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EAM – für Studenten ein Fremdwort, für Unternehmen lebenswichtig

Kategorie: Trend-Anatomie

iStockphoto | © ThinkstockIch hatte vor einigen Wochen bereits einen Beitrag zum Thema Ausbildung an Universitäten geschrieben und möchte das Thema noch einmal aufgreifen. Bei einer Umfrage, die wir angelehnt an die IT-Trends an Universitäten durchgeführt haben, fiel auf, dass das Thema Enterprise Architecture Management (EAM) kaum vermittelt wird.

In der Realität ist EAM aber extrem wichtig. Unternehmen haben heute alle eine historisch gewachsene IT-Anwendungslandschaft – mehr oder weniger komplex. Dabei kommen zwischen 100 und 1.000 verschiedene Anwendungen zusammen, die alle miteinander arbeiten müssen: Systeme von SAP, Oracle oder anderen Anbietern, Best-of-Breed-Produkte, Eigenentwicklungen in diversen Programmiersprachen sowie Excel-Lösungen und Access-Anwendungen. Darüber hinaus gibt es noch mobile Apps und Social Media-Applikationen. Je eher Studenten in der Ausbildung Erfahrungen mit Unternehmensarchitekturen sammeln können, desto mehr verbreitet sich die Kompetenz in komplexen Systemen zu denken, so dass auch junge Software-Ingenieure in solchen Umgebungen Lösungen finden und zu einer strukturierteren Gesamtarchitektur kommen. Unternehmen würden von der höheren Flexibilität profitieren und könnten das Geschäft besser unterstützen.

Das Problem für die meisten Universitäten ist, dass sie keine komplexe Unternehmensarchitektur für Übungen zu Verfügung stellen können. Aber möglicherweise besteht die Möglichkeit, durch Kooperationen mit Herstellern sowohl die notwendige Hardware als auch die erforderliche Standard- bzw. Best-of-Breed-Software idealerweise kostenlos zu bekommen. Zusätzlich könnten sie eigene Lösungen entwickeln oder die vorhandenen fortschreiben. Die Anwendungslandschaft enthält dann Standard- und Individualkomponenten und wird über die Jahre immer komplexer. Die Hersteller profitieren vom Bekanntwerden ihres Namens unter Studenten und von Studienabgängern, die bereits praktische Erfahrungen mit ihrem Produkt sammeln konnten. Die Studenten hätten die Chance, an Projekten mit „realen“ Rahmenbedingungen teilzunehmen mit allen Anforderungen, die später im Berufsleben auch auf sie zukommen: Planung, Implementierung, Integration von Standard- und Individualsoftware  und später die Ablösung oder der Ersatz älterer Systeme. Auf diese Weise würde die Anwendungslandschaft von Studentengeneration zu Generation weiterentwickelt und Innovationen könnten auf ihre Kompatibilität mit der Ist-Landschaft getestet werden. Das wäre doch eine gute Lösung für alle Beteiligten: Studenten bekämen mehr praktische Erfahrung, die Wirtschaft gut ausgebildete junge Mitarbeiter und Hersteller könnten durch die Förderung gezielt nach Nachwuchs suchen und für ihre Produkte werben. Was denken Sie?

© 2012 Capgemini

 

Bildnachweis Foto: iStockphoto | © Thinkstock
Bildnachweis Grafik: © 2012 Capgemini

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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