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Logistik übermorgen: Vernetzung ist die Zukunft

Kategorie: Trends am Horizont
iStock | © ThinkStockMobilität, Flexibilität und ein Hang zum Individualismus sind Merkmale der Generation Y. Sie ist in einer Welt aufgewachsen, die durch die Einflüsse des sogenannten „Nexus of Forces“ – Social, Mobile, Cloud und Information – definiert ist und neue Anforderungen an Dienstleister aller Branchen stellt. Im Rahmen der expedITion 2013 unter dem Motto „Think Twice! Technology meets Business“ haben wir Studenten dieser Generation mit interessanten Themen aus dem Berateralltag konfrontiert und gefragt, wie ihrer Meinung nach die Zukunft der Logistik aussehen könnte. Herausgekommen ist ein interessantes Szenario.
 
Globalisierung 2.0 verändert die Gesellschaft und die Rahmenbedingungen für die Logistik weltweit
 
In dieser nicht all zu fernen Zukunft ist der Konsum weiter gestiegen und Materialismus in. Die Bedingungen dafür wurden durch die Vereinheitlichung der Zollbestimmungen und den Abbau von Handelsschranken weltweit geschaffen, denn die Konsumzentren haben sich verlagert: vom Westen in den asiatischen Raum. China beispielsweise ist längst keine nur aufstrebende Nation mehr, leidet aber ähnlich wie Europa unter der demographischen Entwicklung. Da sich die alternde Bevölkerung nach Komfort sehnt und keine schweren Pakete tragen möchte, geht sie hauptsächlich online schoppen – von Lebensmitteln bis zur Bekleidung wird alles an die Haustür geliefert.
 
Der Konsument von Morgen ist anspruchsvoll
Dieser Trend gilt natürlich auch für die jüngere Generation. Da sie ihren Tag aber nicht zu Hause verbringt, möchte sie stets wissen, wo sich ihre Bestellung befindet, um steuern können, wohin sie geliefert wird. Das kann heute ein Restaurant sein, morgen das Strandbad und übermorgen eventuell der Arbeitsplatz. Darüber hinaus verlangt der Konsument der Zukunft noch mehr Service. Sein Anbieter muss seine Präferenzen kennen, Produkte zur Ansicht schicken und die Retoure selbstverständlich kostenlos am Wunschort zur Wunschzeit abholen lassen.
 
Damit das alles reibungslos funktioniert, passt sich der Logistikdienstleister von Morgen der Mobilität seiner Kunden an und bietet viele Services per App. Die Steuerung der Logistikzentren erfolgt automatisiert auf der Basis autonomer Systeme und echtzeitnahem, internetbasierten Datenaustausch mit den Herstellern, Kunden, Händlern und Dienstleistern. Produkte melden ihre Versandfähigkeit an den Logistiker, der anschließend anhand der Daten vom Händler die Zustellung organisiert.
 
Zentrale Tourenkoordination schont die Ressourcen
Um Kosten zu senken und Ressourcen effizient und umweltfreundlich einzusetzen, fahren die verschiedenen Logistikdienstleister nicht mehr bis zu jedem Endkunden. Stattdessen übernimmt ein Online-System die Tourenkoordination für alle, so dass nur noch jeweils ein Unternehmen einen Stadtteil anfährt und die Lieferungen aller zustellt. Dadurch werden Leerfahrten reduziert und der Verkehrsfluss optimiert. Die Auslieferungsfahrzeuge kommen inzwischen ohne Fahrer aus und da sie (wie mittlerweile alle Verkehrsmittel weltweit) vernetzt und die Routen bekannt sind, kann die zentrale Tourenkoordinationsstelle rechtzeitig potenzielle Staus erkennen, Fahrzeuge automatisch umleiten und die Kunden in Echtzeit auf dem Laufenden halten, wann ihre Pakete bei ihnen eintreffen werden.
 
Mitfahrzentrale für Pakete
Wo sich eine Tour mangels Masse nicht lohnt, übernehmen Privatleute die Auslieferung. Sie können ihre Reiserouten wie zum Beispiel die tägliche Fahrt zur Arbeit bei der Tourenkoordinationsstelle vom Fahrzeug melden lassen und angeben, wie viel Fracht sie wohin mitnehmen können. Auf diese Weise kommen Pakete auch in kleinen Dörfern an und dank der Einbindung in das Echtzeit-Koordinationssystem weiß der Empfänger, wer seine Bestellung wann wohin transportiert und wann sie eintrifft. Da alle Fahrer online bewertet werden können, haben Paketdiebe keine Chance.
 
Was auf regionaler Ebene funktioniert, wird inzwischen auch weltweit genutzt: Eine zentrale Cloud-Software verarbeitet Informationen über alle Fahrzeuge, Schiffe, Züge und Flugzeuge, die Waren über größere Entfernungen transportieren. Da Standorte, Kapazitäten, Frachtkosten und zu transportierende Güter bekannt sind, kann der kürzeste und günstigste Transportweg ohne großen Personalaufwand ermittelt und gebucht werden.
 
Manches an diesem Szenario, das der Kreativität junger Studenten entsprungen ist, klingt futuristisch, anderes scheint gar nicht mehr so fern. Wie stellen Sie sich die Zukunft der Logistikbranche vor und was glauben Sie, hat beim Konsumenten von Morgen den höchsten Stellenwert?
 



Bildnachweis: iStock | © ThinkStock

Über den Autor

Sven Roth
Sven Roth
Dr. Sven L. Roth bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Business und Technologie. Die Grundlage für das Know-how in beiden Disziplinen legte er mit seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre und der Promotion in Informatik. Seitdem interessieren ihn die neusten Trends in der IT unter dem Gesichtspunkt, welche Businesstrends daraus entstehen könnten. Bei Capgemini verantwortet er als Vice President den Aufbau und die Ausgestaltung des Bereichs Business Technology in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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