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Damit der Weihnachtsmann pünktlich kommt

Kategorie: Trends des Monats
iStock | © ThinkstockKennen Sie das auch? Weihnachten steht mal wieder urplötzlich vor der Tür und Sie müssen noch die letzten Geschenke besorgen. Eine bequeme Online-Bestellung war in der Vergangenheit so kurz vor knapp meistens zu riskant, da man keine Gewissheit hatte, ob die Lieferung noch rechtzeitig kommen würde. Doch damit kann jetzt Schluss sein: Der Versandhandel bietet in der Warenauslieferung, dem sogenannten Fulfillment, mehr Flexibilität, Transparenz und schnellere Lieferungen an. Doch was für den Kunden ein Segen ist, stellt die Händler vor neue Herausforderungen, denen sich IT und Prozesse seiner Cross-Channel-Landschaft stellen müssen.

Lieferung wann und wo der Kunde es möchte
Wie eine EHI-Studie zeigt, stehen sowohl bei den Online-Händlern als auch bei den Kunden hohe Liefertreue ganz oben auf der Agenda. Zudem wünschen sich rund 42 Prozent der befragten Verbraucher, flexibel zwischen alternativen Lieferterminen und -orten wählen zu können, wenn sie zum Lieferzeitpunkt nicht zu Hause sind. Bei der Umsetzung dieses Wunsches sind die Händler zurückhaltend: Nur knapp ein Viertel gab an, in den nächsten drei Jahren die Auswahlmöglichkeit konkreter Liefertage und Zeitfenster anbieten zu wollen – das wäre eine Chance, sich vom Wettbewerb abzuheben! Dagegen ist „Same-Day-Delivery“ beim Kunden noch relativ wenig gefragt. Lediglich 16 Prozent der Konsumenten erwartet in den nächsten drei Jahren eine Lieferung am Tage der Bestellung – ganz gleich, ob mit oder ohne futuristischer Drohne, wie derzeit in den Medien heiß diskutiert.

Den Kundenwünschen nach höchster Zuverlässigkeit bei gleichzeitiger Flexibilität entgegen zu kommen, erfordert noch höhere Effektivität und Prozessqualität. Multichannel-Händler müssen sich diese Herausforderungen stellen. Nur wer es schafft, vertriebskanalübergreifend stets den Überblick über seine (landesweit verteilten) Warenbestände zu behalten, kann dem Kunden verlässlich mitteilen, wie schnell er welche Ware wohin liefern kann – und ihm diese Information auf dem gewünschten Kanal zuspielen. Dabei spielt die Berechnung der effizientesten Auslieferungsmethode eine große Rolle für die Wirtschaftlichkeit: Wer bringt was, wann und von wo aus zum Kunden? Gerade in der heißen Phase vor Weihnachten ist ein effizientes Customer Order Management entscheidend.

Bestellungen, Reservierungen und Auslieferungen sollten zentral gesteuert werden, um Lieferzeiten kalkulieren zu können. Kundenaufträge müssen in die Filialen geroutet und von dort aus abgewickelt werden. Die Integration der dezentralen Standorte kann insbesondere im Bezug auf die IT-Systeme enorme Probleme verursachen. Aufträge, die nicht mehr über große, zentrale Carrier ausgeliefert werden sollen, müssen vom Order Management an die stationären Filialen und zusätzlich an die Kuriere für die „letzte Meile“ geschickt werden. Die schnelle und effektive Anbindung neuer Partner ist für das gewünschte Plus an Flexibilität deshalb von fundamentaler Bedeutung. Darüber hinaus müssen die Filialen auf die neuen Prozesse eingestellt werden. Die dortigen Mitarbeiter sollten umgehend über den Auftragseingang informiert werden, z. B. über eine spezielle App, damit sie die Ware heraussuchen und versandfertig packen können. Dieser Vorgang muss schließlich abgeschlossen sein, bevor der Kurier vor der Tür steht, damit die Lieferung auch zum gewünschten Zeitpunkt am gewünschten Ort ist.
 
Sind Sie bereit, den Weihnachtsmann optimal zu unterstützen und zum Wunschtermin zu liefern? Ich freue mich auf Ihr Feedback.



Bildnachweis: iStock | © Thinkstock

Über den Autor

Christoph Müller
Christoph Müller
Christoph Müller ist Berater von Strategien, Konzepten und Technologien für die Branchen Handel und Konsumgüter. Der notwendige Wandel vieler Unternehmen vom Verkäufer ohne Weitblick, hin zum kundenorientierten Multichannel-Händler ist eines seiner zentralen Themen. Er begleitet Unternehmen als Berater und Unternehmensarchitekt bei dieser Transformation und sorgt für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit durch strukturierte Umsetzungen in der IT. Für ihn steht in den oft stark gesättigten Märkten der harte Wettbewerb den zahlreichen Innovationsmöglichkeiten und Branchenpotenzialen gegenüber.

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