IT-Trends-Blog

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IT-Trends 2014: Technologie wird wichtiger, der CIO nicht

Kategorie: Trends des Monats
© iStockBis Dienstag war es noch eine Vermutung, dass das IT-Know-how im Management aufgrund der Digitalisierung steigen würde. Jetzt ist es amtlich: Mehr als die Hälfte der im Rahmen der IT-Trends-Studie 2014 befragten CIOs bestätigten diese Entwicklung. Diese seit langem überfällige Entwicklung wirkt sich für die IT-Verantwortlichen überwiegend positiv aus: IT-Themen werden jetzt häufiger im Führungskreis besprochen und knapp ein Viertel ist der Meinung, dass sich auch die Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung verbessert hat. Höheren Zeit- und Kostendruck spüren nur knapp 10 Prozent. Einziger Wermutstropfen ist, dass parallel die Quote der CIOs sinkt, die an jeder Board-Sitzung teilnehmen. Waren es 2013 noch 37 Prozent, sind es jetzt nur noch 32 Prozent. Im Gegenzug stieg der Anteil der CIOs, die nur sporadisch dabei sind, um fast sieben Prozentpunkte. Die Bedeutung des CIOs für die Geschäftsführung ist allerdings sehr stark davon abhängig, wie technologieaffin die Branche ist: Bei Finanzdienstleistern beispielsweise nehmen 45 Prozent der CIOs regelmäßig an Board-Sitzungen teil, in der Industrie und der Automobilbranche sind es nur knapp 17 Prozent.
 
Agilität scheint mehr eine Einstellung als eine Methode zu sein
Mit der zunehmenden Abhängigkeit von IT steigt auch der Druck der Fachabteilungen, ihre Anforderungen optimal mit IT abzudecken. Anwendungen müssen schnell entwickelt und angepasst werden, und zwar ohne Qualitätseinbußen. Diese Art von IT-Agilität beherrschen derzeit aber nur 19 Prozent der Unternehmen, während 37 Prozent noch ganz am Anfang stehen. Die Funktionalitäten ihrer IT-Landschaft gehen an den Bedürfnissen der Anwender vorbei und sie verfehlen die vereinbarten Service Level. Darüber hinaus haben sie Schwierigkeiten mit den Veränderungen am Markt Schritt zu halten. Die Ergebnisse zeigen, dass  die Agilität eines Unternehmens nicht mit seiner Größe zusammenhängt. Man könnte annehmen, dass kleinere Unternehmen agiler sind, weil ihre IT-Landschaft weniger komplex ist und die Abstimmungswege kürzer sind. Tatsächlich hängt Agilität offenbar davon ab, wie gut sich die IT an den geschäftlichen Anforderungen orientiert, ob der CIO eng mit dem Management zusammenarbeitet und den Erfolg der IT anhand von Business- und IT-Kennzahlen misst.
 
Unternehmen haben eigene Clouds aufgebaut
Entgegen dem internationalen Trend waren Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Cloud Services gegenüber sehr zurückhaltend, das hat sich in diesem Jahr teilweise geändert: Die Kapazitäten der unternehmenseigenen Clouds wurden in den vergangenen Monaten fast verdoppelt, so dass sie jetzt knapp 30 Prozent aller IT-Services bereitstellen. Dabei handelt es sich derzeit noch überwiegend um Infrastruktur- und Plattform-Services. Der Public Cloud oder Services von Dritten stehen CIOs aber immer noch skeptisch gegenüber: Ihr Nutzungsgrad liegt im Durchschnitt bei lediglich etwas mehr als vier Prozent der Gesamtleistung der IT.
 
Die anhaltende Skepsis gegenüber Anbieter-Clouds wurde möglicherweise von der neu entfachten Sicherheitsdebatte gefördert, die sich auch auf die Wahl der wichtigsten Technologien 2014 ausgewirkt hat: Mit Business Continuity, Schutz vor Malware und Security Compliance stehen neben Virtualisierung und Integration von Standard- und Individualsoftware überraschend viele Sicherheitsthemen auf den ersten fünf Plätzen. Die Affäre um die Abhöraktionen britischer und amerikanischer Geheimdienste schlägt sich aber vor allem darin nieder, dass der Schutz vor Industrie- und Datenspionage in diesem Jahr stark an Bedeutung gewann (zweithöchster Zuwachs mit +0,64 Punkten auf einer Skala von 1 = sehr wichtig bis 6 = völlig unwichtig). Wenig Bedeutung messen die befragten CIO ähnlich wie im letzten Jahr App Stores für Kunden/Bürger oder auch Bring Your Own Device zu.
 
Der Aufsteiger des Jahres: M2M
Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) hat in diesem Jahr am meisten Bedeutung gewonnen (+0,69) und liegt jetzt mit einer Bewertung von circa 3 auf der Skala von 1 bis 6 im Mittelfeld. Der Nutzungsgrad ist bereits beachtlich hoch: 23 Prozent arbeiten schon mit M2M, 12 Prozent implementieren noch und weitere 13 Prozent sind in der Planungsphase. Nach jahrelangem Zögern wollen viele Unternehmen jetzt offenbar testen, welche Geschäftsmodelle sich lohnen. Darüber hinaus arbeiten viele CIOs in diesem Jahr an der Planung und Implementierung von Enterprise Collaboration-Plattformen, Lösungen für das Identity und Access Management sowie an der Einbindung von Kunden in die digitale Prozessabwicklung.
 
Die vollständigen Studienergebnisse finden Sie unter: http://www.de.capgemini.com/it-trends-studie

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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