IT-Trends-Blog

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Agilität – eine Frage der Kultur?

Kategorie: Trends des Monats
iStock | © ThinkstockDie Arbeit von CIOs wird immer komplexer und die Anforderungen steigen, unter anderem dank der enormen Digitalisierung. Wie schafft man es, trotzdem schnell und flexibel zu bleiben und dem Unternehmen auch weiterhin Mehrwert zu bieten? Die diesjährige IT-Trends-Studie hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und untersucht, welche Faktoren wichtig sind.
 
In der Studie wurden die Agilität von Unternehmen anhand der Dimensionen  Qualität und Flexibilität gemessen. Als Qualitätskriterien wurde die Abdeckung der von der Fachseite geforderten IT-Funktionalität im vergangenen Jahr und die Erfüllung der Service Level in den letzten 12 Monaten angesetzt. Im Zusammenhang mit Flexibilität wurde die Fähigkeit ermittelt, einen bestimmten Prozentsatz der Kernprozesse innerhalb von drei Monaten zu ändern sowie die Erfüllung der Anforderungen der Fachabteilung im Hinblick auf die Entwicklung neuer und die Weiterentwicklung vorhandener Software im vergangenen Jahr.
 
Agilität hängt nicht nur von der IT ab
Wie Sie sicher schon bemerkt haben, sind einige dieser Faktoren relativ und nicht absolut. Wenn die Fachabteilung zum Beispiel gar keine neue Software benötigt, ist es leicht, ihre Anforderungen nach neuen Anwendungen zu erfüllen. In einem schnelllebigen Umfeld, in dem Prozesse permanent angepasst werden müssen, ist das viel schwieriger. Agilität, wie sie hier gemessen wurde, hängt also offenbar auch vom Umfeld und vom Zusammenspiel von Business und IT ab. Sie erfordert eine angemessene Ausstattung der IT mit Budget und Ressourcen und außerdem einen CIO, der vom Management akzeptiert wird.
 
Diese Vermutung unterlegt die Studie mit Fakten: CIOs von agilen Unternehmen orientieren sich offenbar stark am Geschäft und nehmen häufiger als andere an jeder Board-Sitzung teil. Die starke geschäftliche Ausrichtung wird unter anderem dadurch ermöglicht, dass das IT-Tagesgeschäft in diesen Unternehmen offenbar reibungslos läuft. Die IT-Einheiten haben kaum Probleme mit Ausfällen und die IT ist performant, unter anderem wegen dem im Vergleich hohen Automatisierungsgrad.

© Capgemini 2014
 
Business-IT-Alignment verhindert Wildwuchs
Darüber hinaus arbeiten die CIOs agiler Unternehmen eng mit dem Fachbereich zusammen. Dieser gibt zwar selbst auch Geld für Technologie aus – was vielen CIOs ein Dorn im Auge ist – aber er tut das fast immer in Abstimmung mit dem IT-Verantwortlichen. Darüber hinaus investieren diese Fachbereiche anders. Da ihre Anforderungen von der internen IT gut abgedeckt werden, fließt das meiste Geld in Pilotprojekte für die Entwicklung neuer Geschäftsprozesse. Services aus Anbieter-Clouds und Hardware werden relativ selten eingekauft, von der IT-Abteilung abgelehnte Projekte nicht mit eigenem Budget realisiert.
 
Natürlich liegt die Vermutung nahe, dass diese Art von optimalem Zusammenspiel vor allen Dingen in Branchen vorkommt, in denen IT eine äußerst wichtige Rolle spielt wie beispielsweise im Handel oder bei Finanzdienstleistern. Es gab zwar etwas mehr Unternehmen aus diesen Industriezweigen, die als „agil“ eingestuft wurden, aber im Grund genommen ist Agilität laut den Ergebnissen branchenunabhängig. Es handelt sich dabei eher um eine gelebte Unternehmenskultur, denn um eine Verfahrensweise. Dementsprechend hat jedes Unternehmen die Chance, seine Agilität maßgeblich zu erhöhen, und zwar nicht nur durch technologische Veränderungen, sondern auch durch den Wandel der Unternehmenskultur. Macht sich in Ihrem Unternehmen auch schon ein Umdenken bemerkbar?
 
PS: Als Studienteilnehmer erhalten Sie sie auf Wunsch bereits mit Veröffentlichung der Studienergebnisse. Hier können Sie sich als Teilnehmer für die IT-Trends-Studie 2015 registrieren.



Bildnachweis: iStock | © Thinkstock
Grafik: © Capgemini 2014

Über den Autor

Peter Lempp
Peter Lempp
Dr. Peter Lempp ist Chief Operating Officer (COO) in Deutschland, insbesondere verantwortlich für die – auch globale - Delivery des Beratungs-, Projekt- und Servicegeschäfts bei Capgemini. Abgesehen von Business Transformationsprojekten interessiert ihn das Außergewöhnliche, insbesondere die Rolle, die der CIO im Unternehmen spielt, und die Zusammenarbeit von Business & IT. Gemeinsam mit Dr. Uwe Dumslaff gibt er die jährlich erscheinende Studie IT-Trends heraus. Peter Lempp ist promovierter Ingenieur, studierte Elektrotechnik und Computer Science an der Universität Stuttgart und der Northwestern University (USA).

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