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Fit for Mobile – Die erste von drei Trainingseinheiten

Kategorie: Trends des Monats

iStockphoto | © ThinkstockIn diesem Sommer werden bei der Fußball-Europameisterschaft wieder Spitzenleistungen gefordert. Mit der DFB-App recherchiere ich gerade die weiteren Erfolgschancen von Jogis Jungs und weiß, Schweini & Co. müssen auch weiterhin topfit sein, denn die Konkurrenz ist stark. Fußball ist allerdings nur ein Hobby, im wirklichen Leben bin ich Mobility-Profi. Und in diesem Bereich ist es genauso wie im Fußball: Wer ganz vorn mitspielen will, braucht einen ausgefeilten Fitnessplan. Der kann nicht für alle gleich aussehen, denn jedes Unternehmen ist anders, hat andere Kunden und startet mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen. Dennoch bewegen sich alle auf dem gleichen Spielfeld, das zwei Achsen hat:

 

© 2012 Capgemini

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Die horizontale Achse beschreibt mit „Plan/Design“, „Build“ und „Run“ die Umsetzungsphasen, die vertikale Achse mit „Konzeption“, „Pilot/Einzellösung“ und „Plattform“ den Reifegrad im Bereich Mobile. Das Spielfeld ist aufgeteilt in die vier Bereiche „Mobile Strategie“, „Architektur & Integration“, „App Development Factory & Testing“ sowie „Managed Mobility & Reselling“. Auf diesen Bereichen ordnen wir unsere Trainingsstationen für Mobility an. Bereit? Los geht’s.

Station 1: Die Nutzer – Welche Aufgaben haben sie (oder die Spieler im Wettkampf)?

Häufig startet eine Organisation mit dem Thema Mobile auf Druck ihrer Mitarbeiter und Manager, die den Nutzen mobiler Geräte und Apps, die sie privat kennengelernt haben, auch für ihren Beruf einfordern. Die Organisationen müssen festlegen, wer welches Gerät für welche Aufgabe benötigt. Schwerpunkt dieser Trainingsstation sind Interviews mit Nutzern, die eine repräsentative Stichprobe der zu betrachtenden Profile darstellen. Anhand der Mobilitätskriterien wie dem Anteil mobiler Tätigkeiten, der erwarteten Reaktionsgeschwindigkeit und dem Umfang steuernder Aufgaben werden Nutzergruppen abgeleitet. Je höher die Ausprägung der einzelnen Kriterien, umso mobiler das Profil. Wir nutzen Bezeichnungen wie „Home Worker“, „Mobile Warrior“ oder „Desk Based Worker“ für die einzelnen Gruppen, die aber nichts mit einer Stellenbeschreibung zu tun haben. Auch wenn es überrascht: Meistens kann man am Ende des Prozesses mit drei bis sieben mobilen Nutzergruppen auskommen. Das reduziert die Komplexität drastisch.

Station 2: Gerätestrategie – Welche Ausrüstung brauchen mobile Nutzer und wie manage ich sie (ähnlich dem Boxenstopp in der Formel 1)?

Diese Station konzentriert sich auf die Fragen: Wer (welches Nutzerprofil) bekommt was (welchen Gerätetyp) und wie erfolgt die Bereitstellung? Die Wie-Frage klärt den Besitz (Unternehmen oder Mitarbeiter), die Plattform (iOS, Android, Windows, Blackberry), das Gerätemanagement (managed oder unmanaged) und den Zugang (Internet, VPN, Intranet) sowie die Art der Anwendung (externe Information, PIM, Unternehmensdaten).

Wer was bekommt, ist leicht anhand der Nutzerprofile ermittelbar. Die Wie-Frage ist etwas komplexer. Wer das Gerät besitzen soll, wird derzeit unter dem Stichwort Bring your own Device (BYOD) heiß diskutiert. Für Unternehmen und Mitarbeiter sind daran hauptsächlich die steuerrechtlichen Aspekte interessant. Beschafft die Organisation das Gerät, sind zusätzlich lediglich Erwerb und Austausch zu steuern.

Über die Plattform wird meist pragmatisch entschieden, zum Beispiel weil schon Blackberrys im Einsatz sind, wichtige Entscheider das iPhone nutzen wollen oder Unternehmens-Apps bereits auf Windows laufen. Spannender ist die Frage des Betriebs und des Managements, also der Inventarisierung, Softwareverteilung und Bereitstellung von Diensten. Dabei sollten auch private Geräte in die Überlegungen einbezogen werden. Das beruht auf der Erkenntnis, dass ihre Nutzung kaum verhindert werden kann und sie häufig bereits intensiv im Einsatz sind, zum Beispiel für das Lesen der privaten E-Mails oder den Abgleich des privaten mit dem Unternehmenskalender, so dass es viel sicherer ist, sie gleich mitzumanagen.

Puh – Zeit für eine Verschnaufpause. Mit der Ermittlung der Nutzerprofile und der mobilen Geräte haben wir die nötige Basiskondition aufgebaut. Als nächstes geht es ans Eingemachte: Welche Apps braucht eine Organisation? Wie kommt man zu einem funktionierenden App-Design? Und welche Auswirkungen hat Mobile auf die IT-Architektur einer Organisation? Werden Sie wieder mit dabei sein?



Bildnachweis Foto: iStockphoto | © Thinkstock
Bildnachweis Grafik: © 2012 Capgemini

Über den Autor

Sven Roth
Sven Roth
Dr. Sven L. Roth bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Business und Technologie. Die Grundlage für das Know-how in beiden Disziplinen legte er mit seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre und der Promotion in Informatik. Seitdem interessieren ihn die neusten Trends in der IT unter dem Gesichtspunkt, welche Businesstrends daraus entstehen könnten. Bei Capgemini verantwortet er als Vice President den Aufbau und die Ausgestaltung des Bereichs Business Technology in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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