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Überleben in einer Welt ohne Blackberry - Fünf Dinge, über die Sie sich jetzt Gedanken machen sollten

Kategorie: Trends des Monats
iStock | © ThinkstockGehören Sie und Ihr Unternehmen auch zu den treuen Blackberry-Anwendern? Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als man Sie fragte, warum Sie mit ihrem Taschenrechner telefonieren? Und dabei konnten die allerersten Blackberrys noch gar nicht telefonieren. Wir haben es schätzen gelernt, unsere E-Mails, unseren Kalender und unsere Kontakte immer bei uns zu haben. Können Sie sich Ihren Geschäftsalltag ohne diese Möglichkeiten vorstellen?

Und jetzt das: Marktanteilsverlust, Managementwechsel, Personalabbau, Verschiebung der neuen Plattform, weiterer Marktanteilsverlust, erneuter Personalabbau. Dann als vermeintlich letzter Rettungsanker der Verkauf. Nun doch nicht?! Einstieg eines Investors, erneuter Managementwechsel… man fragt sich, was als nächstes kommt.

Aus Sicht des einzelnen Endanwenders ist das alles gar nicht so tragisch. So funktioniert Marktwirtschaft. Man wechselt einfach zu einem anderen Anbieter. Halt! So einfach ist es eben nicht: Zurzeit ist völlig unklar, wie es mit Blackberry weitergeht, wem zukünftig die Server gehören, auf denen Ihre Firmen-E-Mails liegen. Und dabei war doch gerade Sicherheit das dominierende Kaufargument für Blackberry!

Vielleicht beruhigen Sie sich seit den jüngsten Abhörskandalen mit dem Argument, das es doch eh egal sei, wer Ihre E-Mails mitliest, weil es keine Sicherheit mehr gibt. Vielleicht möchten Sie aber trotzdem einen Alternativplan ohne Blackberry entwickeln, nur für den Fall…

Wenn dem so ist, dann sind das die Punkte, über die sie nachdenken sollten:
  1. Bestandsaufnahme
    Wie wenden Sie heute die Blackberrys an? Nur für Personal Information Management (PIM) oder haben sie auch mobile Anwendungen entwickelt? Wie viele Geräte haben Sie im Einsatz, in welchen Versionen? Haben Sie bereits andere Geräte-Plattformen im Haus? Welche Policies und Sicherheitsregularien haben Sie etabliert? Gibt es bereits BYOD/COPE-Regelungen?
     
  2. Zielbild
    Welches ist Ihre Zielplattform (iOS, Android, Windows phone) oder möchten Sie gleich mehrere unterstützen? Wie sieht Ihre mobile Strategie aus, welche Inhalte und Anwendungen außer PIM möchten Sie implementieren? Planen Sie die Umsetzung einer BYOD- oder COPE-Strategie? Was genau sind Ihre Anforderungen an mobile Sicherheit?
     
  3. Auswahl eines Device-Management-Tools
    Alle gängigen mobilen Plattformen haben eine Gemeinsamkeit: als Unternehmen benötigen Sie eine zusätzliche Drittsoftware, um die Funktionen eines Blackberry-Enterprise-Servers umzusetzen und um unternehmenskompatible Sicherheitsstandards durchzusetzen. Für welche entscheiden Sie sich?
     
  4. Migrationsstrategie
    Zielen Sie auf eine vollständige Ablösung oder möchten Sie zunächst einen Hybridbetrieb? Wie übertragen Sie Ihre bisherigen Blackberry Policies? Wie rollen Sie aus: Big Bang oder inkrementell? Wie unterstützen Sie Ihre Anwender bei der Migration?
     
  5. Betrieb der neuen Plattform
    Wie bauen Sie die erforderlichen Kompetenzen auf? Möchten Sie den Betrieb selbst leisten oder mit einem Dienstleister arbeiten, Stichwort „Managed Mobility“? Wie sieht Ihre Weiterentwicklungsstrategie aus, wie Ihr Governance-Modell?
Ich hoffe natürlich, dass das von mir angenommene Worst-Case-Szenario nicht eintritt. Im Markt sollte eine Alternative zu Apple, Google und Microsoft existieren. Aber Hoffnung ist keine Strategie, auf die ein CIO bauen kann. Wie auch immer die von Ihnen gewählte Vorgehensweise sein wird, so hat sie eine absolut indiskutable Bedingung: die unterbrechungsfreie Bereitstellung der mobilen Kommunikationsmöglichkeiten ist unter allen Umständen zu gewährleisten. Sie würden ansonsten massive Beeinträchtigungen im Geschäft riskieren. Diesen Geist hat Blackberry selbst aus der Flasche gelassen …



Bildnachweis: iStock | © Thinkstock

Über den Autor

Detlev Sandel

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