IT-Trends-Blog

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IT-Trends 2013: Wirtschaftlichkeit, Geschwindigkeit und Vorsicht

Kategorie: Trends des Monats

Die Ergebnisse der neuen IT-Trends-Studie sind da. Sie zeigen, dass es in der IT in diesem Jahr wieder um Wirtschaftlichkeit geht, dementsprechend sind die wichtigsten Anforderungen an CIOs die Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und stabil laufende IT-Services bereitzustellen. Viele Unternehmen wollen vorbereitet sein, wenn die derzeit stabile Konjunktur im deutschsprachigen Raum Schwächen zeigt, deshalb tritt Innovation erst einmal etwas in den Hintergrund.

Die Top-Technologien des Jahres

Dementsprechend stehen hauptsächlich alte Bekannte auf der Liste der wichtigsten Technologien für die Zukunftssicherung der Unternehmens: Virtualisierung, Master Data und Data Quality Management sowie die Integration von Standard- und Individualsoftware. Neu auf der Liste sind unternehmensweite Sicherheitsrichtlinien, die auf Anhieb in die Top 5 gewählt wurden.

Innovativ wird es erst ab Platz 6 der Themenliste, den Enterprise Collaboration besetzt. Dabei dreht es sich um Plattformen für die interne Zusammenarbeit, den Datei- und Informationsaustausch sowie für Projektmanagement. Der rasche Aufstieg solcher Lösungen – im vergangenen Jahr waren sie noch im Mittelfeld platziert – hat vor allem mit drei Phänomenen zu tun: erstens der Tatsache, dass immer mehr junge Mitarbeiter ins Unternehmen kommen, zweitens dem Druck von Kunden, Partnern und der Geschäftsleitung sowie drittens damit, dass jetzt die entsprechenden Software-Lösungen verfügbar sind.

Deutschsprachige CIOs schwimmen manchmal gegen den Strom

Demgegenüber ist die Auswertung unstrukturierter Daten für viele CIOs offenbar eine Enttäuschung. Da sie nicht die gewünschten Ergebnisse erzielten, messen sie dem Thema jetzt weniger Bedeutung bei und verdoppeln im Gegenzug ihre Anstrengungen beim Master Data und Data Quality Management. Bring your own Device verlor zuletzt so stark an Bedeutung, dass es 2013 zu den Flop-Technologien zählt. Es scheint, als ob die traditionell sehr sicherheitsbewussten CIOs im deutschsprachigen Raum dem internationalen Hype um BYOD sehr skeptisch gegenüberstehen. Denn aus CIO-Sicht bereitet die Freiheit, mit seinem eigenen Endgerät arbeiten zu können, in erster Linie Sicherheits- und Supportprobleme. Lizenz- und steuerrechtliche Fragen sind nicht zufriedenstellend geklärt und deshalb treiben die wenigsten das Thema aktiv voran. Darüber hinaus werden Smartphones und Tablet-PCs immer preiswerter, so dass es sich lohnen könnte, jeden interessierten Mitarbeiter mit einem standardisierten firmeneigenen Gerät auszustatten, anstatt den Support für verschiedene Plattformen und Hersteller aufzubauen.

Schneller reagieren zulasten langfristiger Planung

Das 2012 gesetzte Ziel, die Eigenleistung bis 2017 auf durchschnittlich 46 Prozent zu senken, scheint vielen CIOs nicht mehr so wichtig zu sein. Denn in den vergangenen Monaten ist der Anteil der inhouse erbrachten Services erneut leicht gestiegen und die Quote derjenigen IT-Verantwortlichen, die den Leistungsbeitrag ihrer Abteilung bewusst steuern, hat um acht Prozentpunkte abgenommen. Sie liegt jetzt nur noch bei knapp 53 Prozent. Offenbar setzen CIOs die langfristige Strategie in diesem Bereich zugunsten von mehr Flexibilität aus und erfüllen damit eine seit langem gestellte Anforderung der Fachseite. Gleichzeitig steigt ihre Akzeptanz durch die Unternehmensführung: Inzwischen nehmen annähernd 37 Prozent der CIOs an jeder Sitzung des Management Boards teil (Vorjahr 35 Prozent) und 29 Prozent sind immerhin manchmal dabei (Vorjahr 25 Prozent).

Die Zukunft: von der IT-Abteilung zur IT-Beschaffungsabteilung

47 Prozent der Befragten (Vorjahr 38 Prozent) gehen davon aus, dass der überwiegende Teil der IT-Services in zehn Jahren aus der Cloud beziehungsweise von externen Dienstleistern bezogen wird. Im Zuge dessen würde die unternehmensinterne IT-Einheit auf ein Minimum reduziert und wäre in erster Linie für die Integration und das Anforderungsmanagement zuständig. Die Aufteilung der IT-Einheit in eine technische und eine, die sich nur um die Geschäftsprozesse kümmert, hat demgegenüber Befürworter verloren.

Wie es wirklich wird, werden wir erst 2023 wissen − bedanken wollen wir uns aber jetzt schon bei allen 168 Teilnehmern, denn sie haben diese Studie erst möglich gemacht. Wir hoffen, dass Sie uns treu bleiben und wir Sie im Gegenzug weiterhin mit spannenden Resultaten versorgen können. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse liefert die Infografik oben, die Sie gern unter Angabe der Quelle weiterverbreiten können.

Falls Sie die Studie noch nicht haben, können Sie sie hier herunterladen. Über Feedback, Fragen oder Anregungen würden wir uns natürlich auch sehr freuen.

 

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.
Zur Begründung für "Enterprise Collaboration" würde ich gerne ergänzen, dass der "Druck" auch daher rührt, dass mittlerweile immer mehr (auch große) Unternehmen erkannt haben, dass sich dadurch deutliche Effizienzgewinne erzielen lassen. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass es sich hierbei nicht um ein reines IT-Thema handelt, sondern die wahren Herausforderungen im Organisations- und Changemanagement liegen (z.B. Stichwort "Kultur").

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