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iPhone reloaded: Facebook will den Servermarkt (r)evolutionieren

Kategorie: Trends am Horizont
Facebook versucht gerade Design und Bau von Servern grundlegend zu verändern. Damit geht das Unternehmen ähnliche (Ab-)Wege wie Google vor einigen Jahren mit der Bereitstellung einer Office-Suite oder mit den derzeit laufenden Projekten für selbstfahrende Autos oder Daten-Brillen. Während Google mit diesem und vielen anderen Projekten abseits von Suchmaschinen-Technologien bislang sehr erfolgreich war, muss sich noch zeigen, was aus Facebooks „Open Compute“-Projekt" wird.
 
Die Grundidee ist einfach: Aus dem traditionellen Server wird ein Baukastensystem, mit dem sich IT-Abteilungen ihre Geräte ganz nach Bedarf zusammenstellen können. Der neue Steckplatz „Group Hug" ermöglicht sogar, eigene Motherboards zu kreieren. Die Server sind Facebook zufolge sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb sehr preiswert, da sie weniger Material verbrauchen und sich später auch kostengünstig entsorgen lassen. Die erste Generation wurde Mitte Januar auf der Open Compute Summit 2013 vorgestellt.

Die Chip-Hersteller Intel, AMD und Applied Micro und Calxeda wollen „Group-Hug"-Boards unterstützen. Hewlett Packard und Dell haben sich dem Projekt ebenfalls vor kurzem angeschlossen. Darüber hinaus sind neben EMC, Fusion-io, Hitachi und Sandisk inzwischen circa 50 Unternehmen dabei. Die Unterstützung durch die Industrie ist also erstaunlich stark.
 
Vielleicht hat sie das Motto „Hacking Conventional Computing Infrastructure“ aufgerüttelt, aber offenbar haben viele Hersteller am Beispiel Google und Apple gelernt, „Quereinsteiger“ ernst zu nehmen. Vor allem solche mit viel Kapital im Hintergrund. Denn wer hätte jemals gedacht, dass Apples Handy so ein Erfolg wird? Und wer hätte jemals gedacht, dass Unternehmen (zwar nicht so viele, aber immerhin) mit Google-Office arbeiten würden? Das Projekt zwingt jetzt auf jeden Fall auch die Hardware-Anbieter zum Umdenken und könnte ganz nebenbei noch zu einigen Innovationen führen, die die Herstellung und den Betrieb von Servern umweltfreundlicher machen. Das wäre nicht nur gut für den Umweltbericht von Unternehmen, sondern angesichts steigender Strompreise in Deutschland ein Anreiz umzusteigen – mal ganz abgesehen von der Flexibilität, die Open Compute-Server bieten sollen.
 
Es ist natürlich noch zu früh, um über Erfolg oder Misserfolg des Projektes zu spekulieren, aber mich würde interessieren, ob Sie umsteigen würden und wenn ja, warum?

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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