind und sie sich zum Beispiel per Fernzugriff löschen lassen, falls sie in die falschen Hände geraten. Das scheint IT-Verantwortliche zu beruhigen, sonst hätte sich BYOD nicht so schnell durchsetzen können – trotz aller Vorteile. Oder sind Sie anderer Meinung? Was sind Ihre Erfahrungen?

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet.