IT-Trends-Blog

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Mal schnell eine App entwickelt

Kategorie: Trends des Monats

iStockphoto | © ThinkstockEs ist Dienstag, 11:30 Uhr in der Betriebskantine. Nachdem sich der CIO kurz in der Currywurstschlange angestellt hat, entscheidet er sich doch für das Salatbuffet. An der Kasse trifft er den Produktionsleiter (Currywurst!). Sie setzen sich gemeinsam an einen Tisch. Der Produktionsleiter nestelt an seiner Aktentasche und legt triumphierend ein brandneues iPad3 auf den Tisch. Pflichtbewusst bewundert der CIO das Prunkstück und wünscht einen guten Appetit. „Mahlzeit.“ – „Mahlzeit, wir bauen in unserer Abteilung jetzt eine App“, erwidert der Produktionsleiter und greift nach dem Salzfass. „So?“ Der CIO hebt unmerklich eine Augenbraue und spießt eine Olive auf die Gabel. „Ja, einer meiner Mitarbeiter hat privat schon eine App für seinen Sportverein programmiert – mit Android“. Der Produktionsleiter schaut triumphierend – bis gestern hatte er sich unter Android noch nichts vorstellen können.

„Was soll sie denn machen, die App?“ fragt der CIO misstrauisch. „Sie soll unsere wichtigsten Produktionsdaten immer und überall auf Knopfdruck verfügbar machen – das nennt sich „always on“ – damit können meine Leute viel schneller auf Anomalien in den Produktionszahlen reagieren“, legt der Produktionsleiter nach. „Woher bekommt die App denn die Produktionsdaten?“ fragt der CIO weiter nach. „Na, aus dem Data Warehouse natürlich, wo wir auch unsere Monatszahlen heraus ziehen“, erwidert der Produktionsleiter, der seine Verwunderung kaum verbergen kann und beginnt, an der Currywurst zu säbeln – so langsam sollte der CIO unsere Systeme doch kennen. „Aber diese Daten sind immer mindestens drei Tage alt, so lange brauchen die Batches, um die Ladestrecken zu durchlaufen“, erläutert der CIO und schiebt sich ein Stück Tomate in den Mund.

„Drei Tage?“ Der Produktionsleiter schaut enttäuscht. Das hatte er nicht bedacht. Erst neulich hatte er einen Projektvorschlag zur Optimierung der Ladestrecken abgelehnt, da er den Nutzen nicht erkennen konnte. „Und was geschieht, wenn mal jemand sein Smartphone verliert, dann sind da vielleicht unsere aktuellen Produktionsdaten drauf“, fährt der CIO fort. „Daran habe ich nicht gedacht.“ Der Produktionsleiter schaut bedrückt auf sein iPad. „Um Ihr Gerät brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen“, erklärt der CIO „da läuft die App sowieso nicht drauf.“ „Wieso?“ Der Produktionsleiter dreht irritiert sein iPad. „Weil Sie doch sagten, dass die App für Android programmiert wird und eine Android-App läuft nicht auf einem iPad – oder wollen Sie eine Cross-Platform-Ansatz verfolgen?“ „Was ist jetzt das schon wieder?“ fragt leicht genervt der Produktionsleiter. „Das sind Werkzeuge, mit denen sich Anwendungen für verschiedene Plattformen entwickeln lassen – da gibt es aber bestimmte Einschränkungen, zum Beispiel bezüglich des User Interfaces“.

Der Produktionsleiter schöpft wieder Hoffnung. „Dann werden wir uns das mal anschauen.“ „Soll die App auch in der Fabrik genutzt werden?“ fährt der CIO fort“. „Jaaa – für die Werker ist die App am wichtigsten“, erwidert der Produktionsleiter misstrauisch. „Ich habe schon Budget für die Geräte eingestellt.“ „Ich nehme an, sie haben ruggedized Geräte vorgesehen?“ hakt der CIO nach. Der Produktionsleiter schaut entgeistert. „Na, ich meine Geräte, die auch mal auf den Boden fallen können, ohne, dass sie kaputt gehen, mit speziellen Schutzhüllen“, erklärt lachend der CIO. „Ich sehe schon“, der Produktionsleiter legt das Besteck neben den Teller, „ich habe da wohl ein paar Dinge nicht berücksichtigt“. „Ja, das ist wohl so. Auch wir haben erst schmerzhaft lernen müssen, dass eine App eigentlich nur die Spitze des Eisberges darstellt. Sie müssen sich vor Beginn der App-Entwicklung Gedanken zum Datenzugriff, zur Sicherheit, den Plattformen, der Verteilung und dem Device Management machen. Und auch die Datenversorgung und -konsistenz ist ein wichtiges Thema. Aber ich habe eine gute Nachricht für Sie. Wir haben in unserem App-Factory Konzepte zu den verschiedenen Themen entwickelt und haben auch schon die ersten Apps erfolgreich umgesetzt. Am besten wir setzen uns dazu einmal mit den Kollegen zusammen. Ich denke, wir werden auch für Ihren Anwendungsfall eine passende und pragmatische Lösung finden.“ Strahlend öffnet der Produktionsleiter die Kalender-App auf seinem iPad. „Sehr gerne, lassen Sie uns den Termin jetzt gleich machen, wann passt es Ihnen? Wissen Sie, ich habe jetzt nämlich ständig Zugriff auf meinen Kalender – always on – Sie verstehen?“




Bildnachweis: iStockphoto / © Thinkstock

Über den Autor

Robert Geisler
Robert Geisler
Robert Geisler ist Enterprise Architect und interessiert sich vor allem für das Neuste aus der Automobilindustrie und die Trends bei mobilen Anwendungen. Als Geschäftsbereichsmanager Business Technology nutzt er die aktuellen Erkenntnisse, um vorhandene Prozesse und Systeme zu verbessern. Im Moment konzentriert er sich darauf, Unternehmen auf der Reise in die mobile Welt zu begleiten.
Eine interessante Übersicht, auf was man achten sollte, wenn man nach auf der Suche nach dem besten App-Programmierer ist, findet sich bei FinestCode: http://www.finestcode.com/app-entwickler-finden-5-tipps Auf der Plattform kann man Aufträge ausschreiben und erhält so kostenlos mehrere Angebote von Mobile App Entwicklern zum Vergleich.

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