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Mobile Strategy: Nur eine Frage der Methode?

Kategorie: Trends des Monats
iStockphoto | © ThinkstockAls ich vor kurzem unser Vorgehen zur Entwicklung von Strategien für mobile Lösungen vorstellte, hakte ein Kollege beharrlich nach und fragte, an welcher Stelle denn Innovationen durch mobile Technologien berücksichtigt werden. Für mich war ganz klar, dass durch Analyse der Nutzer und Prozesse, der benötigten Fachanwendungen und Daten sowie der Möglichkeiten moderner Mobilgeräte nicht nur die vorhandene, sondern auch die potenzielle Unterstützung der jeweiligen Geschäftsprozesse klar beschrieben und als umsetzbare Roadmap entwickelt wird. Und dennoch stellte ich mir die Frage: Kann man eine Strategie für mobile Lösungen entwickeln, ohne gleichzeitig Innovationsmanagement zu betreiben?
 
Nach meiner Erfahrung ist die Untersuchung des Innovationspotenzials selten der erste Schritt bei der Entwicklung einer Mobile Strategy. Es sei denn, eine Organisation startet genau mit dieser Fragestellung. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus: Viele laufen einfach los, bauen eine App, dann noch eine, geben ihren Führungskräften iPads und bevor sie recht verstehen, was damit in Gang gesetzt wird, beschweren sich die Fachabteilungen über schlechtes Feedback von den Kunden (den App-Nutzern), die Entwicklungsabteilung kommt nicht mehr nach, weil zusätzliche Releases die Jahresplanung durcheinander bringen, und die Kollegen vom Service Center wissen nicht, wie sie die vielen Anfragen zu den mobilen Geräten bewältigen sollen, die sie ja eigentlich gar nicht unterstützen.

Kreativität der Mitarbeiter nutzen
Auch wenn die Einfach-mal-drauf-los-Taktik mittelfristig nicht zielführend ist: Mobile Technologien inspirieren die Menschen. Das ist ja gerade das Spannende: Meistens haben die Mitarbeiter einer Organisation bereits genaue Vorstellungen, wofür sich mobile Technologien einsetzen lassen. Die erste Aufgabe besteht in diesem Fall darin, zu verstehen, was eigentlich die geschäftlichen Ziele sind, wie sie mit vorhandenen mobilen Lösungen unterstützt werden und welche noch fehlen, um das Ganze perfekt zu machen.
 
Doch wie kommt man zu diesem Überblick? Typischerweise untersucht man die internen und externen Nutzergruppen, das aktuelle und geplante App-Portfolio, welche Geräte und Plattformen unterstützt werden sollen und wie sie gemanagt werden. Hat man diesen Punkt erreicht, so ist bereits ein großes Stück des Weges geschafft. Denn jetzt kann man feststellen, wie groß die Lücke zwischen Soll und Ist tatsächlich ist und ob man mit den gewonnenen Erkenntnissen zufrieden sein kann – oder eben nicht, weil klar ist, dass noch mehr drin steckt.
 
Sind die wichtigsten Potenziale identifiziert?
Dieser Zeitpunkt ist nicht ganz unwesentlich. Denn ab jetzt wird die grundlegende Planung in die Praxis umgesetzt. Es ist also der ideale Anlass, um noch einmal darüber nachzudenken, ob die wichtigsten Potenziale identifiziert sind. Allerdings ist es auch kein Beinbruch, wenn man erst einmal eine grundsätzliche Vorstellung darüber entwickelt, wie die Organisation mobil gemacht werden soll. Wichtig ist, dass man überhaupt beginnt, einen strategischen Rahmen für die Aktivitäten im Bereich mobiler Lösungen aufzubauen. Die sukzessive Verfeinerung folgt sowieso.
 
Der Kollege in dem Vortrag ließ lange nicht locker. Ich musste mehrmals versichern, dass das Innovationspotenzial bei dieser Vorgehensweise berücksichtigt wird, auch wenn es nicht auf der Folie steht. So kam ich schließlich doch noch zu den Strategiebausteinen und dem dazugehörigen Werkzeugkasten. Die für den Vortrag vorgesehene Zeit war am Ende natürlich hoffnungslos überzogen. Aber die Diskussion war gut, und sie war wichtig.
 
Schlussendlich ist es nicht entscheidend, wie man diese Bereiche anordnet und in Beziehung setzt: Am Ende des Tages zählt, dass eine Organisation diese Themen angeht und unter einen Hut bringt – und das macht jeder auf seine Weise. Wie gehen Sie Ihre Mobile Strategy an?

Über den Autor

Roman Langfeld
Roman Langfeld
Roman Langfeld interessiert sich besonders für Trends in den Bereichen Enterprise Mobility und Mobile Government, denn seiner Meinung nach hatten nur wenige andere Technologien einen so tiefgreifenden Einfluss auf so viele Lebensbereiche. Deshalb unterstützt er als Enterprise Architect bei Capgemini Business Technology Unternehmen und Verwaltungen dabei, im Dschungel von Trends und Möglichkeiten den passenden Weg zu finden. Derzeit fokussiert er sich auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen für mobile Lösungen, um für Unternehmen genauso wie für Mitarbeiter, Kunden und Bürger das Beste aus mobiler Kommunikation herauszuholen. Roman Langfeld ist Diplom-Kaufmann und studierte Computer Science am IIT in Chicago (USA).

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