IT-Trends-Blog

IT-Trends-Blog

Opinions expressed on this blog reflect the writer’s views and not the position of the Capgemini Group

Cloud, Big Data, Bring your own Device: IT-Trends auf dem Prüfstand

Kategorie: Trends des Monats
iStockphoto | © ThinkstockVor allem am Anfang jedes Jahres werden wir mit Prognosen über die Trends der kommenden zwölf Monate überschüttet. Wir erfahren, was jetzt angeblich jeder CIO macht oder in Kürze machen wird, welche Technologie wir auf keinen Fall verpassen dürfen und warum wir unsere Strategie für das Jahr eigentlich noch einmal komplett über den Haufen werfen müssten. Anhand der Daten der IT-Trends-Studie haben wir jetzt überprüft, welche fünf Prognosen in Deutschland, Österreich und der Schweiz tatsächlich eingetreten sind. Das Ergebnis: zwei waren nur zum Teil richtig, drei stimmten gar nicht.
 
Prognose Nummer 1: Unternehmen setzen zunehmend auf die Cloud
Ergebnis: Im Gegenteil
Zahlreiche nationale und internationale Studien prognostizieren, dass Cloud Computing stark zunimmt. Laut unseren Daten hat die Nutzung von Cloud Services in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwischen 2012 und 2013 aber abgenommen. Der Bezug von Leistungen aus der eigenen Cloud sank 2013 gegenüber 2012 um insgesamt 38,5 Prozentpunkte, während Anbieter-Clouds ihren Anteil an den IT-Services im Unternehmen um 0,5 Prozentpunkte steigern konnten. Besonders beliebt sind Cloud Services in Österreich, wohingegen sich deutsche CIOs zurückhalten.
 
Prognose Nummer 2: Bei der Umsetzung von Big Data Analytics wird jetzt einen Gang hochgeschaltet
Ergebnis: Stimmt nur zum Teil
Dass Big Data ein wichtiges Thema ist, darin stimmen alle überein. Die Analyse unstrukturierter Daten bereitet vielen CIOs im deutschsprachigen Raum aber Probleme. Deshalb konzentrieren sie sich erst einmal wieder auf das, was sie gut können: Die Analyse ihrer strukturierten Daten.
 
Prognose Nummer 3: Social Media bleibt Thema der Fachabteilungen
Ergebnis: Stimmt nur zum Teil
Der Social Media Hype ging mehrere Jahre an den CIOs vorbei. Sie schätzten die Bedeutung entsprechender Technologien als gering ein, wahrscheinlich weil sie sich nicht zuständig fühlten. Social Media-Anwendungen aller Art wurden in vielen Fällen sowieso von der Fachabteilung bei einem externen Dienstleister eingekauft, weswegen die IT-Abteilung wenig Berührungspunkte hatte. Im vergangenen Jahr kam allerdings Bewegung in die Thematik: die Bedeutung von Social Media Analytics stieg bei CIOs sprunghaft an und plötzlich waren ihnen auch Plattformen für die Zusammenarbeit im Unternehmen wichtig. CIOs haben den Social Media Hype also nicht verschlafen, aber so lange mit Projekten gewartet, bis die Technologie für weitere Teile des Unternehmens relevant wurde und von der Evaluierungs- in die Betriebsphase übergingen.
 
Prognose Nummer 4: Unternehmen werden auf breiter Front Bring your own Device anbieten
Ergebnis: Im Gegenteil
In der IT-Trends-Studie 2013 wurde Bring your own Device ein Flop und landete ganz am Ende der wichtigsten Themen des Jahres. Der Grund: Die Sicherheitsbedenken gegenüber Bring your own Device sind im deutschsprachigen Raum so hoch, dass CIOs ihren Mitarbeitern lieber schicke Smartphones und Tablets kaufen, als Privatgeräte zuzulassen. Den Mitarbeitern ist es übrigens egal, ob sie ihr Privatgerät nutzen können oder ein Firmen-Smartphone in der Tasche haben. Für sie gilt: Hauptsache gute Hardware.
 
Prognose Nummer 5: Die IT-Budgets werden unter der Eurokrise leiden
Ergebnis: Stimmt nicht
Obwohl die wirtschaftliche Stimmung in Europa Ende 2012 nicht gerade gut war, beeinflusste das die Budgets in Deutschland, Österreich und der Schweiz fast gar nicht. Ähnlich wie im Jahr zuvor erhielten 41 Prozent der CIOs mehr IT-Budget und nur 21 Prozent (zwei Prozentpunkte weniger als 2012) mussten kürzen. Im Verlauf der Krise stellte sich auch heraus, dass die deutschsprachigen Länder gut mit der Situation zurechtkamen und wirtschaftlich keine allzu großen Einbußen verzeichneten.



Bildnachweis: iStockphoto | © Thinkstock

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet.