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Social Business: Warum der CIO keine Rolle spielt

Kategorie: Trends des Monats
Photodisc | Digital Vision. | © ThinkstockIm Februar und März 2013 haben die Pierre Audion Consultants 253 Fachbereichsverantwortliche aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zum Thema Social Collaboration befragt. Heraus kam, dass der CIO in diesem Zusammenhang kaum eine Rolle spielt: Bei mehr als drei Viertel der Social Collaboration-Projekte ging die Initiative von den Fachbereichen oder vom Top-Management aus, die darüber hinaus in den meisten Fällen auch als Hauptansprechpartner und Sponsoren agieren. Die interne IT bleibt also häufig außen vor.
 
Anforderungen an Sicherheit und Integration sind hoch
Erstaunlich ist dieses Ergebnis vor allem vor dem Hintergrund der hohen Sicherheits- und Integrationsansprüche der Fachbereiche an Social Collaboration-Lösungen. Für zwei Drittel der Verantwortlichen ist ein dediziertes Sicherheitskonzept unabdingbar. Darüber hinaus sind Datenanalyse, Integration mit Content Management- und Kommunikationsanwendungen sowie die mobile Nutzung in ihren Augen unerlässlich. Diese Anforderungen können sie nur mit der Unterstützung der IT-Abteilung umsetzen, die sie allerdings entweder nicht einfordern oder nicht angeboten bekommen. Die Studie gibt keinen Aufschluss darüber, warum die Zusammenarbeit nicht zustande kommt, Fakt ist aber, dass die Fachabteilungen häufig unkoordinierte Alleingänge machen und Einzelsysteme nutzen. Das schafft neue Datensilos und möglicherweise neue Sicherheitslücken. Kann das auf die Dauer gut gehen?
 
Und warum wird der CIO nicht involviert?
Zum einen hat sich der Gedanke, dass Einzellösungen nur zu neuen Datensilos führen, wohl noch nicht überall herumgesprochen. Zum anderen könnten die Fachbereiche das Gefühl haben, dass es zu kompliziert wird und zu lange dauert, wenn man die IT-Abteilung ins Boot holt. Die Nutzer von sozialen Netzwerken sind gewohnt, sich ihre Lieblings-App auszusuchen, mit wenigen Klicks zu konfigurieren und loszulegen. Um mithalten zu können, müsste der CIO den „Click-and-Play-Ansatz“ kopieren und die Komplexität sowohl in der Anwendung selbst als auch in der Kommunikation wegkapseln. Darüber hinaus müsste er mit handfesten Vorteilen wie Integration in andere Systeme und Analysemöglichkeiten aufwarten und schließlich schnell und unkompliziert liefern, um den Fachbereich für die Zusammenarbeit zu gewinnen.
 
Aber will er das überhaupt?
Schon. Die Ergebnisse der diesjährigen IT-Trends-Studie zeigten, dass das Thema Social Collaboration unter CIOs seit 2012 enorm an Bedeutung gewonnen hat. Dennoch scheint persönliche Erfahrung – zumindest mit sozialen Netzen – Mangelware, abzulesen an der geringen Nutzung von Twitter, Google+ oder Facebook durch IT-Verantwortliche. Und wenn die Fachabteilung merkt, dass die IT – genauso wie sie selbst – Social Collaboration auch noch nicht durchdrungen hat, ist das Vertrauen schnell verspielt.
 
Sie müssen ja kein Fan von Facebook oder Twitter sein, aber Ausprobieren kann nie schaden. Mich finden Sie auf Twitter unter @Thomas_Heimann, folgen Sie mir und sprechen Sie mich an! Vielleicht gibt es ja noch ein paar interessante Aspekte zum Thema, die ich hier vergessen habe ....



Bildnachweis: Photodisc | Digital Vision. | © Thinkstock

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.
Wie sagte mal der CEO eines großen deutschen IT-Beratungsunternehmens zu mir? "It's a generational thing." Es klingt ein bisschen böse, aber vielleicht muss die Generation der heutigen 20 - 30-jährigen nur darauf warten, bis die aktuelle Führungsebene in Rente ist...

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