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Fit for Mobile – Das Abschlusstraining

Kategorie: Trends des Monats

iStockphoto | © ThinkstockBei der Fußball-EM geht es jetzt um alles oder nichts! Vor den  Finalspielen stellt sich natürlich jeder Trainer und jeder Fan die Frage, ob die Kondition der Spieler ausreicht, der Gegner genügend analysiert wurde und die Strategie für das nächste Spiel die richtige ist. Genau darum geht es auch im Mobility-Abschlusstraining. In dieser letzten Trainingseinheit kümmern wir uns um die Königsdisziplin, nämlich darum, wie man sich mit mobiler IT differenziert. Wer das erreichen will, muss die App-Entwicklung industrialisieren, die Sicherheit systematisch gewährleisten und sämtliche Aktivitäten in einer Gesamtstrategie orchestrieren. Sind Sie bereit? Dann los!

Station 6: App-Fabrik – Wie entwickle und teste ich mobile Anwendungen industrialisiert (oder wie trainiere ich nicht nur mich, sondern die ganze Mannschaft)?

An dieser Trainingsstation geht es um die Realisierung und das Testen mobiler Anwendungen. Im Vergleich zur klassischen Softwareentwicklung und Lebenszyklusverwaltung gibt es dabei einige Besonderheiten: Anders als im Web muss man bei der App-Entwicklung unterschiedliche Plattformen und Zielgeräte berücksichtigen. Das bedeutet zum einen, dass die Mannschaft ein breites Wissen mitbringen und verschiedene Entwicklungsumgebungen und -werkzeuge nutzen muss. Zum anderen sind die Releasezyklen nur bedingt planbar, da neue Android- oder iOS-Versionen teilweise kurzfristig auf den Markt kommen und die eigenen Apps daraufhin angepasst oder zumindest getestet werden müssen.

Wichtig ist auch, dass die App immer auf den populärsten und modernsten Geräten lauffähig ist und tadellos dargestellt wird. Deshalb sollte man Tests mit verschiedenen Geräten, unterschiedlichen Auflösungen und Betriebszuständen (online, offline, während eines Anrufs, et cetera) einplanen.

Die Verteilung der App erfolgt häufig über öffentliche App-Stores, so dass Nutzer über eine Bewertungsfunktion Feedback geben können. Die Bewertungen der eigenen Apps sollte man im Auge behalten und falls notwendig schnell reagieren. Auch ein sogenanntes Crash Monitoring ist in vielen Fällen sinnvoll, um Probleme mit bestimmten Geräten, Betriebssystemen oder App-Versionen schnell und systematisch zu erkennen und zu reagieren, bevor Unzufriedenheit entsteht.

Station 7: Sicherheit – Wie schütze ich mobile Geräte vor unberechtigtem Zugriff (oder wie verteidige ich mich beim Fechten)?

An dieser Station üben wir die Abwehr von Angriffen auf unsere Daten. Denn je mehr Mitarbeiter mobil arbeiten, desto häufiger gelangen Daten von außerhalb des durch Firewalls geschützten Perimeters auf die Geräte. Die Nutzung ein und desselben Gerätes für berufliche und private Zwecke erfordert ein Umdenken im Bereich der Datenabsicherung.

Mögliche Angriffe richten sich gegen das Gerät, das Betriebssystem, die Apps oder die Verbindung zu den Backend-Systemen des Unternehmens. Zur Abwehr dieser Gefahren stehen der Organisation sowohl analytische Verfahren wie Sicherheitstests und Programmcodeanalysen als auch konstruktive Methoden zur Verfügung.

Auf Architekturebene sollte jede App nach bewährten Sicherheitsprinzipien konstruiert werden (Beispiele: Passwortschutz, Datenverschlüsselung, Rooting-Detection). Eine weitere Möglichkeit besteht in der Isolation der entsprechenden Apps in einem besonders geschützten Container – beispielsweise unterstützt SIMKo (Sichere Mobile Kommunikation) in der Version 3 das Android-Betriebssystem. Für die Gerätesicherheit im B2E-Bereich sorgt ein Gerätemanagement, das die Einhaltung einheitlicher Sicherheitsrichtlinien wie Policies, Zertifikate oder Virenscanner auf den Geräten forciert.

Station 8: Mobile Strategie – Welche ist die richtige für meine Organisation (wie orientiere ich mich bei einer Rallye)?

Sind alle Trainingsstationen durchlaufen, ist die Organisation fit für das Thema Mobility. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie man das Konzept in die Tat umsetzt. Wenn die Mitarbeiter und Manager die treibende Kraft hinter der Mobilisierung sind, beginnen Sie am besten mit der Geräteplanung, führen ein mobiles Gerätemanagement ein, implementieren E-Mail und Kalender, machen wenige Geschäftsprozesse mobil, überarbeiten die Sicherheit, professionalisieren die App-Entwicklung und formulieren schließlich die Mobility-Strategie.

 

© 2012 Capgemini

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Treiben die Kunden oder der Wettbewerb die Organisation an, werden in der Regel schnell Prototypen auf den Markt gebracht, die App-Entwicklung optimiert, die Architektur für Multi-Plattform-Apps angepasst, eine App-Factory aufgebaut, die Sicherheit geplant und schließlich die Mobility-Strategie finalisiert. Erst dann bekommen die Mitarbeiter ihre Geräte und Apps, gleichzeitig wird das Gerätemanagement implementiert. Je nach Situation durchlaufen Unternehmen die Stationen also in unterschiedlicher Reihenfolge und Intensität, bis sie am Ende ihre mobile Geschäftsstrategie formulieren.

Wie bei einem Probetraining im Fitness-Club ist Experimentieren erlaubt und sogar ausdrücklich erwünscht. Nach den ersten Wochen im Club sollte man sich dann einen professionellen Trainer suchen und gemeinsam mit ihm das spezifische Fitnessprogramm definieren.

Für Unternehmen beinhaltet es, die Projekte im Mobility-Bereich aufeinander abzustimmen und zentral zu steuern. Nur so wird aus einzelnen Sportlern eine schlagkräftige und erfolgreiche Mannschaft, die sich im Wettbewerb behauptet.Und, welche Trainingserfahrungen haben Sie gemacht?



Bildnachweis Foto: iStockphoto | © Thinkstock
Bildnachweis Grafik: © 2012 Capgemini

Über den Autor

Sven Roth
Sven Roth
Dr. Sven L. Roth bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Business und Technologie. Die Grundlage für das Know-how in beiden Disziplinen legte er mit seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre und der Promotion in Informatik. Seitdem interessieren ihn die neusten Trends in der IT unter dem Gesichtspunkt, welche Businesstrends daraus entstehen könnten. Bei Capgemini verantwortet er als Vice President den Aufbau und die Ausgestaltung des Bereichs Business Technology in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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