IT-Trends-Blog

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Die Technologie-Trends der letzten 10 Jahre

Kategorie: Trend-Anatomie
© Capgemini 2012Vor ungefähr 10 Jahren startete die Teilnehmerbefragung zur ersten IT-Trends-Studie. Damals standen natürlich ganz andere Themen auf der Agenda der CIOs als heute. Bandbreite und Speicherplatz waren teuer und Mobilfunkkosten hoch. Serviceorientierte Architekturen steckten noch in den Kinderschuhen und Mobiltelefone nutzte man neben dem Telefonieren höchstens noch zum Abrufen von E-Mails. Was hat sich seitdem sonst noch alles getan? Ich habe mir ausgewählte Technologietrends der letzten Dekade noch einmal angeschaut.


Portale und die Sorge um den Speicherplatz

Vor 10 Jahren machten sich IT-Verantwortliche am meisten Gedanken über Portallösungen. Die Technologie war noch relativ neu und die Umsetzungsphase auf breiter Front wurde gerade eingeläutet. Besonders interessant ist aber das Thema, das den zweiten Platz auf der Liste der wichtigsten Technologien belegte: Storage. In der Grafik unten nicht dargestellt, weil das Thema sehr schnell wieder an Bedeutung verlor, stellte der wegen seines hohen Preises begrenzte Speicherplatz damals ein großes Problem dar und die IT steckte viel Energie in seine Verwaltung und Optimierung. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Zeiten, in denen die Größe von E-Mail-Postfächern streng limitiert wurde und Ihre IT-Administratoren immer wieder dazu aufriefen, bitte keine Power-Point-Dateien an Kollegen im eigenen Haus per Mail zu verschicken? Der Speicherplatzbedarf von damals erscheint im Vergleich zu heute lächerlich gering. Wie schön, denn wenn Speicher immer noch so teuer wäre wie damals, hätte es viele Innovationen wahrscheinlich nicht gegeben.

Die Zwänge von Standardsoftware

Ein anderes Thema, das viele CIOs beschäftigte, war die Integration verschiedener Anwendungen in die IT-Landschaft. 2003 setzten knapp 80 Prozent der Befragten vor allem für nicht-geschäftskritische Anwendungen Standardsoftware der großen Hersteller ein, weil die einzelnen Module von vornherein aufeinander abgestimmt waren und deutlich weniger Schnittstellenprobleme auftraten. Individualsoftware oder Best-of-Breed wurde hauptsächlich da genutzt, wo individuellere Geschäftsprozesse deutliche Wettbewerbsvorteile versprachen. Dementsprechend dominierten ERP-Systeme und die Diskussion ihrer Kosten die Technologietrends in den Jahren 2005, 2006 und 2007. Mit dem Aufkommen von serviceorientierten Architekturen änderte sich das. Viele CIOs sahen eine Chance, neben dem Standard wieder ihre bevorzugten Best-of-Breed-Produkte oder Individuallösungen einzusetzen, ohne massive Schnittstellenprobleme zu verursachen. Dementsprechend verlor das Thema ERP 2008 allmählich an Bedeutung und Business Intelligence rückte in den Vordergrund.

Die Wurzeln von Big Data

Datenanalyse ist bis heute ein wichtiges Thema, allerdings geht es jetzt nicht mehr darum, welche Daten wertvoll genug sind, um sie zu speichern. Es geht auch nicht mehr darum, wie man sie organisiert, damit man sie auswerten kann. Inzwischen lassen sich auch unstrukturierte Informationen analysieren und Speicherplatz ist ebenfalls kein Problem mehr. Lediglich die Geschwindigkeit der Prozessoren beziehungsweise der Datenbanksysteme setzt den Analysemöglichkeiten (noch) Grenzen. Doch auch auf diesem Gebiet waren die Fortschritte der letzten Jahre enorm und die noch recht junge In-Memory-Technologie ermöglicht extrem schnelle Auswertungen. Beispielsweise dauert damit die Analyse von 280 Millionen Aufträgen im Rahmen eines Mahnlaufs nicht mehr 20 Minuten sondern nur noch eine Sekunde. Geschäft in „echter Echtzeit” rückt in erreichbare Nähe. Noch steht In-Memory-Computing am Anfang. Aber ich glaube, wenn es erst einmal auf breiter Basis eingesetzt wird, stellt es geschäftliche Entscheidungen auf eine ganz neue Basis.

Welche Innovation hat die technologische Entwicklung Ihrer Meinung nach in den letzten Jahren am weitesten voran gebracht? Ich freue mich auf Ihr Feedback!

© Capgemini 2012

 

Bildnachweis: © Capgemini 2012

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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