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Mobilitätsverhalten der jungen Generation – Mobil ohne Auto

Kategorie: Trends am Horizont
iStockphoto | @ ThinkstockMan könnte meinen, dass das Automobil als Statussymbol Schnee von gestern ist, wenn man mit der Generation Y spricht. In ihren Augen entwickelt es sich zum entbehrlichen Luxusgut und deshalb heißt die Devise für viele von ihnen: nutzen statt besitzen. Da diese jungen Erwachsenen urbaner als die Generation vor ihnen sind, häufiger nicht arbeiten oder nur wenig verdienen, aber oft akademisch ausgebildet sind, haben sie andere Visionen von der zukünftigen Mobilität. Im Rahmen der expedITion 2013 unter dem Motto „Think Twice! Technology meets Business“ haben wir diese jungen Menschen im Alter von 19 bis 26 Jahren mit Aufgaben aus dem Berateralltag konfrontiert, um mehr darüber zu erfahren.
 
Pragmatismus und Flexibilität stehen im Vordergrund
Generation Y möchte finanziell nicht mehr an sein Fortbewegungsmittel gebunden sein. Anstatt Kfz-Steuer, Versicherungskosten und weitere Unterhaltungskosten zu kalkulieren, bevorzugen sie einfache Nutzungs-basierte Preismodelle. Sie wollen das für die jeweilige Route optimale Verkehrsmittel spontan je nach Fahrtdauer, Preis, Komfort und Lifestyle wählen. Dabei ist Multimodalität ein wichtiger Faktor: Die expedITion-Teilnehmer möchten nicht nur ein Fortbewegungsmittel nutzen, sondern während der Reise wechseln – vom Automobil in den Zug und für den letzten Teil der Strecke zum Beispiel aufs Fahrrad, und das Ganze möglichst spontan.
 
Generation „Entertain-me“
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien verändern auch das Mobilitätsverhalten der Generation Y. Die Nutzung von Informations- und Kommunikationstools während der Reise gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sich viele Interaktionen in virtuelle Räume verlagert haben.
 
Unterhaltung und Komfort sind ebenfalls wichtig. Große Automobilhersteller werben bereits mit Onlinediensten, telefonischem Auskunftsservice, Connected-Drive- und Infotainment-Lösungen. Der zukünftige Kunde möchte während der Fahrt über aktuelle Nachrichten, interessante Orte auf der Strecke oder Veranstaltungen informiert werden.
 
Zukunftsvision 2030
Zeit, Umweltbewusstsein, Unterhaltung, Sicherheit, Kosten und Komfort sind wichtige Faktoren für die neue Generation. Sie ist anspruchsvoll und stellt Automobilhersteller und Mobilitätsdienstleister vor neue Herausforderungen. Um eine nahtlose und sichere Fortbewegung zu gewährleisten und die angebotenen Infrastrukturen optimal zu nutzen, wünschen sich die expedITion-Teilnehmer, dass Mobilitätsdienstleister in Zukunft stärker mit der Automobilbranche, Verkehrsbehörden, -verbänden und Infrastrukturanbietern zusammenarbeiten und Geoinformationssysteme in ihre Dienstleistung einbinden.  
 
Denn sie gehen davon aus, dass in Zukunft autonome Fahrzeuge mit vielen automatischen Funktionen den Alltag bestimmen und für einen reibungslosen Ablauf sorgen, indem sie über intelligentes Routing Staus umfahren. Wartezeiten, Verkehrsunfälle und Behinderungen gehören der Vergangenheit an, da der gesamte automobile Verkehr über intelligentes Routing gesteuert wird.
 
Travel-Life-Balance
Zur Work-Life-Balance gesellt sich die „Travel-Life-Balance“: Da der Fahrer zum passiv Reisenden wird und nicht mehr selbst lenkt, kann er die Fahrtzeit optimal für andere Zwecke nutzen, beispielsweise um E-Mails zu verfassen, zu arbeiten und soziale Medien zu nutzen. Die Automobile der Zukunft sind vernetzt und vermitteln zu jeder Zeit und an jedem Ort automatisch Mitfahrgelegenheiten über kurze oder lange Strecken, sofern die Routen der Reisenden übereinstimmen.
 
In den Augen der Teilnehmer ist es wahrscheinlich, dass Unternehmen wie Google oder Apple, die riesige Kundendatenbanken besitzen und durch Big Data-Nutzung und Innovationen Wettbewerbsvorteile entwickelt haben, in der Zukunft die führenden Mobilitätsanbieter werden. Wichtiges Kriterium dabei ist, dass ein Unternehmen Reisen mit verschieden kombinierbaren Fortbewegungsmitteln komplett aus einer Hand anbietet und so Spontaneität ermöglicht.
 
Angesichts dieser Zukunftsvisionen stehen Mobilitätsdienstleister vor neuen und spannenden Herausforderungen. Und wer weiß, welche Trends sich bis zum Jahr 2030 noch entwickeln werden? Vielleicht sind es Fortbewegungsmittel, die man sowohl auf Landwegen als auch im Wasser oder in der Luft nutzen kann?



Bildnachweis: iStockphoto | @ Thinkstock

Über den Autor

Sven Roth
Sven Roth
Dr. Sven L. Roth bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Business und Technologie. Die Grundlage für das Know-how in beiden Disziplinen legte er mit seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre und der Promotion in Informatik. Seitdem interessieren ihn die neusten Trends in der IT unter dem Gesichtspunkt, welche Businesstrends daraus entstehen könnten. Bei Capgemini verantwortet er als Vice President den Aufbau und die Ausgestaltung des Bereichs Business Technology in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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