IT-Trends-Blog

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IT-Architektur: Inside out ist in

Kategorie: Trends am Horizont
Enterprise-Architekten müssen sich weiterentwickeln! Silos aufzulösen und Prozesse zu optimieren reicht nicht mehr. Sie müssen näher an die Fachabteilung heranrücken, um sowohl die Geschäfts- als auch die IT-Architektur mitzugestalten. Aber auch das wird in Kürze nicht mehr genug sein, weil das Netz die Einkaufskultur stark verändert hat. Was wir brauchen ist eine ganz neue Perspektive.
 
Die Auswahl im Internet ist riesig. Das hat dazu geführt, dass Kunden nicht nur im Hinblick auf die Produktqualität und den Preis anspruchsvoller geworden sind, sie selektieren ihren Anbieter inzwischen auch nach der Prozessqualität. Umständliche Bestellvorgänge oder Medienbrüche in der Kommunikation sind mittlerweile K.O.-Kriterien. Unternehmen müssen entsprechend umdenken: sich in die Lage des Kunden versetzen, ihre Prozesse aus dieser Perspektive optimieren und den Nutzen für den einzelnen Verbraucher in den Vordergrund stellen. Wie das geht machen Unternehmen wie Amazon, Google oder Apple vor.
 
Prozessveränderungen wirken sich aber auf die Architektur aus, deshalb muss auch der Architekt umdenken. Er muss in die Rolle des Endkunden schlüpfen und die Perspektive wechseln, von Inside-out nach Outside-in, wie bei der App der Deutschen Bahn: Der Kunde kann mit ihrer Hilfe nicht nur die Abfahrtszeiten der Züge in Erfahrung bringen, sondern auch Tickets kaufen und Sitzplätze reservieren. Das ist aber noch nicht alles. Der Reisende erhält darüber hinaus auch Informationen über Busse, U- und Straßenbahnen.
 
Möglich macht´s die Integration der Nahverkehrspartner. Mit ihrer Hilfe bringt die Bahn–App Reisende von Haustür zu Haustür, inklusive der Route bis zur nächsten Haltestelle. Und das ist das, was Kunden wollen: von Frankfurt nach München mit Hilfe einer einzigen App. Das legt die Latte für den Business-Architekten noch einmal höher: Er muss nicht nur outside-in, sondern auch vernetzt und über Unternehmensgrenzen hinweg denken. Das dürfte für ihn zwar nicht ganz neu sein, aber dieses Mal geht die Verbandelung mit Partnern weit über das hinaus, was wir bislang kannten. In der zukünftigen Networked Economy  wird der die Nase vorn haben, dessen IT einfach und schnell mit den Systemen von vielen verschiedenen Partnern verbunden werden kann. Haben Sie schon die Perspektive gewechselt?

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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