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Was geht die Energiewende die IT an?

Kategorie: Trends am Horizont
iStockphoto | @ThinkstockDieses Mal steht das Datum fest: Bis zum Jahr 2050 soll die Energieversorgung Deutschlands überwiegend durch erneuerbare Energien gewährleistet werden. In 36 Jahren und ein paar Monaten müssen wir also alle darauf vorbereitet sein, dass der Strom zwar immer noch aus der Steckdose, aber garantiert nicht mehr aus dem Atomkraftwerk kommt. „Was geht mich das an?“ werden Sie jetzt denken, wenn Sie nicht gerade der CIO eines Stromversorgers sind. „Wahrscheinlich einiges“, würde ich erwidern, denn die Energiewende betrifft viel mehr Branchen, als wir heute denken.
 
Da wäre zum Beispiel die Automobilindustrie, die sich über neue Mobilitätskonzepte, den Endkonsumenten und natürlich über Elektroautos Gedanken machen muss. Oder denken Sie an Smart Home. In diesem Bereich bekommen Energieversorger ungewohnte Konkurrenz. Derzeit sind es nur Gebäudetechniker und Telekommunikationsunternehmen, aber das kann sich noch ändern. Da der Endkunde wahrscheinlich alle Leistungen aus einer Hand haben möchte, könnten sich neue Anbieter herausbilden, die Services bündeln. Alternativ müssten Unternehmen Kooperationen eingehen. Die Prozesse und Plattformen dazu müssten allerdings erst noch aufgesetzt werden, wie so vieles andere auch, von dem wir noch gar nichts wissen.
 
Bei all diesen Veränderungen spielt die IT eine entscheidende Rolle. Sie muss die Infrastruktur aufbauen und die Anwendungen entwickeln, die die neuen Prozesse möglich machen. Wie eine Studie der Schweizer Universität St. Gallen im vergangenen Jahr herausfand, sind die Planungszyklen im Application Development aber häufig länger, als die Planungszyklen der Geschäftseinheiten. Sprich: Bis sich die Fachabteilung überlegt hat, welche Prozesse sie für die neue Situation benötigt, ist es für die IT häufig schon zu spät, um die neuen Anwendungen rechtzeitig fertigzustellen.
 
Die IT muss also selbst aktiv werden, damit sich das Business früh genug mit kommenden Veränderungen auseinandersetzt und seine Anforderungen plant und formuliert. In einem Fall wie der Energiewende wäre es sogar leicht, rechtzeitig anzufangen und ohne Zeitdruck rechtzeitig fertig zu werden. Also – haben Sie schon ein regelmäßiges Treffen zwischen IT und Business angeregt, bei dem diskutiert wird, ob und wenn ja wie die Energiewende Ihr Unternehmen und Ihre Prozesse beeinflussen könnte? Ich rate Ihnen, kümmern Sie sich am Montagmorgen als erstes darum. 36 Jahre sind schneller rum, als Sie denken!



Bildnachweis: iStockphoto | @Thinkstock

Über den Autor

Alfred Aue
Alfred Aue
Dr. Alfred Aue beschäftigt sich mit dem Lebenszyklus von Anwendungen und wie man ihn optimal gestaltet. Dabei interessiert ihn vor allem, wie man nicht nur die Kosten senkt, sondern vor allem den geschäftlichen Mehrwert erhöht. Bei Capgemini ist Alfred Aue Head of Sales der Application Lifecycle Service in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine Arbeit basiert auf langjähriger Erfahrung, unter anderem bei Siemens Nixdorf, debis Systemhaus und T-Systems.

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