IT-Trends-Blog

IT-Trends-Blog

Opinions expressed on this blog reflect the writer’s views and not the position of the Capgemini Group

Enterprise Apps: nützliche Tools oder überflüssiger Schnickschnack?

Kategorie: Trends am Horizont

iStockphoto | © ThinkstockIm Consumer-Bereich gibt es mittlerweile Unmengen von Apps: von der Wasserwaage über den Pedometer, vom Immobilienportal bis zur Schadensmeldung. Inzwischen kommt fast keine größere Marke im B2C-Bereich mehr ohne eine eigene App aus. Das wirft natürlich die Frage auf, ob sie abgesehen vom Kunden-Self-Service und Marketing sonst noch einen Nutzen für ein Unternehmen haben können. Aus meiner Sicht können sie, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Fall 1: Der IT-Support

Je nachdem, wie groß Ihre IT-Einheit ist, betreiben Sie eventuell mehrere Rechenzentren und ein oder mehrere Network Operations Center. Hinzu kommen noch die Rechner der Anwender, die betreut werden müssen. Dementsprechend ist ein Teil des IT-Supports ständig unterwegs. Um dessen Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten, können Sie das Ticketsystem mit Hilfe einer App auf dem Smartphone abbilden, so dass alle Mitarbeiter permanent über die Gesamtsituation informiert sind, mobil Aufträge annehmen und schließen und außerdem noch Zusatzinformationen an das System übermitteln können, ohne jedes Mal Ausschau nach einem Rechner zu halten.

Fall 2: Der Arzt im Krankenhaus

Alle Informationen über einen Patienten angefangen bei den Stammdaten über Labor-, Untersuchungs- und Operationsergebnisse bis hin zu den Visiteberichten werden häufig zunächst manuell erfasst und später in die IT-Systeme eingepflegt. Mit mobilen Endgeräten und den entsprechenden Apps können Pfleger und Ärzte nicht nur Daten direkt am Krankenbett eingeben, sondern auch alle Informationen abrufen. Das erhöht die Prozesseffizienz und sorgt dafür, dass alle Beteiligten permanent auf dem neusten Stand sind. Die Charité macht das heute schon.

Die Beispiele zeigen, dass man mit Hilfe von Apps nicht nur dem Endkunden etwas Gutes tun, sondern auch intern Mehrwert generieren kann. Dennoch waren solche Apps bis vor kurzem noch ein Stiefkind der IT, weil der Mehrwert nicht so offensichtlich war. Schließlich sind die meisten mobilen Mitarbeiter mit Notebooks ausgestattet, wozu also braucht man noch ein Tablet? Zum Beispiel, weil es praktisch ist, mit einem flachen Gerät zu arbeiten, das man nicht aufklappen muss und ohne Tastatur und Trackpad bedienen kann.

Ein weiteres Hindernis war die Tatsache, dass es schwer erschien, einen komplexen Prozess auf dem doch relativ kleinen Bildschirm eines Smartphones abzubilden. Das zwang zu einer sehr exakten Abbildung der Prozessschritte und zum Minimalismus. Und genau das hat nach Meinung der Nutzer gut getan, sie empfinden einen Prozess in Form einer App häufig als übersichtlicher, besser strukturiert und einfacher zu bedienen. Die App ist von Funktionalitäten entschlackt, die sie für ihre Aufgaben nicht benötigen.

Inzwischen hat die Entwicklung in Sachen Apps also sehr viel dazu gelernt und immer mehr Softwarehersteller bringen neben der Applikation für den Desktop auch eine App heraus, mit deren Hilfe Unternehmen ihre Daten schnell und einfach auf mobile Endgeräte bringen können. All das zeigt meiner Meinung nach, dass wir in Zukunft deutlich mehr Apps für Unternehmensabläufe sehen werden. Noch kann man Enterprise Apps nicht als Trend bezeichnen, aber ich glaube, es wird nicht mehr lange dauern, bis sie sich in bestimmten Bereichen durchsetzen werden. Was denken Sie?



Bildnachweis: iStockphoto | © Thinkstock

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet.