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Connected Car: Warum in China kein Weg daran vorbei führt

Kategorie: Trends am Horizont
Wavebreak Media | © ThinkstockIn Shanghai leben 23 Millionen Einwohner und besitzen offiziell etwa eine Million Fahrzeuge – gefühlt sind es deutlich mehr, wie ich jeden Morgen selbst erfahre. Aber das ist ein anderes Thema. In China wächst der Automarkt um 18 Millionen Fahrzeuge pro Jahr, Tendenz steigend. Mehr als ein Drittel der weltweiten Auto-Produktion soll in dem riesigen Land auf die Straße. Ein zweiter großer Trend, der den chinesischen Markt auszeichnet: Etwa 60 Prozent der Chinesen nutzen ein Smartphone und die Mehrheit davon sogar noch ein zweites. Mobile Dienste sind dabei der Renner. In keiner anderen Region werden Online-Käufe, Information, Chatten, Video, Telefonieren, Bankgeschäft und alle anderen mobilen Dienste so exzessiv genutzt wie in China.

Damit vereint das Land weltweit sowohl den größten Absatz an Smartphones als auch den an Fahrzeugen. Was liegt also näher, als diese beiden Wachstumstreiber zusammenzuführen. Das „wie“ beschäftigt Autohersteller, Telekommunikationsanbieter, aber auch Unternehmen wie Beidu, Google, Apple, WhatsApp, we chat sowie eine große Zahl lokaler Größen, die in Europa kaum bekannt sind. Allerdings geht es dabei nicht darum, das Internet in das Auto zu bekommen. Vielmehr muss das Fahrzeug ins Internet. Der neue Markt dreht sich um die intelligente Nutzung mobiler Services in einem Automobil!

Vernetzte Fahrzeuge adressieren im Ingenieursland Deutschland in erster Linie Telematik-Services, Mobilitäts-Services und fahrzeugbezogene technische Dienste. Die Chinesen wollen aber mehr. Es geht schlicht um die komplette Integration ihres Social Networks. Der Fahrer will bildlich gesprochen in seinem Smartphone sitzen. Er will surfen, spielen, chatten, telefonieren, Videos herunterladen und anschauen, Fotos und Filme machen, alles mit seiner Community teilen und gleichzeitig möglichst schnell zum Zielort kommen. Je mehr, umso besser. Solange der Gesetzgeber keine Sicherheits- und Nutzungsvorschriften macht, werden sich die Fahrer darüber keine Gedanken machen.

Damit ist der Markt offen für eine maximale Dichte an Sensoren und Applikationen in den Fahrzeugen. Auf dass das rollende Smartphone Realität wird! Viel Druck kommt bereits vom Nachrüst-Markt. Auf dem kann man zum Beispiel 3D-Cams mit GPS erwerben, die eine Radarfallen-Erkennung integriert haben und die Position via Social Network an die „Speed Trap Community“ weiterleiten. Ein weiterer Treiber ist der Lifestyle-Gedanke. Premium-Fahrzeuge sind vorzeigbarer Erfolg auf vier Rädern. Das maximal gepimpte Premium-Fahrzeug kann der Fahrer aber noch viel besser ausleben, wenn die Zuschauer das Posing nicht nur auf der Straße mitbekommen, sondern wenn die Show auch im Social Web stattfindet. Der seriöse Business Case wird für die deutschen Edelhersteller mit Sicherheit gemäßigter ausfallen. Die Wünsche der zahlungskräftigen Klientel zu ignorieren, wäre hingegen töricht.

IT-Innovationen im Auto werden sicher künftig zu einem großen Teil aus Asien mitbestimmt. Trendscout für vernetzte Fahrzeuge in Greater China und Asien ist bei uns eine noch offene Position. Bewerbungen werden gerne entgegengenommen.

Weitere Trends in der Automotive-Branchen erfahren Sie in der Studie Cars Online.

Viele Grüße aus Shanghai
 

Andreas Hein
海 安德
凯捷中国汽车行业解决方案负责人



Bildnachweis:  Wavebreak Media | © Thinkstock

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