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E-Mails rund um die Uhr: Fluch oder Segen?

Kategorie: Trends des Monats

iStockphoto | © ThinkstockViele Jahre haben Hersteller und IT-Organisationen daran gearbeitet, dass Mitarbeiter ihre elektronische Post rund um die Uhr auf dem Smartphone lesen können. Volkswagen hat kurz vor Weihnachten Schluss gemacht mit der totalen E-Mail-Erreichbarkeit. Der Betriebsrat setzte eine Vereinbarung durch, die dafür sorgt, dass Firmen-Blackberrys künftig außerhalb der Gleitzeit keine Nachrichten mehr empfangen. Damit will die Arbeitnehmervertretung die Kollegen vor übermäßigem Stress schützen. Aber ist die Möglichkeit abends E-Mails zu lesen und zu verschicken tatsächlich so belastend?

Der iPass Mobile Workforce Report untersucht, wie sich die Arbeitsgewohnheiten im Always-on-Zeitalter verändern und ob und wie sich das auf das Wohlbefinden der Betroffenen auswirkt. Die Zahlen zeigen, dass 46,5 Prozent der Befragten weltweit täglich von zu Hause aus arbeiten, also die Möglichkeit nutzen, jenseits des Büros und abseits der Regelarbeitszeiten etwas zu erledigen. Die meisten (64 Prozent) empfinden das aber nicht als belastend, sondern gaben im Gegenteil an, dass sich die Flexibilität durch mobile IT-Unterstützung positiv auf die Work-Life-Balance auswirkt. Lediglich 19 Prozent fanden es schwieriger Privat- und Berufsleben unter einen Hut zu bringen.

Dementsprechend gab auch die Mehrheit an (50,9 Prozent) durch die zeitliche und räumliche Flexibilität ein wenig oder deutlich entspannter zu sein, während sich 25 Prozent etwas oder signifikant gestresster fühlen. Unterm Strich wirkt sich Always-on laut dieser Studie also für die Mehrheit positiv aus.

©2011 iPass Inc. - The iPass Global Mobile Workforce Report

©2011 iPass Inc. - The iPass Global Mobile Workforce Report

 

©2011 iPass Inc. - The iPass Global Mobile Workforce Report

©2011 iPass Inc. - The iPass Global Mobile Workforce Report

Worin unterscheidet sich die Mehrheit von der Minderheit? Permanente Erreichbarkeit wird dann zum Fluch, wenn erwartet wird, dass man 16 Stunden am Tag durchgängig online ist. Wenn Mobilität aber dazu genutzt wird, einen Teil der Arbeitszeit besser an das persönliche Umfeld anzupassen, ist sie ein Segen. Dann kann man sich beispielsweise nach der Kernarbeitszeit im Büro erst einmal mit seinen Kindern beschäftigen, um später am Abend noch einige E-Mails zu bearbeiten. Wo und wann die Menschen arbeiten, ob zu Hause oder im Büro, früh morgens oder spät abends, hat demnach nichts mit der empfundenen Belastung zu tun. Sie hängt eher vom Arbeitsaufkommen insgesamt und von der Erwartungshaltung des Unternehmens ab.

Die Studie hält noch ein weiteres interessantes Ergebnis parat: Die Anzahl der Menschen, die das Smartphone zwischendurch abschalten, stieg zwischen 2010 und 2011 um rund 20 Prozentpunkte auf 67,5 Prozent. Der am häufigsten genannte Grund war, Zeit mit der Familie zu verbringen, auf den Plätzen zwei und drei folgten Theater- oder Kinobesuche und das Abendessen zu Hause. iPass kommt aufgrund der Zahlen zu dem Schluss, dass die Menschen jetzt bewusster mit der Erreichbarkeit umgehen. Sie lernen, wann sie am effektivsten arbeiten, setzen mehr Grenzen und sind als Ergebnis produktiver und entspannter. Das ist doch auf jeden Fall ein Gewinn, oder?



Bildnachweis Foto: iStockphoto | © Thinkstock
Bildnachweis Grafik: © 2012 Capgemini

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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