IT-Trends-Blog

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Trendwende bei Cloud Services und im Outsourcing?

Kategorie: Trend-Wende

Höhere Effizienz, Verbesserung der Geschäftsprozesse und die Bereitstellung stabil laufender IT-Services – das sind laut der IT-Trends-Studie 2012 die drei wichtigsten Anforderungen an CIOs für dieses Jahr. Die Tatsache, dass andere Studien diese und andere Trends, die Sie unten in der Infografik sehen, immer wieder bestätigen, heißt für uns, dass diese Strömungen derzeit stabil sind und sich kaum verändern. Im Gegensatz dazu scheint sich die Einstellung von Unternehmen zum Outsourcing und zu Cloud Services gerade zu wandeln. Was ist dran an diesen Aussagen?

Weiterverwendung unter Angabe der Quelle "http://www.de.capgemini.com/it-trends-blog/2012/06/trendwende-bei-cloud-services-und-im-outsourcing/" erlaubt

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Offshore-Outsourcing kommt jetzt endlich in Schwung

Die Trendwende im Outsourcing wird bereits seit Jahren herbeigeredet: Anstatt Unternehmen im eigenen Land oder in osteuropäischen Nachbarländern mit Leistungen zu beauftragen, erwarten Analysten Jahr für Jahr den Anstieg der Auslagerung in ferne Länder, allen voran Indien. Der Ansturm blieb allerdings aller Prognosen und dem Kostendruck zum Trotz aus. Viele Unternehmen bevorzugen einen Partner im eigenen Land für die Abwicklung ihrer IT-Services und das änderte sich auch während der Finanzkrise kaum. Zwar wurden häufiger Pakete angefragt, bei denen der Partner mit Ressourcen in Indien arbeitete, aber kaum ein Unternehmen wollte Offshore-Dienstleister direkt beauftragen. Die Gründe waren die Verständigungsschwierigkeiten, die kulturellen Diskrepanzen und nicht zuletzt die unterschiedlichen Zeitzonen.

Laut einer neuen Anwenderbefragung der IDG vom Mai diesen Jahres soll sich das jetzt ändern. Die teilnehmenden Entscheider gaben an, den Offshore-Anteil bis 2017 steigern zu wollen. Das Infrastruktur Management wollen beispielsweise 9 Prozent mehr Unternehmen nach Indien verlagern als bisher, im Application Management beträgt das Plus 7 Prozentpunkte. IDG führt den Anstieg darauf zurück, dass die indischen Dienstleister zum einen ihren Bekanntheitsgrad in Deutschland deutlich gesteigert haben und zum anderen ihre Kapazitäten vor Ort ausbauen, die als Bindeglied zwischen der deutschen und indischen Kultur dienen sollen. Ob das allerdings reicht, um einen größeren Anteil der Anwender für sich zu gewinnen ist fraglich, denn bislang war die Betreuung durch einen lokalen Partner vor Ort immer ein immens wichtiges Kriterium beim Einkauf von Offshore-Kapazitäten. Deshalb die Frage an Sie: Würden sie jetzt direkt nach Indien auslagern und wenn ja, warum?

Der Cloud-Hype ist Ende 2012 vorbei

Eine weitere Trendwende kündigt sich bei der Cloud an:  Laut Shaw Helmes der US-amerikanischen Anwaltskanzlei K&L Gates in einem Artikel auf CIO.de sei der Wirbel um die Cloud bis Ende 2012 zu Ende. Dann würden IT-Verantwortliche sehr viel kritischer die Vor- und Nachteile von Cloud-Infrastrukturen evaluieren und darüber hinaus nicht mehr gezwungen sein, einfach schnell irgendetwas zu implementieren, um den Ansprüchen des Managements zu genügen. Außerdem werde 2012 das Jahr der Cloud Governance, so Adam Strichman von Sanda Partners, ebenfalls aus den USA. Jetzt würden die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz der Privatsphäre und dem Zugriffsschutz auf Daten in den Vordergrund rücken. Diese Aussagen mögen für die USA zutreffen, laut unseren Ergebnissen sind die CIOs in Deutschland, Österreich und der Schweiz diesem Hype aber nie erlegen: Hier kamen Anfang 2012 circa 25 Prozent aller IT-Services aus der Cloud und 90 Prozent davon aus der eigenen. Unüberlegte Auslagerungen in Public Clouds hat es hier dementsprechend so gut wie nicht gegeben. Aber es ist interessant, dass der zuvor herbeigeredete Hype gerade jetzt, da sich verteilte Infrastrukturen zu einem echten Trend entwickeln, schon wieder totgesagt wird. Auf diese Weise können Unternehmen eigentlich nur das Gefühl bekommen ständig hinterherzuhinken, oder?

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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