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Warum es so schwer ist, Mitarbeiter zu vernetzen

Kategorie: Trends des Monats

Systeme für bessere und effektivere Zusammenarbeit erleben gerade eine Renaissance. Seitdem viele von ihnen jetzt auch Kommunikations- und Interaktionskomponenten in Form von sozialen Plattformen mitbringen, liegt die Vernetzung aller Mitarbeiter weltweit im Trend. Die Vorteile sind offensichtlich: Probleme werden schneller gelöst, Hierarchien verflacht und es ist leichter, Teams flexibel zusammenzustellen, je nach Aufgabe.

Diese Vorteile schwebten auch einer Kommunikationsabteilung eines großen international aufgestellten Unternehmens vor. Deshalb suchte sie gemeinsam mit der IT ein passendes System aus, um alle Mitarbeiter zu vernetzen. Bevor es an die Umsetzung ging, stellte sich die Frage, auf welches Nutzerverzeichnis die Lösung zugreifen soll. Angeblich gäbe es ein Identity Management-Projekt, in dessen Rahmen gerade − also seit zwei Jahren − alle Mitarbeiterdaten konsolidiert würden, um sie anschließend bereitzustellen. Das Projekt würde etwas länger dauern, weil die Personalabteilungen der einzelnen Landesgesellschaften alle unterschiedliche Prozesse nutzen würden.

Im Laufe der Versuche, die Datenkonsolidierung zu beschleunigen und das Projekt „Mitarbeitervernetzung“ trotzdem noch auf den Weg zu bringen, entstand ein Bermudadreieck, in dem die verschiedenen Parteien die folgenden Standpunkte vertraten:

  • Die Kommunikationsabteilung wollte sich nicht mit Technik oder Prozessen beschäftigen, das ist schließlich Aufgabe der IT-Einheit.
  • Die HR-Abteilungen der einzelnen Länder interessierte wenig, wofür andere Einheiten die Mitarbeiterdaten benötigen. Sie wollte nur endlich ohne störende Begleiterscheinungen ihre Mitarbeiter managen können.
  • Die IT-Abteilung verstand zwar das Große und Ganze, stand aber auf verlorenem Posten, denn sie benötigt die Hilfe der anderen beiden Parteien, um den ROI zu berechnen und das Projekt anzustoßen.
Das Ergebnis: Obwohl sich die Technologien für Kollaboration in den letzten beiden Jahren rasant weiterentwickelt haben, scheitert ihre Nutzung an der mangelnden Fähigkeit der einzelnen Einheiten, zusammenzuarbeiten. Das ist eigentlich absurd, den im Grund genommen haben alle darauf gewartet, dass es endlich einfacher wird sich im Unternehmen zu vernetzen.

Diese Absurdität ist auch der Grund, warum Gardners Hype Cycle tatsächlich eine Kurve ist. Ihr Auf und Ab hat oft weniger mit dem Reifegrad der Technologie, sondern häufiger mit der Fähigkeit des Menschen zu tun, sich auf Neues einzulassen. Erst wenn die überzogenen Erwartungen mit der harten Realität kollidiert sind, wird die Einschätzung des Potenzials neuer Technologien realistisch und aus dem Hype möglicherweise ein echter Trend. Was für Erfahrungen haben Sie in diesem Zusammenhang gemacht?

Über den Autor

Gerd Stangneth
Gerd Stangneth
Gerd Stangneth ist Experte für Innovationen. Seine persönliche Leidenschaft gilt Verständnis- und Entscheidungsprozessen, um zu ergründen, wie technologische und gesellschaftliche Entwicklungen ineinandergreifen, daraus neue Branchen entstehen und der Zeitgeist beeinflusst wird. Zurzeit interessiert ihn vor allem der Paradigmenwechsel, den die Dynamisierung von Organisationen, Applikationsplattformen und Endgeräten gerade einleitet. Gerd Stangneth leitet das Team Project Innovation bei Capgemini Consulting. Er unterstützt seine Kunden dabei Ihr Geschäft als Erste durch ganzheitliche Integration der neuen Technologien zu transformieren.

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